Der Giro d’Italia 2026 war die 109. Austragung der italienischen Grand Tour. Das Straßenradrennen startete am 8. Mai 2026 im bulgarischen Nessebar und ging am 31. Mai 2026 in der italienischen Hauptstadt Rom zu Ende. Die Rundfahrt führte über 21 Etappen und beinhaltete drei Ruhetage. Der Giro d’Italia ist auch im Jahr 2026 ein Teil der UCI WorldTour.

Der Däne Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) sicherte sich die Gesamtwertung beim Giro d’Italia 2026. Der Däne übernahm die Maglia Rosa nach seinem Etappensieg auf der 14. Etappe und baute seine Führung bis zum Ende aus. Insgesamt gewann Vingegaard fünf Etappen bei dieser Italien-Rundfahrt. Mit diesem Triumph komplettiert Vingegaard das Kunststück, alle drei Grand Tours zu gewinnen: Die Tour de France siegte er 2022 und 2023, die Vuelta a España 2025 und nun auch den Giro d’Italia 2026. Platz 2 ging an den Österreicher Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team) mit einem Rückstand von 5:22 Minuten, Gesamtdritter wurde der Australier Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe) mit 6:25 Minuten Rückstand – beide konnten keinen Etappensieg erzielen.

Die Punktewertung ging mit drei Etappensiegen an den Franzosen Paul Magnier (Soudal Quick-Step), während sich der Italiener Giulio Ciccone (Lidl-Trek) in der Bergwertung durchsetzte. Sieger in der Nachwuchswertung wurde der Portugiese Afonso Eulálio (Bahrain Victorious). Die Mannschaftswertung entschied das Team Visma-Lease a Bike für sich.

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale waren die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die drei bestplatzierten UCI ProTeams der UCI-Weltrangliste des Vorjahres. Cofidis verzichtete jedoch auf die Teilnahme, weshalb statt ursprünglich geplanten zwei nun drei Wildcards an VF Group-Bardiani CSF-Faizanè, Unibet Rose Rockets und das Team Polti VisitMalta vergeben wurden. Am 6. Mai 2025 – zwei Tage vor Beginn der Rundfahrt – wurden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation auf dem Meeresgarten im Open-Air-Theater von Burgas vorgestellt.

Strecke Bereits am 13. Oktober 2025 wurde Bulgarien vom RCS-Präsident Urbano Cairo beim Festival dello Sport in Trentino als Startland der 109. Austragung bestätigt. Die vollständige Streckenpräsentation fand am 1. Dezember im Auditorium Parco della Musica in Rom statt. Insgesamt mussten die Fahrer 3.470 Kilometer auf 21 Etappen absolvieren. Auf dem Programm standen sechs flache, sieben hüglige und sechs Bergetappen, sowie ein Einzelzeitfahren. Acht Etappen endeten mit einer Bergankunft. Die Rundfahrt umfasste drei Ruhetage, die nach den Etappen 3, 9 und 15 abgehalten wurden. Nach dem Auslandsstart in Bulgarien führte ein Abschnitt durch die Schweiz, wobei der Großteil der Etappen auf italienischem Boden ausgetragen wurde. Hier wurden 16 der 20 Regionen durchfahren. Mit dem Balkangebirge, dem Rila, dem Apennin und den Alpen führte die Rundfahrt durch vier Gebirge. Das „Dach der Tour“ bildete der Passo di Giau mit 2236 Metern Seehöhe.

Etappenliste Die folgende Tabelle zeigt die Etappen mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

Auslandsstart in Bulgarien mini|In Nessebar wurde die 109. Austragung des Giro d’Italia gestartet. Die 109. Austragung des Giro d’Italia wurde in Bulgarien gestartet, wo die ersten drei Abschnitte ausgetragen wurden. Der Balkanstaat war erstmals Teil der Italien-Rundfahrt, die in den vorangegangenen Jahren bereits Auslandsstarts in San Marino, Monaco, Belgien, Vatikanstadt, Griechenland, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Nordirland, Israel, Ungarn und Albanien durchführte. Aufgrund der großen Distanz zwischen Bulgarien und dem italienischen Festland wurde nach der dritten Etappe ein Transfertag abgehalten.

