People Against Pornography and Sexual Violence (, kurz: PAPS) ist eine japanische Organisation, die am 1. Mai 2009 gegründet wurde mit dem Ziel Menschen, die durch Pornografie geschädigt wurden, zu beraten und zu unterstützen, das Problem von Menschenrechtsverletzungen, sexueller Gewalt und sexueller Ausbeutung durch Hersteller und Vertreiber von Pornografie bekannt zu machen, zu untersuchen und abzuschaffen. Außer mit Problemen mit der Sexindustrie befasst sie sich speziell auch mit Voyeurismus, Rache-Pornografie, digitalem Grooming, Sextortion und Deepfake-Pornografie. Ihr Hauptsitz befindet sich im Stadtteil Bunkyō in der Präfektur Tokio. Geschäftsführende Leiterin ist die Sozialarbeiterin Kazuna Kanajiri (* 1981).
Überblick Die Gründung 2009 erfolgte als Aktivistengruppe (ポルノ被害と性暴力を考える会), deren Hauptziel zunächst in der Aufklärung bestand. Von 2012 bis 2014 rückte die Beratung sexuell ausgebeuteter Menschen in den Mittelpunkt der Arbeit. Durch die Arbeit wurden zwei Schwierigkeiten deutlich. Einerseits die Reichweite, nur wenige Frauen nahmen eine Beratungin Anspruch. Andererseits wurde deutlich, dass die Gesetzeslage für eine Strafverfolgung unzureichend war. Die Organisation agierte in dieser Zeit unter der Bezeichnung Organization for Pornography and Sexual Exploitation Survivors (Organisation für Opfer von Pornografie und sexueller Ausbeutung). Nachdem die Organisation 2017 in eine Nonprofit Organisation umgewandelt wurde, führt sie die offizielle Bezeichnung PAPS.
Heute besitzt die Organisation ein umfangreiches Beratungsangebot, zu dem u. a. digitale Beratungsdienstleitungen, die Bereitstellung von Übernachtungsmöglichkeiten insbesondere auch für junge Frauen mit Kindern unter Berücksichtigung der finanziellen und mentalen Situation und Aufforderungen zum Löschen von Inhalten gehören.
Grundsätze PAPS bezieht sich in ihrer Arbeit explizit auf die UN-Sonderberichterstatterin Joy Ezeilo und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der durch acht Grundsätze, 5 Ps und 3 Rs gekennzeichnet ist: Schutz (Protection) Gerichtliche Verfolgung (Prosecution) Bestrafung (Punishment) Vorbeugung (Prevention) Unterstützung durch internationale Kooperation (Promotion)
Schadenserstz (Redress) Rehabilitierung (Rehabilitation) Wiedereingliederung (Reintegration)
Insbesondere bei der Löschung von Bildmaterial arbeitete PAPS von 2019 bis 2022 mit der „Welfare And Medical Service Agency“ (福祉医療機構, kurz: WAM) des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales zusammen. So reichte PAPS von April 2020 bis März 2021 insgesamt 22.735 Löschanträge ein. Während der COVID-19-Pandemie startete PAPS mit der Frauenrechtsorganisation „Women's Action Network“ (WAN) ein gemeinsames Solidaritätsprojekt.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Frauenrechtsorganisation Kategorie:Organisation (Bunkyō) Kategorie:Verbandsgründung 2009