Fritz Gaupp, auch Frederick Ernest Gaupp (geboren 20. Januar 1897 in Freiburg im Breisgau; gestorben 24. Juni 1979 in Georgetown (Texas)), war ein deutschamerikanischer Historiker.

Leben Friedrich Gaupp war ein Sohn des Mediziners Ernst Gaupp (1865–1916). Er besuchte das Gymnasium in Freiburg, machte das Abitur in Königsberg und war von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg. Ab 1918 studierte er Germanistik in Breslau wurde 1923 mit einer Dissertation über Christian Dietrich Grabbe promoviert. Zwischen 1920 und 1923 wirkte er nebenher als Dramaturg und Schauspieler an verschiedenen Theatern. Er heiratete 1922 die in Ungarn geborene Ilse Partos (1902–1993), sie hatten zwei Söhne, der Sohn Dieter, geboren 1924, wurde in den USA Sozialarbeiter, der Sohn PeterGaupp, Peter G., in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 213f., geboren 1928, wurde ebenfalls Sozialarbeiter.

Gaupp wurde 1924 Lektor beim Gustav Kiepenheuer Verlag in Potsdam und ging 1925 zum Ullstein Verlag nach Berlin. Er schrieb Zeitschriftenbeiträge und, auch unter dem Pseudonym Fritz Wall, Romane. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er nach Erlass der Nürnberger Gesetze 1935 wegen seiner jüdischen Herkunft vom Verlag entlassen. Gaupp floh im selben Jahr nach Italien, wo er als Privatgelehrter über die Renaissance forschte. Nach Erlass der Italienischen Rassengesetze musste er 1939 das Land verlassen und konnte nach Ascona in der Schweiz emigrieren.

Gaupp ging 1946 in die USA und arbeitete bis 1968 als Instructor und später als Professor für Geschichte an der Southwestern University in Georgetown, Texas. Er nannte sich nun Frederick Ernest Gaupp.

Schriften (Auswahl) mini|hochkant|Reichsidee (1946) Grabbes Heldentypus im Verhältnis zu dem Charakter des Dichters und den literarischen Vorbildern. Breslau, 1923 Carl Hauptmanns ewiger Weg, in: Hellweg, 1924, S. 619 Pirandello, in: Die Horen, 1926, S. 312–315 Fritz Wall (Pseudonym): Die Fahrt in die Stadt : ein Roman unter jungen Leuten. Berlin: Waldheim-Eberle, 1930 Die Nacht von heute auf morgen. Roman. Berlin: Ullstein, 1931 Condottiere John Hawkwood, in: History, 1939, S. 305–321 Contreras. Wien: Saturn-Verlag, 1940 Michelangelo und Julius II, in: Schweizer Monatshefte, 1945, S. 687–701 Pioniere der Neuzeit in der Frührenaissance. Bern: Haupt, 1945 Deutsche Fälschung der abendländischen Reichsidee. Bern: Haupt, 1946

Literatur Frederick Ernest Gaupp, in: Catherine Epstein: A past renewed : a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Cambridge: Cambridge University Press, 1993, S. 80–82

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Einzelnachweise

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