Ludwig Friedrich Georg Ballauff (* 27. Februar 1817 in Hannover; † 6. Juni 1904 in Varel) war ein deutscher Pädagoge und Autor philosophisch-psychologischer Schriften.

Leben und Wirken Ludwig Ballauff war der Sohn des Kaufmanns Johann Christian Friedrich Ballauff und dessen aus einer jüdischen Familie stammenden Ehefrau Dorothea Louise Friederike, geb. Lippmann. Nach dem Besuch des Lyzeums und der Höheren Gewerbeschule in Hannover studierte er ab 1833 Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Berlin und der Universität Wien. Seit 1841 war er im Schuldienst tätig, zunächst an der Bürgerschule in Varel. Dort wurde er 1867 Konrektor. Im Jahre 1887 wurde ihm (als Schulrat) die Leitung der „höheren Lehranstalten zu Varel“ übertragen. 1894 trat er in den Ruhestand.

Ballauff betätigte sich neben dem Schuldienst in Varel auf dem Gebiet der Standesvertretung vor allem von Volksschullehrern und war aktiv in der Kommunalpolitik. 1863 wurde er Mitglied des Stadtrats von Varel, dem er von 1864 bis 1873 vorstand. Außerdem legte er verschiedene Veröffentlichungen nicht nur zur Pädagogik, sondern auch zur Philosophie und Psychologie vor. Seit 1865 war er zusammen mit dem Pädagogen Tuiskon Ziller Herausgeber der „Monatsblätter für wissenschaftliche Pädagogik“. In seinen Schriften zur Pädagogik und zur Psychologie und in seinem Wirken gilt Ludwig Ballauff als ein entschiedener Vertreter des Herbartianismus.

Ehrungen Die Philosophische Fakultät der Universität Breslau verlieh Ludwig Ballauff 1884 die Ehrendoktorwürde. 1886 wurde er vom Großherzog Nikolaus Friedrich Peter mit dem Titel „Professor“ ausgezeichnet. 1891: Verleihung des Ehrenkreuzes I. Klasse mit der goldenen Krone durch den Großherzog von Oldenburg. 1891 wurde Ballauff im Rahmen einer Feier aus Anlass seiner fünfzigjährigen Lehrtätigkeit in Varel zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.Eine ausführliche Beschreibung der Jubiläumsfeier in: Nachrichten für Stadt und Land, 25. Jg., Nr. 232, 5. Oktober 1891, S. 3, Sp. 1 und 2 (Landesbibliothek Oldenburg digital)

Schriften (Auswahl) Ueber Kinder- und Jugendlectüre. In: Pädagogisches Archiv. Centralorgan für Erziehung und Unterricht. Jg. 1, Stettin 1859, I. Teil: S. 37–48; II. Teil: S. 122–132. (Digitalisate: 1. Teil Landesbibliothek Oldenburg digital; 2. Teil Landesbibliothek Oldenburg digital) Lehrbuch der Arithmetik und der Elemente der Algebra für höhere Lehranstalten bearbeitet. Stalling, Oldenburg 1870. Ueber einige Grundgedanken der Herbartschen Pädagogik. (Vortrag) In: Pädagogisches Archiv, Jg. 17, Leipzig 1875, S. 689–709 (Digitalisat BBF). Die Herbartfeier in Oldenburg. In: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung, 20. Band (1876), Heft 5, Gütersloh 1876, S. 305–308 (Digitalisat BBF). Herbart's Verdienste um die Pädagogik und ihre Hülfswissenschaften. In: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung, 20. Band (1876), Heft 1, S. 3–24 (Digitalisat BBF). Wider den Radicalismus der Volksschullehrer. In: Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, hrsg. von Tuiskon Ziller, 9. Jg., Langensalza 1877, S. 45–59 (Digitalisat BBF). Humanismus und Realismus. Bacmeister, Eisenach 1877. Elemente der Psychologie. Schulze, Cöthen 1877 (). Zweite, sehr vermehrte Bearbeitung: Die Grundlehren der Psychologie und ihre Anwendung auf die Lehre von der Erkenntnis. Schulze, Cöthen 1890 (). Die Grundlehren der Physik in elementarer Darstellung. Für das Selbststudium bearbeitet. Drei Bände. Beyer, Langensalza 1879/1880/1881 ().

Einzelnachweise

Kategorie:Pädagoge (19. Jahrhundert) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Breslau Kategorie:Person (Varel) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1817 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann