mini|Gedenkstätte für Opfer eines Todesmarschs, 2025 Die Gedenkstätte für Opfer eines Todesmarschs ist eine denkmalgeschützte Gedenkstätte im zur Stadt Wolmirstedt gehörenden Dorf Farsleben in Sachsen-Anhalt. Die Opfer stammen aus dem ersten der drei Verlorenen Züge.

Lage Die Gedenkstätte befindet sich auf dem zwischen Seeweg und Hauptstraße gelegenen Kirchhof der Dorfkirche Farsleben, südlich der Kirche, im Ortszentrum von Farsleben. Einige Meter weiter nordöstlich befindet sich das Kriegerdenkmal Farsleben.

Gestaltung und Geschichte mini|Gedenkstein Die Gedenkstätte erinnert an die jüdischen Opfer eines Todesmarschs, der zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus dem KZ Bergen-Belsen per Eisenbahnzug kommend, mit dem Ziel des KZ Theresienstadt, ungeplant am 13. April 1945 in Farsleben endete. Die Wachmannschaft floh, die Menschen wurden u. a. in der Schule von Farsleben versorgt. Das Denkmal wurde in den 1950er Jahren durch die Synagogengemeinde Magdeburg auf einem angelegten Massengrab für 32 verstorbene, jüdische Häftlinge aus Polen, den Niederlanden, Ungarn und Jugoslawien errichtet und besteht aus einer aufrecht stehenden polierten Grabplatte. Deren nach Süden ausgerichtete Vorderseite ist mit einer Inschrift versehen. Im November 1985 wurde die Grabanlage rekonstruiert.Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 10: Holger Brülls, Dorothee Könemann: Ohrekreis. Teilband 2: Altkreis Wolmirstedt. Fliegenkopf Verlag Halle (Saale) 2001, ISBN 3-910147-71-2, Seite 55. Siehe Abschnitt Sachsen-Anhalt, erarbeitet von Beatrix Herlemann, S. 530.

Die Inschrift lautet:

Gedenke! Vergiß nie!

Hier ruhen 32 unbekannte jüdische KZ-Häftlinge, die auf dem Todesmarsch von Bergen-Belsen von den Faschisten ermordet wurden und im April 1945 hier ihre letzte Ruhestätte fanden. mini|Neuere Gedenktafel mini|Befreiung des Zugs bei Farsleben im Jahr 1945 Rechts neben dem Gedenkstein wurde ein weiterer Gedenkstein mit einer daran befestigten Gedenktafel aufgestellt. Die Gedenktafel benennt die bekannt gewordenen Namen von vier der Opfer, während die weiteren 28 Personen weiterhin unbekannt bleiben. Die Inschrift dieser Gedenktafel lautet: HIER RUHEN

ANDREAS KASSOVICZ AUS KOLOZSVAR GEB. 11.11.1901 GEST. 25.04.1945

HERMANN ZWI WEINBERGER GEB.          1893 GEST. 21.04.1945

OSCAR MISRACHI AUS SALONIKI GEB. 01.05.1882 GEST. 19.04.1945

PETER BISCHITZ AUS PAPA GEB. 21.02.1925 GEST. 20.04.1945

GEMEINSAM MIT 28 NAMENLOSEN ERMORDETEN EHEMALIGEN JÜDISCHEN HÄFTLINGEN DES KONZENTRATIONSLAGERS BERGEN-BELSEN, „DENEN SICH DAS TOR ZUR FREIHEIT HIER IN FARSLEBEN AUFTAT, ABER NUR, UM ALS FREIE MENSCHEN DURCH DAS TOR DES TODES ZU GEHEN“. MÖGEN SIE BEI GOTT GEBORGENHEIT FINDEN UND IM GARTEN EDEN IHRE RUHE. MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN BIS ZU IHRER AUFERSTEHUNG AM ENDE DER TAGE. AMEN. Ober- und unterhalb dieser Inschrift befinden sich zwei hebräische Abkürzungen.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Denkmal unter der Erfassungsnummer 094 75086 als Baudenkmal eingetragen.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 556.

Literatur Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 10: Holger Brülls, Dorothee Könemann: Ohrekreis. Teilband 2: Altkreis Wolmirstedt. Fliegenkopf Verlag Halle (Saale) 2001, ISBN 3-910147-71-2, Seite 54 f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Wolmirstedt Kategorie:Kulturdenkmal in Wolmirstedt Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Holocaustgedenkstätte Kategorie:Todesmärsche von KZ-Häftlingen