mini|300px|Haupteingang an der Powsińska-Straße Der Czerniakowski-Friedhof (polnisch Cmentarz Czerniakowski) ist ein katholischer Friedhof im Bezirksstadtteil Sadyba des Warschauer Stadtbezirks Mokotów. Der an der Powsińska-Straße 44/46 gelegene Begräbnisplatz wurde im Jahr 1907 angelegt und verfügt heute über eine Fläche von 2,2 Hektar. Neben der Powsińska-Straße wird er von den Straßen Świętego Bonifacego und Czyżewska begrenzt.

Geschichte Der Name des Friedhofs bezieht sich auf das früher hier gelegene Dorf Czerniaków. Er wurde 1907 von dem Ehepaar Józef (1852–1931) und Józefa (* 1855) Wardecki angelegt.Justyna Szymczyk-Mielniczyn, Cmentarz Czerniakowski: Historia, godziny otwarcia, dojazd i parking, 30. Oktober 2025, Życie Warszawy, (polnisch, abgerufen am 3. Dezember 2025) Die Familie der Wardeckis war seit dem 18. Jahrhundert im Dorf ansässig.Danuta Bekalarek, Wardeccy z Czerniakowa i Siekierek, urzecze.pl (polnisch, abgerufen am 4. Dezember 2025) Sie stifteten das Grundstück, das Teil des Landbesitzes der Familie war. Die feierliche Einweihung des Friedhofs fand durch Bischof Kazimierz Ruszkiewicz (1836–1925) statt. Zum Gedenken an die Stifter und der Einweihung wurde am 11. August 1907 ein Kreuz mit Inschrift auf dem Hauptweg des Friedhofs aufgestellt. Im Laufe der Zeit kam es zu mehreren Erweiterungen des Friedhofsgeländes: 1916, 1945 und 1951. Auf dem Friedhof wurden in den ersten Jahrzehnten vorwiegend Einwohner von Czerniaków begraben; die im angrenzenden Sadyba in der Vorkriegszeit stationierten und mit ihren Familien lebenden Offiziere erhielten dagegen üblicherweise Grabstätten auf dem Powązki-Friedhof oder in ihren Heimatorten.

mini|Mausoleum der Familien Chmielarz und Bareja mini|Grabstätte von Angehörigen des „Oaza“-Bataillons Der Friedhof gehört zu den kleineren Begräbnisplätzen der Hauptstadt, weshalb die Gräber dicht beieinander liegen und es nur wenige Friedhofswege gibt. Neben dem Gründergrab rechts des Einganges sind noch rund ein Dutzend Grabsteine aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts erhalten.Piotr Szymon Łoś, 100-lecie Sadyby: Cmentarz Czerniakowski, 3. November 2023, Radio dla Ciebie, (polnisch, abgerufen am 3. Dezember 2025)

Der Friedhof ist Begräbnisstätte für sechzig während des Warschauer Aufstands gefallene Soldaten des Heimatarmee-Bataillons „Oaza“. Das auffälligste Grab ist das 1927 erbaute Familienmausoleum der Familie Chmielarz. Auf dem Friedhof sind Graf Ludwik Plater-Zyberk (1853–1939) und seine Tochter Elżbieta Mieczysławowa Popowska (1887–1964) bestattet.

Im Jahr 1971 wurde hier auch Edmund Ferdynand Fürst Radziwiłł (1906–1971) beigesetzt. Diese Beerdigung in der Zeit der Volksrepublik Polen war ein vielbeachtetes Ereignis, da Jacqueline Kennedy Onassis, eine Schwägerin des Verstorbenen,Die Schwester von Jacqueline Kennedy Onassis, Lee Radziwill war mit dem Bruder des Verstorbenen, Stanisław Albrecht Radziwiłł (1914–1976), verheiratet teilnahm. Angeblich soll Kennedy Onassis nach der Bestattungszeremonie aufgrund des großen Andrangs von Schaulustigen von ihren Begleitern getrennt worden sein. Sie soll ein nahegelegenes Kartoffelfeld überquert und mithilfe des späteren Schauspielers Zbigniew Buczkowski eine vorbeifahrende, damals noch auf der Powsińska-Straße verkehrende Straßenbahn bestiegen haben; erst an einer Wendehaltestelle konnte sie von Mitarbeitern der US-amerikanischen Botschaft eingeholt werden.Konrad Szczęsny, Polski aktor ocalił Jacqueline Kennedy! Jak do tego doszło?, 13. Juni 2018, viva.pl (polnisch, abgerufen am 3. Dezember 2025)Emily Chick, Lee Radziwiłł, the Sister of Her Sister, 24. Dezember 2014, nach einem Artikel in der Gazeta Wyborcza vom 8. Dezember 2014, Watching America (englisch, abgerufen am 6. Dezember 2025) Der Leichnam Radziwiłłs wurde später exhumiert und auf den Friedhof in Wilanów überführt.

Die Verwaltung des Friedhofs liegt bei der römisch-katholischen St. Bonifatius-Pfarrei.

Gräber bekannter Persönlichkeiten Stanisław Bareja (1929–1987) – Filmregisseur Maria Budzanowska (1930–1988) – Anwältin und Politikerin Teofil Budzanowski (1894–1959) – Pädagoge und Politiker Adam Dobosz (1885–1952) – Opernsänger Feliks Gwiżdż (1885–1952) – Dichter und Politiker Tadeusz Kierczyński (1922–2012) – Volkswirtschaftler und Hochschullehrer an der Szkoła Główna Handlowa w Warszawie Ryszard Kulesza (1929–2008) – polnischer Fußballspieler und Trainer der polnischen Nationalmannschaft

Weblinks

Znani Polacy pochowani na Cmentarzu Czerniakowskim, Sadyba24pl (in Polnisch, abgerufen am 3. Dezember 2025)

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Mokotów Kategorie:Friedhof in Warschau Kategorie:Erbaut in den 1900er Jahren Kategorie:Katholischer Friedhof