Die Ringwallanlage Mühlberg ist eine vorgeschichtliche Ringwallanlage unbekannter Zuordnung westlich der Gemeinde Niederauroff, heute Stadtteil von Idstein im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.
Lage mini|links|Lage der Ringwallanlage zwischen den Orten und benachbarte Befestigungen Die kreisförmige Wallanlage liegt auf dem Mühlberg – der spornartig vom Kesselbach Richtung Westen nach Görsroth, Ortsteil von Hünstetten, und vom Aueroffer Bach nach Osten begrenzt – wie ein Keil nach Norden ausgerichtet ist. Der Übergang zur Hochfläche nach Süden wird Alter Haag genannt. Geografisch liegt die ehemalige befestigte Anlage im Taunus, nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden; genauer im östlichsten Teil des Westlichen Hintertaunus zur Idsteiner Senke im Naturpark Rhein-Taunus.
Die Anlage ist nicht mit der Wallanlage Holdersberg nördlich von Niederauroff zu verwechseln.
Geschichte Die nahezu unbekannte, da stark verschliffene Wallanlage, ist geschichtlich nicht fassbar oder urkundlich erwähnt. Es sind auch keine lokalen Traditionen oder Sagen zur Anlage bekannt. Sie ist als Bodendenkmal „Niederauroff 005“ erfasst.
„Aus dem Inneren der Anlage sind bislang spärliche Keramikreste bekannt, welche unter Vorbehalt eine vorrömische, eisenzeitliche (Latènezeit) Datierung vermuten lassen. Jüngeres Fundmaterial konnte bislang trotz mehrerer Begehungen nicht nachgewiesen werden.“Schriftliche Korrespondenz mit Dr. Dieter Neubauer, Bezirksarchäologe, hessenARCHÄOLOGIE, Landesamt für Denkmalpflege Hessen vom 4. Dezember 2025.
Vor Ort zeichnet sich die Anlage im Gelände kaum noch ab. Ihre Lage und Größe ist jedoch im Lidar deutlich zu erkennen.
Beschreibung Die Ringwallanlage besteht aus einem (eher ungewöhnlichen) sehr kleinen inneren nahezu kreisrunden, knapp 97 Meter langen Ringwall von etwa 30 Meter Durchmesser und 684 Quadratmetern Fläche auf der Kuppe des Berges und einem viel größeren, etwa 515 Meter langen Außenwall mit einem Durchmesser von etwa 155 Metern und einer Fläche von etwa 19.650 Quadratmetern (1,9 Hektar). Damit würde die Wallanlage zu den eher kleinen eisenzeitlichen Befestigungsanlagen zählen. Im Südabschnitt des Außenwalles besteht dieser auf einer Länge von knapp über 100 Metern aus einem Doppelwall zur ungesichertsten Stelle.
Südöstlich zweigt ein etwa 162 m langer Abschnittswall oder Annexwall bogenförmig nach Süden und Westen ab. Er ist heute mittig durch eine Wiesenfläche und einen Pfad, der nach Norden quer durch die Anlage geht, zerstört.
Heutige Nutzung Die Anlage ist als Bodendenkmal ein Kulturdenkmal auf Basis des Hessischen Denkmalschutzgesetzes (HDSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.
Siehe auch Liste vor- und frühgeschichtlicher Wallanlagen in Hessen
Weblinks
Einzelnachweise
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