mini|Portrait von Anja Schlamann Anja Schlamann (* 1967) ist eine deutsche Fotografin und Künstlerin.
Leben und Werk Nach ihrem Abitur studierte Anja Schlamann zunächst Architektur an der Fachhochschule Aachen und im Aufbaustudium an der (damals) Gesamthochschule (jetzt: Universität) Kassel. Während der anschließenden Assistenz an der Fachhochschule Anhalt in Dessau baute sie ihr Interesse an der Fotografie aus. Sie baute eine Diathek auf und unterrichtete gemeinsam mit dem Professor für Fotografie Dieter Münsberg Architektur-Fotografie.
2001 machte sie sich als Fotografin selbständig. Von Anfang an nahm die künstlerische Fotografie einen großen Stellenwert ein. Beim Europäischen Architekturfotografie-Preis Architerkturbild hat sie 2005 mit der Serie Ladentische aus Damaskus einen Preis gewonnen.
Nach dem Umzug 2006 von Leipzig nach Köln richtete sich ihr künstlerisches Interesse in mehreren Serie auf Köln. Bekannt wurde sie mit Aufnahmen der Untersichten der Kölner Rheinbrücken. Vom Wasser aus fotografiert, sind sie in Fügung aus jeweils ca. 120–150 Einzelaufnahmen je zu einem Bild montiert. Die Serie UnterBrückenUnterBrücken ist mehrfach ausgestellt.
Die Oper Köln, 1957 gebaut von Wilhelm Riphahn, konnte sie in mehreren Monaten vor Beginn der Sanierungsarbeiten 2012 für ihre Arbeit EncantoEncanto fotografieren. Die Tänzerin Carmen tritt nach der letzten Vorstellung von der Bühne und nutzt scheinbar das gesamte Gebäude für ihren finalen Tanz vor der Sanierung.
Zwei Langzeit-Projekte beschäftigen sie von Anbeginn ihrer künstlerischen Tätigkeit: die Serie der LadentischeLadentische ist auf 110 Arbeiten von fünf Kontinenten und acht Länder angewachsen (Syrien, Kuba, Spanien, Marokko, Sri Lanka, Tansania, Peru, Bolivien und Vietnam).
In ihrem jüngsten Projekt hat sie die Deutzer Mühlen, Köln fotografiert. Die Arbeit AuroraAURORA ist in zwei Teile geteilt: neueste Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen den architektonischen Ist-Zustand, die Leere, das Warten auf Veränderung. Der Zwischenzustand wird in den Fotografien erlebbar. Grundlage ist die Serie der inszenierten Fotografien, in der Mitarbeitende an ihre ehemalige Arbeitsstätte zurückkommen und dort portraitiert wurden, nicht einfach in den Räumen, sondern mit einem Hintergrund aus geworfenem Mehl.
Zwei Serien stehen weniger im Raum-Mensch-Konzept: doing memorydoing memory, auf dem Friedhof Melaten, Köln, während der COVID-19-Pandemie umgesetzt, mit Camera obscura und Cyanotypie und ErSieundIchErSieundIch, eine Arbeit, in dem sie dem Leben ihres verstorbenen Bruders nachgeht.
Anja Schlamann lebt in Köln.
Auszeichnungen und Preise 2023: Reisestipendium der Stiftung Kulturwerk 2019: Preisträgerin Reclaim Award, Köln 2017: Preisträgerin Focus Photofestival Mumbai, Indien 2007: short listed, Fotomesse Cedefop / Photomuseum Thessaloniki, Griechenland 2005: Anerkennung beim Europäischen Architekturfotografie-Preis 2004 + 2003: Künstlerstipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig, centro tedesco di studi veneziani
Publikationen Ausst.Kat. Arbeitsplätze, Europäischer Architekturfotografie-Preis 2005, Ludwigsburg 2005 Architektenkammer Niedersachsen Mode I Linie I Architektur, Hannover 2008 Rolf Sachsse: Raumbilder – Bildräume, Deutscher Kunstverlag, 2009, ISBN 978-3-422-06902-2 Anja Schlamann: Encanto, Heidelberg 2014, Kehrer Verlag, ISBN 978-3-86828-489-8
Weblinks Website von Anja Schlamann www.schlamann.com Website von Anja Schlamann www.anjaschlamann.com Anja Schlamann in photography now
Einzelnachweise
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