Die Looe war eine 44-Kanonen-FregatteSchiffe dieses Typs werden oft als Fregatten bezeichnet, auch wenn es sich bei den Schiffen um Zweidecker (das bedeutet zwei Geschützdecks) handelte. Sie waren aber keine Fregatten im neueren Sinne des ab Mitte des 18. Jahrhunderts eingeführten Typs leichterer, sehr seetüchtiger Kriegsschiffe mit nur einem Geschützdeck (siehe Lyme-Klasse). Im 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Begriff "Fregatte" für eine ganze Anzahl verschiedener Schiffstypen benutzt, sodass viele Schiffe von sehr kleinen "Eindeckern" bis hin zu relativ großen "Zweideckern" so bezeichnet werden konnten. 5. Ranges der britischen Marine, die von 1742 bis 1744 in Dienst stand.
Geschichte Bau Die spätere Looe, benannt nach der Stadt Looe in Cornwall, wurde am 22. Dezember 1740 nach den Richtlinien für das 1733 Establishment 44-Gun-Ship bestellt und am 26. Januar 1741 bei einer zivilen Werft im Londoner Stadtteil Limehouse unter der Bauaufsicht des Schiffbauers Thomas Snelgrove auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 29. Dezember 1741 und die Fertigstellung inklusive Ausrüstung bei der Marinewerft in Deptford. Die reinen Baukosten betrugen 6949 Pfund und 10 Schilling, weitere 4403 Pfund 7 Schilling und 7 Pence fielen für die Ausrüstung an (siehe Pfund Sterling).
Einsatzgeschichte Die Looe wurde am 4. Januar 1742 unter dem Kommando von Captain George Carnegie offiziell in Dienst gestellt. Dies geschah während des Krieges um Jenkins’ Ohr bzw. des Österreichischen Erbfolgekrieges. Im Juli 1742 operierte sie zusammen mit der Deal Castle vor dem spanischen Vigo gegen spanische Freibeuter aus Portonovo, wobei einige Prisen genommen werden konnten. Im September wechselte das Kommando zu Captain Digby Dent, der es bis April 1743 behielt. Anschließend übernahm Captain Ashby Utting das Kommando. Unter dessen Führung wurde das Schiff nach Nordamerika entsandt und in Charles Town (South Carolina) stationiert, um die britischen Kolonisten und deren Handel vor möglichen spanischen Aktionen zu schützen. mini|links|Satellitenaufnahme der Floridastraße Anfang 1744 befand sich die Looe auf einer Patrouille gegen die spanische Küstenschifffahrt in der Floridastraße, als ein spanisches Schiff gesichtet wurde. Dieses wurde aufgebracht und als das britische Handelsschiff Billander Betty identifiziert, das von den Spaniern gekapert worden war. Mit diesem Schiff wurde anschließend Kurs Richtung Charles Town gesetzt. In der Nacht des 5. Februar 1744 gerieten die Looe und die Billander Betty in den Florida Keys auf eines der zahlreichen Korallenriffe. Da die Versuche, das Schiff freizubekommen, scheiterten, wurden am folgenden Tag die mitgeführte Fracht und die Vorräte auf eine nahe Sandbank bzw. Sandinsel gebracht. Während dieser Aktion passierte zufällig eine spanische Slup das Gebiet. Diese wurde durch ein Enterkommando, das mit den drei Beibooten der Looe ausgesandt worden war, aufgebracht. Zusammen mit den drei Beibooten ermöglichte sie den 274 anwesenden Seeleuten eine Weiterreise nach South Carolina. Um eine mögliche Nutzung durch die Spanier zu verhindern, wurde das Wrack der Looe zerstört.
Wrack Das Wrack der Looe (Position ) wurde vom lokalen Fischer William Thompson entdeckt und erstmals im Jahr 1951 von einem Team erforscht, das vom Kurator der Abteilung für Marinegeschichte der Smithsonian Institution, Mendel L. Peterson, geleitet wurde. Die Bergung eines Kanonenrohrs ermöglichte eine zeitliche Einordnung. Nach intensiver Nachforschung in britischen Archiven und aufgrund der Tatsache, dass das Riff nach der Looe benannt wurde – was zu dieser Zeit üblich war – konnten die Reste des Wracks auf dem Looe Key Reef eindeutig identifiziert werden.
Liste der Kommandanten Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Captain George Carnegie 4. Januar 1742 7. September 1742 Captain Digby Dent 8. September 1742 3. April 1743 Captain Ashby Utting 4. April 1743 5. Februar 1744
Bemerkungen
Literatur
Weblinks Looe auf threedecks.org (englisch) HMS Looe (Loo) (+1744) auf wrecksite.eu (englisch)
Einzelnachweise Rif Winfield: British Warships in the Age of Sail 1714 to 1792., S. 438.
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