Die Städteregion Aachen (Eigenschreibweise meist StädteRegion AachenNach Maßgabe des Gesetzes zur Bildung der Städteregion Aachen (Aachen-Gesetz) lautet die offizielle Bezeichnung Städteregion. In der Regionalvermarktung und in anderen Publikationen der örtlichen Behörden wird bevorzugt die Schreibweise StädteRegion Aachen gewählt. Die Schreibweise StädteRegion (mit zwei Majuskeln) entspricht nicht der deutschen Rechtschreibung.) ist ein Kommunalverband besonderer Art im Südwesten Nordrhein-Westfalens und liegt am Dreiländereck mit den Niederlanden und Belgien. Verwaltungssitz ist Aachen.
Die Städteregion ist seit dem 21. Oktober 2009 Rechtsnachfolger des Kreises Aachen, der aufgelöst wurde und dessen neun Gemeinden mit der kreisfreien Stadt Aachen die neue Städteregion bilden. Mit der Bildung der Städteregion Aachen wird zum ersten Mal ein Regionsmodell in Nordrhein-Westfalen erprobt. In Niedersachsen existierte bereits zuvor die Region Hannover sowie im Saarland der Regionalverband Saarbrücken.
Geographie Räumliche Lage Die Städteregion Aachen besteht aus zehn Gemeinden, darunter acht Städten. Sie erstreckt sich von der Stadt Baesweiler im Norden über ca. 50 Kilometer bis zur Stadt Monschau im Süden.
Während die nördlichen und östlichen Teile der Städteregion geographisch und topographisch zu den Bördenlandschaften der Niederrheinischen Bucht gehören, dehnt sich der südliche Teil der Städteregion auf die Mittelgebirgslandschaft der Eifel aus. Im Südraum der Städteregion breitet sich der deutsch-belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel aus. Teile des Nationalpark Eifel liegen auf Flächen der der Städteregion angehörigen Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath.
Die höchste Erhebung der Städteregion ist mit der Steling, an dessen Fuß das zu Monschau gehörende Dorf Mützenich liegt.
Nachbarkreise und -provinzen Die Städteregion Aachen grenzt, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Kreise Heinsberg, Düren und Euskirchen, im Süden und Westen an die belgische Provinz Lüttich und im Westen an die niederländische Provinz Limburg mit der Plusregio – Parkstad Limburg.
+ Grenzen der Städteregion Aachen Zu Belgien: 67,7 km Zu den Niederlanden: 31,5 km Zum Kreis Heinsberg: 14,6 km Zum Kreis Düren: 95,4 km Zum Kreis Euskirchen: 19,3 km Grenzen gesamt: 228,5 km
Gemeinden
In der Städteregion Aachen gibt es die zehn Gemeinden und Mitglieder Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Simmerath, Stolberg (Rhld.) und Würselen, von denen acht den Titel Stadt führen. Sechs davon sind mittlere regionsangehörige Städte mit 25.000 bis 59.999 Einwohnern. Aachen ist eine Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern. Sie hat gemäß dem Aachen-Gesetz eine rechtliche Sonderstellung, die ihr eingeschränkt die Rechte einer kreisfreien Stadt zugesteht.
Die Städteregion gliedert sich damit wie folgt:
Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Aachen km² große regionsangehörige Stadt mit Sonderstatus 05 334 002 Alsdorf km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 004 Baesweiler km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 008 Eschweiler km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 012 Herzogenrath km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 016 Monschau km² regionsangehörige Stadt 05 334 020 Roetgen km² regionsangehörige Gemeinde 05 334 024 Simmerath km² regionsangehörige Gemeinde 05 334 028 Stolberg km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 032 Würselen km² mittlere regionsangehörige Stadt 05 334 036 km² Städteregion Aachen 05 334 (Einwohnerzahlen vom )
Die Städteregion Aachen gliedert sich grob in den Nordkreis Aachen (Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, Würselen) als nördlichen Teil die Stadt Aachen als westlichen Teil den Raum Eschweiler-Stolberg als östlichen Teil und den Südkreis Aachen (Monschau, Roetgen, Simmerath) als südlichen Teil.