Die Grande Partenza erfolgte im Jahr 2026 in der bulgarischen Hafenstadt Nessebar, die am Ufer des Schwarzen Meeres liegt. Der erste Abschnitt führte dabei in Küstennähe durch den Osten des Landes, wobei es über 147 Kilometer nach Burgas ging. Aufgrund der flachen Topographie zählten hier die Sprinter als Anwärter auf die Maglia Rosa. Die 2. Etappe war hingegen etwas profilierter. Nach dem Start in Burgas ging es durch das Balkangebirge, wo drei Bergwertungen abgenommen wurden. Das Ziel befand sich nach 221 Kilometern in Weliko Tarnowo, wobei die letzten Meter leicht ansteigend und teils auf Kopfsteinpflaster verliefen. Zum Abschluss des Auslandstarts ging es von Plowdiw über 175 Kilometer in die bulgarische Hauptstadt Sofia, wo erneut ein Massensprint erwartet wurde. Zuvor musste jedoch mit dem Borovets Pass eine 1334 Meter hohe Bergwertung überquert werden, die sich im Rila-Gebirge befindet.

Erste Woche: Von Süditalien über den Apennin mini|Ein hügliger Abschnitt führte die Fahrer über den Apennin nach Fermo Nach dem Transfertag wurde die Rundfahrt am 12. Mai in der Region Kalabrien auf dem italienischen Festland fortgesetzt. Die vierte und fünfte Etappe führten dabei nach Cosenza und Potenza, wobei sich das Rennen über leicht profilierte Abschnitte in Richtung Norden vorarbeitete. Tags drauf galt in Neapel ein Massensprint als wahrscheinlich. Die Zielankunft wurde dabei auf der leicht ansteigenden Kopfsteinpflaster-Straße der Via Cesario Console abgehalten, die zum Palazzo Reale di Napoli führt. Die anschließende 7. Etappe war mit einer Länge von 244 Kilometern nicht nur der längste Abschnitt der 109. Austragung, sondern stellte zudem mit der Bergankunft auf dem Blockhaus (1665 m) den ersten Härtetest dar. Der 13,6 Kilometer lange Schlussanstieg wies dabei eine durchschnittliche Steigung von 8,4 % auf. Tags darauf wurde das Rennen an der Adria in Chieti fortgesetzt von wo aus es durch die hüglige Region Marken nach Fermo ging. Hier wurden auf den letzten 50 Kilometern vier Bergwertungen abgenommen, wobei sich das Ziel am Ende einer kurzen Steigung befand, die maximale Steigungsprozente von 22 % aufwies. Zum Abschluss der ersten Woche wurde eine weitere Bergankunft in Corno alle Scale (1471 m) abgehalten. Der 10,8 Kilometer lange Schlussanstieg wies dabei jedoch nur einen Schnitt von 6,1 % auf, wobei die letzten 2500 Meter im Schnitt mit 10 % zum Ziel führten.

Zweite Woche: Von der Toskana in die Alpen mini|In Pila endete die erste Alpenetappe Die zweite Woche wurde mit einem 42 Kilometer langen Einzelzeitfahren eröffnet, das auf flachen Straßen von Viareggio nach Massa führte. Tags darauf verließen die Fahrer die Toskana und durchquerten den Ligurischen Apennin, wo auf dem Weg nach Chiavari mehrere Anstiege absolviert werden mussten. Die 12. Etappe führte die Fahrer schließlich von der Küste ins Landesinnere, wobei in Novi Ligure erneut ein Sprint als wahrscheinlich galt. Tags darauf ging es durch die Po-Ebene ins Alpenvorland. Im Finale mussten am Ufer des Lago Maggiore zwei kürzere Steigungen überquert werden, ehe das Ziel kurz darauf in Verbania erreicht wurde. Die 14. Etappe führte die Fahrer schließlich in die Alpen, wo im Aostatal eine Bergankunft in Pila (1793 m) stattfand. Der 133 Kilometer lange Abschnitt wies dabei mehrere Bergwertungen auf, ehe der Schlussanstieg für 16,5 Kilometer im Schnitt mit 7,1 % zum Ziel führte. Am Folgetag endete die zweite Woche mit einem flachen Abschnitt in Mailand.

