mini|Haus Frankenforst 2025 mini|Haus Frankenforst 1904 mini|Haus Frankenforst in der Topographischen Karte von 1908 Das Haus Frankenforst war um 1900 ein beliebtes Ausflugslokal, ab 1914 ein Hotel, im Frankenforst auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen.
In seiner wechselhaften Geschichte wurde das Anwesen als Gaststätte, als Hotel sowie militärisch genutzt. Seit den 1950er Jahren dient es als Sitz eines Pharmaunternehmens.
Lage Haus Frankenforst wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in einem damals dicht bewaldeten Gebiet südwestlich von Bensberg an der Kreuzung mehrerer historischer Straßen erbaut. Es handelte sich um die an dieser Stelle gemeinsam in west-östlicher Richtung verlaufenden Straßen Köln-Kassler Landstraße (Heidenstraße) und Köln-Siegener Landstraße (Brüderstraße), sowie die von Südwesten aus Rath kommende Lützerathstraße (auch Weg von Rath nach Bensberg, heute Rather Weg) und den von Nordosten einmündenden Neuen Jagdweg (heute Frankenforster und Kölner Straße).Altstraße Köln-Olpe. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital., abgerufen am 8. Dezember 2025.Lützerathstraße von Rath in Richtung Königsforst. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital., abgerufen am 9. Dezember 2025. Das aus dem Jahr 1914 stammende Gebäude liegt im Bergisch Gladbacher Stadtteil Frankenforst in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Anschlusses der Bundesautobahn 4.
Geschichte Haus Frankenforst wurde vermutlich als landwirtschaftliches Anwesen erbaut. Der Vergleich der Kartenwerke aus der damaligen Zeit legt einen Bauzeitpunkt nach 1844 nahe. Um 1900 existiert das Anwesen als Ausflugslokal. Die Werbung richtet sich insbesondere an Besucher aus Köln. 1911 wurde das Lokal verkauft. Der neue Inhaber legte 1913 den Grundstein für den Umbau zum Waldhotel Haus Frankenforst mit dem heute noch existierenden Baukörpers. Für Architektur und Bauausführung des 1914 fertiggestellten Hauses wurde der Kölner Architekt Jean Klein, Planer der Siedlung Alt-Frankenforst gewonnen. Der Erste Weltkrieg stoppte den weiteren Ausbau. 1918 wurde das Haus von der englischen Besatzung beschlagnahmt. Bis 1919 existierte im Park des Anwesens das Zeltlager Camp Frankenforst Germany für englische und neuseeländische Regimenter. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen wurde der Hotelbetrieb wieder aufgenommen. mini|Trümmer des gesprengten Bunkers hinter Haus Frankenforst (2025)
Er wurde endgültig mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellt, und das Hotel wurde eine Funkleitstelle für den Militärflugplatz Ostheim. Hinter den Gebäuden lagen noch bis Ende 2025 die Trümmer eines gesprengten Bunkers, der für die Leitstelle angelegt worden war. Ab April 1945 wurde das Anwesen nacheinander von amerikanischen, englischen und belgischen Besatzungstruppen genutzt. Die Belgier unterhielten dort zusätzlich zu einem Offizierskasino auch ein Militärgefängnis.
Anfang der 1950er Jahre wurde das gesamte Anwesen an den Unternehmer Roland Wagner verkauft. Seitdem wird es als Sitz für die 1952 von Wagner gegründete und bis Ende der 1980er Jahre von Otto Günsche geleitete Arzneimittelfirma Rowa-Wagner genutzt. Seit 2001 ist das Haus auch Sitz des Honorarkonsulates von Irland zu Köln.
Bedeutung Das Anwesen hat neben seiner lokalen Bedeutung für die Geschichte und Entwicklung der Region insbesondere auch Relevanz als Beispiel für die Hotelarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch
Liste der Straßen im Bergisch Gladbacher Stadtteil Frankenforst
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Frankenforst (Bergisch Gladbach) Kategorie:Geschichte (Bergisch Gladbach) Kategorie:Ehemaliges Hotel in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Rheinisch-Bergischen Kreis Kategorie:Bürogebäude in Bergisch Gladbach