Ogbe Abraha (* 1948) ist ein eritreischer General und Politiker. Er war Stabschef der eritreischen Streitkräfte und amtierte nach dem Unabhängigkeitskrieg als Handels- sowie später als Arbeitsminister. Im Jahr 2001 wurde er als Mitglied der oppositionellen Gruppe G-15 verhaftet und befindet sich seitdem in Gefangenschaft.

Leben

Im Jahr 1972 schloss er sich während seines Studiums in Addis Abeba der Eritreischen Volksbefreiungsfront an und wurde drei Jahre später Teil des Politbüros der Front.

Nach der Unabhängigkeit Eritreas war er unter anderem im Zentralrat der Volksbefreiungsfront, als Arbeitsminister und Stabschef der eritreischen Streitkräfte tätig.

Im Februar 2000 teilte General Abraha dem Präsidenten Isayas Afewerki in einem privaten Meeting mit, dass er der Auffassung ist, dass Eritrea eine kollaborative Führung brauche. Einige Monate später wurde er von seinen Ämtern entlassen.

Im Frühjahr 2001 schloss er sich der Gruppe der 15 an und veröffentlichte zusammen mit anderen hochrangigen Politikern und Militärs einen offenen Brief an Afewerki, in dem sie politische Veränderungen im Land forderten.

Wie auch alle anderen im Land befindlichen Unterzeichner des Briefes wurde Abraha im September 2001 verhaftet. Offizielle Angaben zu seinem Verbleib gibt es nicht.

In einer Kampagne 2018 forderte Amnesty International die eritreische Regierung auf, die Gefangenen der Gruppe, sowie Personen aus ihrem Umfeld, umgehend freizulassen. Sie benannte die Inhaftierten als "prisoners of conscience" (Gewissensgefangene).

Es wird allerdings davon ausgegangen, dass Ogbe Abraha bereits ein Jahr nach seiner Verhaftung gestorben ist. Ein ehemaliger Gefangenenwärter gibt an, dass Abraha zeitnah nach seiner Verhaftung versucht habe, sich das Leben zu nehmen und sechs Monate darauf im Jahr 2002 aufgrund von Asthma verstorben sei.

Einzelnachweise

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