Gewässer mini|Blausteinsee mini|Wehebachtalsperre
Durch das Städteregionsgebiet fließen der Broichbach die Inde die Kall der Merzbach der Omerbach die Pau die Rur der Saubach die Vicht die Wehe die Wurm.
Im Städteregionsgebiet liegen der Blausteinsee die Dreilägerbachtalsperre die Kalltalsperre die Perlenbachtalsperre die Rurtalsperre und der Obersee die Wehebachtalsperre.
Geschichte mini|Altes Verwaltungsgebäude Zollernstraße 10; seitlich im Hintergrund Erweiterungsbau 2011 Rechtsvorgänger Kreis Aachen Der Kreis Aachen wurde bereits 1972 neu gebildet. Zu jenem Zeitpunkt war die Maxime, dass keine kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen Sitz eines (Umland-)Kreises sein sollte, noch nicht wirksam. In den Kommunalreformen vor 1972 wurden aber bereits einige kleinere kreisfreie Städte in die sie umgebenden Kreise eingegliedert (beispielsweise die Stadt Herford in den gleichnamigen Kreis). Bei den größeren kreisfreien Städten Bielefeld (1973) und Münster (1975) löste man die nach ihnen benannten Kreise konsequent auf und gliederte etliche ihrer Gemeinden in die jeweilige Großstadt ein. Im Falle Aachen wurde jedoch keine weitere Kommunalreform durchgeführt, und so blieb es bei der Trennung von Stadt und Kreis. In Nordrhein-Westfalen blieb die Trennung in Kreis und kreisfreie Stadt ein Sonderfall, wohingegen dies in anderen Bundesländern (vgl. Landkreis Osnabrück und Osnabrück) häufiger anzutreffen ist.
Zweckverband Vorläufer der Gebietskörperschaft und des Kommunalverbandes besonderer Art war zunächst ein gleichnamiger kommunaler Zweckverband, der neben den heute in der Städteregion verbundenen Kommunen auch den Kreis Aachen umfasste. Verbandsmitglieder waren also die kreisfreie Stadt Aachen, der Kreis Aachen und dessen neun kreisangehörige Kommunen. Der Zweckverband Aachen wurde durch den Oberbürgermeister Jürgen Linden gemeinsam mit Landrat Carl Meulenbergh im Jahr 2004 vereinbart und 2005 wirksam. Die Zweckverbandsversammlung bestand aus insgesamt 60 stimmberechtigten Vertreterinnen und Vertretern der Verbandsmitglieder. Der Zweckverband als Vorläufer der Gebietskörperschaft hatte sich unter anderem den Ausbau der guten Zusammenarbeit unter den Mitgliedskörperschaften, eine gebündelte Aufgabenwahrnehmung, eine gemeinsame Interessenvertretung und den Ausbau von grenzüberschreitenden Kooperationen zum Ziel gesetzt. Es wurden vor allem gemeinsame Aufgaben im Bereich Straßenverkehrsverwaltung, Schulverwaltung und Wirtschaftsförderung wahrgenommen.
Die Städteregion Aachen hat sich ihrerseits 2012 mit den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg zum Zweckverband Region Aachen zum Zwecke der „Strukturentwicklung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ zusammengeschlossen.
Kommunalverband besonderer Art mini|Bevölkerungspyramide für die Städteregion Aachen (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Städteregion Aachen, Alter + Geschlecht.)