Dritte Woche: Abstecher in die Schweiz und Entscheidung in Piancavallo mini|Blick von Piancavallo auf die Po-Ebene Die dritte und letzte Woche wurde in Bellinzona in der Schweiz gestartet, ehe die Etappe mit einer Bergankunft in Carì (1644 m) endete. Zunächst ging es dabei über einen hügligen Rundkurs im Tessin, ehe der 11,7 Kilometer lange Schlussanstieg in Angriff genommen wurde. Dieser wies eine durchschnittliche Steigung von 7,9 % auf. Tags drauf kehrte das Rennen mit einem hügligen Abschnitt zwischen Cassano d’Adda und Andalo nach Italien zurück. Der nachfolgende Abschnitt führte im Alpenvorland nach Pieve di Soligo, wobei kurz vor dem Ziel mit der Muro di Ca’ del Poggio eine kurze steile Rampe passiert werden musste. Auf der 19. Etappe ging es schließlich in die Dolomiten und somit zurück ins Hochgebirge. Mit dem Passo Duran (1601 m), Forcella Staulanza (1766 m), Passo Giau (2233 m) und Passo Valparola (2105 m) mussten dabei mehrere bekannte Pässe überquert werden, ehe sich das Ziel auf der Piani di Pezze (1456 m) befand. Die letzten fünf Kilometer stiegen dabei im Schnitt mit fast 10 % an. Die Entscheidung auf den Gesamtsieg fiel jedoch auf der 20. Etappe, die zwei Mal über Piancavallo (1290 m) führte. Das Wintersportgebiet diente zudem als Bergankunft, wobei der 14,5 Kilometer lange Schlussanstieg eine durchschnittliche Steigung von 7,8 % aufwies. Der letzte Abschnitt führte wie in den vorangegangenen Jahren nach Rom, wo ein 9,5 Kilometer langer Rundkurs acht Mal absolviert werden musste. Dieser führte vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt, ehe die Rundfahrt neben dem Circus Maximus endete.

Rennverlauf Die Grande Partenza in Bulgarien war maßgeblich von mehreren Massenstürzen geprägt. So musste mit Adam Yates (UAE Team Emirates-XRG) einer der Favoriten auf den Gesamtsieg die Rundfahrt bereits im Vorfeld der dritten Etappe frühzeitig beenden. Im Sprint der 1. Etappe setzte sich der Franzose Paul Magnier (Soudal Quick-Step) durch und schlüpfte so als erster Fahrer in die Maglia Rosa. Diese musste er jedoch bereits tags darauf an den Uruguayer Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team) abgeben, der die 2. Etappe gewann. Der Massensprint der 3. Etappe ging neuerlich an Paul Magnier.

Nach einem Transfertag wurde das Rennen in Italien fortgesetzt. Zunächst gewann Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates-XRG) die 4. Etappe im Sprint einer kleinen Gruppe, ehe sein Teamkollege Igor Arrieta den 5. Abschnitt aus einer Ausreißergruppe für sich entschied. An beiden Tagen wechselte der Träger der Maglia Rosa, wobei nach Giulio Ciccone (Lidl-Trek) nun der junge Portugiese Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) die Gesamtwertung anführte. Die 6. Etappe endete mit einem Sprint in Neapel, der von einem Sturz auf dem letzten Kilometer überschattet wurde. Der Italiener Davide Ballerini (XDS Astana Team) kam als einer von wenigen Fahrern nicht zu Sturz und siegte so vor Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step). Die 7. Etappe endete mit der ersten Bergankunft auf dem Blockhaus, wo Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Der Däne gewann den Abschnitt mit einem Vorsprung von 13 Sekunden vor dem Österreicher Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team), während alle weiteren Gesamtklassements-Fahrer mehr als eine Minute verloren. Afonso Eulálio verteidigte dennoch das Rosa Trikot. Nach einer hügligen Etappe in der Region Marken, die erneut an Jhonatan Narváez ging, siegte Jonas Vingegaard vor dem ersten Ruhetag auch bei der zweiten Bergankunft von Corno alle Scale und baute seinen Vorsprung gegenüber Felix Gall auf 35 Sekunden aus. Sein Rückstand auf den weiterhin gesamtführenden Afonso Eulálio betrug zu diesem Zeitpunkt noch 2 Minuten und 24 Sekunden.