Die Synagoge in Salzhemmendorf befand sich im Ortsteil Hemmendorf in der Kampstraße 11 und bestand von 1844 bis 1938.
Geschichte Die jüdische Gemeinde in und um Salzhemmendorf ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie war auf mehrere Ortschaften verteilt und umfasste nur wenige Familien. Gottesdienste fanden zunächst in Beträumen der verschiedenen Gemeindeorte statt, ehe 1844 das Haus in der Kampstraße in Salzhemmendorf erworben und zur Synagoge gemacht wurde. Neben einem Betraum waren in dem Haus auch Schulräume und eine Lehrerwohnung untergebracht. Die Synagogengemeinde verschuldete sich für die Etablierung einer gemeinsamen Synagoge erheblich. Die Inneneinrichtung wurde größtenteils aus den vorhandenen Beträumen übernommen.
Obwohl die Gemeinde 1898 noch die größte jüdische Gemeinde des Kreises Hameln war, verkümmerte das Gemeindeleben infolge wirtschaftlicher Probleme und Landflucht zunehmend. Ein Minjan kam aber noch in den 1930er Jahren regelmäßig zustande. In der Zeit des Nationalsozialismus hörte die Gemeinde faktisch auf zu bestehen.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1340-1342
Novemberpogrome 1938 Obwohl die jüdische Gemeinde 1938 bereits nicht mehr aktiv war, wurde das Haus in der Kampstraße 11 von SA- und SS-Männern bei den Novemberpogromen in diesem Jahr demoliert, sie zerschlugen die Fenster und die gesamte Inneneinrichtung. Die Brandlegung wurde nur aufgrund der nahen Nachbarbebauung unterlassen. Die wenigen verbliebenen jüdischen Mitbürger und ihre Geschäfte in Salzhemmendorf und den übrigen Orten der Synagogengemeinde wurden ebenfalls attackiert.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1342-1343
Baubeschreibung Die Synagoge in Salzhemmendorf war ein zweigeschossiger Bau in traditioneller Fachwerkbauweise, wie sie im Weserbergland des 18. und frühen 19. Jahrhunderts weit verbreitet war. Das Gebäude besaß einen rechteckigen Grundriss und ein steiles, breit gelagertes Satteldach, das dem Baukörper ein gedrungenes, kompaktes Erscheinungsbild verlieh.
Die Fassade bestand aus einem tragenden Holzgerüst aus Ständern, Riegeln und Streben, dessen Gefache mit hell verputztem Lehm oder Ziegel ausgefüllt waren. Im Erdgeschoss wurden stärkere Ständer verwendet wurden, während das Obergeschoss etwas überkragte. Der Eingang lag mittig auf der straßenseitigen Langseite und war über eine kleine, steil ansteigende Treppe erreichbar. Die Tür war von einem einfachen Rahmen eingefasst und bildete das Zentrum der Fassadengliederung. Links davon befanden sich jeweils ein Fenster, rechts zwei einfache Fenster, diese asymmetrische Anordnung wiederholte sich auch im Obergeschoss. Das Dach war als Satteldach mit relativ großem Neigungswinkel ausgeführt.
Insgesamt präsentierte sich die Synagoge als traditionelles Wohn- und Funktionsgebäude, dessen religiöse Bestimmung erst aus dem Inneren und der Nutzung hervorging. Der Bau entsprach damit dem typischen Erscheinungsbild vieler ländlicher Synagogen des 19. Jahrhunderts, die meist ohne repräsentative Elemente errichtet wurden und sich bewusst in die örtliche Baukultur einfügten.Die Baubeschreibung basiert auf einer Zeichnung eines Zeitzeugens, vgl. den Eintrag auf juedische-gemeinden.de oder Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1340
Nachkriegszeit und Erinnerung Während die Friedhöfe der Synagogengemeinde nach dem Krieg teils wieder instand gesetzt und mit Gedenksteinen versehen wurden, ist eine sichtbare Erinnerungs- oder Gedenkstätte am Ort der ehemaligen Synagoge bis heute nicht vorhanden.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1343-1344
Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen
Weblinks Salzhemmendorf auf juedische-gemeinden.de Seite zur Gemeinde in Salzhemmendorf Salzhemmendorf Pogrome 1938 Jüdische Gemeinde Salzhemmendorf auf geschichte-hameln.de
Einzelnachweise
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