Die Schwarzwand ist der hohe Gipfel eines gleichnamigen Bergmassivs der Nockberge an der Grenze zwischen Kärnten und Salzburg.
Berg und Umgebung mini|links|Blick von der Salzburger Landesgrenze am Stubennock westwärts durch die Innerkrems. Ganz rechts angeschnitten die Abhänge der Schwarzwand, vor der schroffen Hafnergruppe mittig rechts das Speiereck, dahinter verläuft das Liesertal. Die Schwarzwand liegt östlich des Liesertals und nördlich der Innerkrems. Im Norden befindet sich etwas entfernt das Obere Murtal, im Nordosten und Osten der sogenannte Bundschuh (Gebiet des Bundschuhbaches, der durch den Zusammenfluss von Feldbach und Weißbach entsteht). Die Schwarzwand im engeren Sinne wird im Osten vom Tal des Weißbaches, im Norden vom kleinen Plareitbach begrenzt. Ihr Gipfel bildet den höchsten Punkt eines Nordwest-Südost verlaufenden Rückens, auf dem sich mehrere fast ebenso hohe Berge mit meist sehr geringen Schartenhöhen aneinanderreihen. Vom Gipfel der Schwarzwand folgen in westlicher Richtung die Gipfel Schereck (2181 m), Turnhöhe (2078 m) und Kramerbichl (2018 m), im Südwesten das Speiereck (2087 m), im Südosten u. a. Gmeinnock (2130 m), Kameritzhöhe (2167 m), Gaipahöhe (2192 m) und Zechnerhöhe (2188 m). An der Zechnerhöhe gabelt sich der Rücken in einen nördlichen (Wirtsnock-Südgipfel 2059 m) und einen südlichen (Matehanshöhe 2086 m) Ast.Sofern nicht anders ausgewiesen entstammen alle Höhenangaben, Orts- und Flurnamen dem amtlichen Kartendienst des Landes Kärnten (KAGIS) Die Landesgrenze zwischen Kärnten und Salzburg läuft die Nordseite der Schwarzwand hinauf und folgt dann dem beschriebenen Rücken nach Südosten über die Zechnerhöhe zur Matehanshöhe.
Laut der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis bildet das Massiv der Schwarzwand mit den umliegenden Gipfeln eine von acht Gebirgsgruppen der Nockberge. Nach dieser Definition wird die Gebirgsgruppe umgrenzt vom Liesertal bei Kremsbrücke, der Innerkrems, dem Schönfeldsattel (Landesgrenze Kärnten-Salzburg), dem Tal des Feldbachs und Bundschuhbachs bis kurz vor Thomatal, der Mur flussaufwärts bis St. Michael im Lungau, dem Katschberg (Landesgrenze Salzburg-Kärnten) und dem Liesertal abwärts bis Kremsbrücke. Neben dem namensgebenden Massiv der Schwarzwand und den im oberen Absatz genannten Gipfeln der Umgebung umschließt diese Linie auch das recht deutlich (Sattel Laußnitzhöhe, 1695 m, römerzeitlicher ÜbergangFranz Narobe: Die Römerstraße über den Radstädter Tauern. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Bd. 100 (1960), S. 15–27. ) abgesetzte Aineck (2210 m) mit dem nahen Teuerlnock (2145 m). Für eine umfassendere Beschreibung dieses Systems siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel über die Nockberge.
Naturraum
Geologie und Geomorphologie Der westliche Teil der Nockberge und somit auch die Schwarzwand ist aus kristallinen Gesteinen des Mittelostalpins aufgebaut. Diese sind in der Regel mittelgradig metamorph, die meisten Gesteine dieser Gruppe wurden mindestens zweimal bei Gebirgsbildungen metamorph überprägt (im Zuge der alpidischen, variszischen, mitunter auch der kaledonischen Gebirgsbildung). Lokal prägend ist der sogenannte Bundschuh-Priedröf-Komplex. Dessen liegende Anteile bestehen aus Paragneisen (Priedröf-Paragneis) mit Einschaltungen von hellen Orthogneisen (Bundschuh-Orthogneis). Der höhere Teil besteht aus Glimmerschiefern. Vor allem im hangenden Teil sind oft recht mächtige Amphibolite eingelagert.
Während der Würm-Kaltzeit waren Gipfel der Nockberge nur wenig vergletschert, kleine Gletscher bildeten sich lokal nur auf den höchsten Gipfeln (meist erst ab 2300 m). An der Nordseite der Schwarzwand wurden dennoch Kare ausgeschürft, in einem davon befindet sich heute der Laußnitzsee (s. u.). Vor allem aber wurden die umliegenden Täler durch die aus den höheren Landesteilen herabfließenden Eismassen, die eine Mächtigkeit von deutlich über 1000 Metern erreichen konnten, ausgeschürft. Ein riesiger Gletscher schob sich durch das Liesertal von Norden nach Süden, kleinere Eisströme durchzogen die Nockberge vom Murtal her südwärts, umflossen die Schwarzwand also allseitig. Moränen bedecken ihre Bergflanken in entsprechender Höhe. Die mehrere Kilometer durchmessende Hochfläche rund um die Schwarzwand im engeren Sinne ragte als Nunatak aus dem Eispanzer. Sie stellt die größte zusammenhängend erhaltene voreiszeitliche Fläche der Nockberge (s. g. Nockfläche) dar.
Gewässer mini|Der Laußnitzsee im September 2025 Die metamorphen Gesteine der Nockberge sind wenig wasserdurchlässig und begünstigen so das Auftreten von kleinen Bächen, Seen und Mooren. Auf der Schwarzwand treten Moore besonders westlich des Gipfels auf, wo die im obigen Abschnitt genannte voreiszeitliche Fläche plateauartige Formen annimmt, eine kleinere Moorfläche befindet sich südlich des Gmeinnocks. In diesem Gebiet gibt es auch mehrere Bergseen. Der größte davon ist der Laußnitzsee, der sich auf 2001 m in dem schon erwähnten Kar an der Nordflanke der Schwarzwand im engeren Sinne befindet. Trotz dieser Lage erreicht er „badetaugliche“ Temperaturen. Westlich des Gipfels liegt der kleine Atzensberger See, östlich der noch kleinere Ottsee. Rund um den Gmeinnock befinden sich der Anderlesee und mehrere namenlose Seen.
Wege Die weitläufige Gebirgsgruppe kann von mehreren Seiten erstiegen werden. Bedeutende Ausgangspunkte sind die Neue Bonner Hütte an der Laußnitzhöhe im Norden und die Dr.-Josef-Mehrl-Hütte am Schönfeldsattel im Südosten. Über den Hauptrücken des Schwarzwand-Massivs verläuft ein Weg, der Teil des Weitwanderweges Kärntner Grenzweg ist. In der Innerkrems (u. a. an den Südhängen von Zechnerhöhe und Matehanshöhe) bestand bis zur COVID-19-Pandemie ein Skigebiet, seither fokussiert man auf sanfteren Tourismus.
Literatur
Weblinks
Basiskarten im Kärntner Geografischen Informationssystem KAGIS Geologische Karte 1:50.000 via GeoSphere Austria
Einzelnachweise
Kategorie:Nockberge Kategorie:Berg in den Alpen Kategorie:Rennweg am Katschberg Kategorie:Krems in Kärnten Kategorie:Thomatal