Per Landesrecht (Aachen-Gesetz) wurde vom nordrhein-westfälischen Landtag die Einrichtung der Städteregion Aachen als ein neuer Kommunalverband besonderer Art und als eine Gebietskörperschaft als Rechtsnachfolgerin des Kreises Aachen zum 21. Oktober 2009 beschlossen. Der Kreis Aachen wurde zeitgleich aufgelöst. Als Vorbild der Gebietskörperschaft diente die Region Hannover. Die Städteregion Aachen erreichte aber im Gegensatz zum Vorbild nicht die Übernahme von Aufgaben der Bezirksregierung. Die Städteregion Aachen übernahm diverse Aufgaben der Kommunen, etwa im Bereich der Verkehrsplanung oder beim Rettungsdienst. Beabsichtigt war, die Region nach außen stärker auftreten zu lassen, nach innen Synergieeffekte zu erzeugen und die Verwaltungsarbeit zu minimieren. Kritiker dieser Zentralisierung weisen darauf hin, dass viele Probleme dezentral besser gelöst werden könnten, wie etwa die Jugendarbeit. Des Weiteren bestehe die Gefahr, dass kleinere Kommunen in der Städteregion insbesondere hinsichtlich der Wirtschaftsförderung benachteiligt und sich so insgesamt schlechter entwickeln würden. So wurden z. B. die Aufgaben des Straßenverkehrsamt Aachen mit Sitz in Würselen am Aachener Kreuz sowie das Gesundheitsamt in den Aachen Arkaden auf die Städteregion übertragen. Durch diese Zusammenschlüsse wurden auch erhebliche Einsparungen vorgenommen. Im Bereich des Gesundheitsamtes sind jedoch mit Aufkommen der COVID-19-Pandemie in Deutschland einige Probleme, nicht nur in der Städteregion zu Tage getreten.
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 55,9 % der Einwohner römisch-katholisch, 14,3 % evangelisch, und 29,8 % waren konfessionslos oder gehörten einen anderen Glaubensgemeinschaft an., abgerufen am 8. September 2025 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 44,3 % der Einwohner katholisch, 12,0 % evangelisch, und 43,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 3. Dezember 2024
Laut Statistik des Bistums Aachen sank der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung um 1,7 Prozentpunkte im Jahr 2023Städteregion Aachen – Überblick Kirchliche Statistik 2023. Bistum Aachen. Abgerufen am 4. Januar 2025, 2,5 Prozentpunkte im Jahr 2024Städteregion Aachen – Überblick Kirchliche Statistik 2024. Bistum Aachen. Abgerufen am 22. Juni 2025 und 2,4 Prozentpunkte im Jahr 2025.Städteregion Aachen – Überblick Kirchliche Statistik 2025. Bistum Aachen. Abgerufen am 20. März 2026
Politik
Städteregionstag Die Sitzverteilung im Städteregionstag nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt:
Die Wahlbeteiligung betrug 59,1 %. Städteregionsrat Im Zuge der Kommunalwahl 2025 wurde Dr. Tim Grüttemeier (CDU) zum Städteregionsrat wiedergewählt. Er setzte sich in der Stichwahl mit 62,5 % gegen Janine Köster (SPD) durch.
Die Chronologie der Städteregionsräte verzeichnet zwei Amtsinhaber: Helmut Etschenberg (CDU): 2009–2018 Dr. Tim Grüttemeier (CDU): seit 2019
Siegel, Logo, Wappen mini|Logo der Städteregion Aachen Das Dienstsiegel des Zweckverbandes war zunächst das kleine Landessiegel mit dem Landeswappen im unteren und der Bezeichnung „Zweckverband StädteRegion Aachen“ als Inschrift im oberen Halbkreis. Das Logo des Zweckverbandes symbolisierte die geografische Lage im Dreiländereck Deutschland, Belgien und Niederlande. Es wird heute von dem Kommunalverband fortgeführt, obgleich es nicht das hoheitliche Wappen ersetzt.
Für die ab dem 21. Oktober 2009 wirksame Gebietskörperschaft wurde kein neues Wappen entworfen. Der Regierungspräsident hat mit Datum vom 28. Mai 2009 der StädteRegion Aachen die offizielle Genehmigung zur Führung des Wappens des ehemaligen Kreises Aachen erteilt. Entworfen wurde es von Wolfgang Pagenstecher. Die Blasonierung des Wappens des Kreises Aachen lautete in der Hauptsatzung des ehemaligen Kreises Aachen: In Blau ein goldenes (gelbes) Hirschgeweih, auf dessen Grind stehend ein silberner (weißer) Schwan mit schwarzen Füßen, ebensolchem Schnabel und roter Zunge; darüber im Schildhaupt in Gold (Gelb) ein schreitender, rotbezungter, schwarzer Löwe.