mini|St. Salvator in Jöhstadt Die evangelische Kirche St. Salvator ist eine im Kern frühbarocke, mehrfach umgebaute Saalkirche in Jöhstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde St. Salvator Jöhstadt im Kirchenbezirk Annaberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. mini|Orgel

Geschichte und Architektur Die große Saalkirche wurde in den Jahren 1675–1677 erbaut. Ein Ausbau erfolgte in den Jahren 1724–1728 und 1850–1852; in der letzteren Bauzeit wurde der Turm errichtet. Restaurierungen wurden in den Jahren 1860–1862 und 1982–1984 vorgenommen.

Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit Dreiachtelschluss und an den Saal angebauten Strebepfeilern. Der über quadratischem Grundriss errichtete Westturm ist im oberen Teil mit abgefasten Ecken gestaltet und wird durch ein Zeltdach mit Laterne und Spitze abgeschlossen.

Der weite, helle Innenraum ist von der Ausstattung in Weiß und Gold bestimmt; er ist flach gedeckt. Die eingeschossigen Emporen an drei Seiten werden von schlanken korinthischen Pfeilern getragen. Unter der Westempore und an der Nordseite sind verglaste Emporen und Betstübchen eingebaut.

Eine Gedenktafel erinnert an den Theologen und Kirchenliederdichter Johann Andreas Cramer, der in dieser Kirche getauft wurde.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein monumentaler, figurenreicher Altaraufbau aus Holz von 9 m Höhe und 6,3 m Breite; er wurde nach einer Stiftung der Brüder Andreas und Christian Meyer von Andreas Petzoldt geschaffen und stammt aus dem Jahr 1676. Die lebensgroßen Freifiguren sind stark bewegt dargestellt. Über einem hohen Sockel erhebt sich eine korinthische Säulenarchitektur; im Hauptfeld ist die Anbetung der Könige dargestellt, seitlich davon Moses und Johannes der Täufer. An dem kräftigen Gebälk sind die Symbole der Evangelisten zu sehen, darüber ein Putten- und Engelsreigen mit Leidenswerkzeugen und Schriftband, in der Mitte eine von Putten gehaltene Kartusche mit Inschrift und Jahreszahl. Im Auszug ist der Salvator zu sehen, seitlich Christus an der Geißelsäule und Christus mit dem Kreuz, als Abschluss eine Gloriole, seitlich zwei Posaunenengel.

Die weiß und golden gefasste Kanzel ist ein Werk aus dem 19. Jahrhundert. Die schlichte Taufe aus Holz stammt aus dem Jahr 1677, die Zinnschale ist mit 1736 bezeichnet. An der Nord- und Südwand befinden sich zwei lebensgroße Kruzifixe, ebenfalls Werke von Andreas Petzoldt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Die Orgel basiert auf einem romantischen Instrument von Christian Friedrich Göthel aus dem Jahr 1861. Ihre 24 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, stehen auf Schleifladen. Die originale, mechanische Spiel- und Registertraktur wurde 1930 entfernt und durch eine elektrische ersetzt. 1935 erfolgten Änderungen an Stimmung und Intonation, wofür etliche Pfeifen gekürzt wurden. Georg Wünning restaurierte und rekonstruierte die stark veränderte Orgel in den Jahren 1994–1996 nahezu vollständig auf den technischen und klanglichen Originalzustand zurück: Er ersetzte die elektrischen Trakturen durch dem Ursprungszustand entsprechende mechanische, baute neue Windladen für das Oberwerk, einen neuen Spielschrank, neue Prospektpfeifen und stellte die Stimmung und Intonation Göthels (unter anderem durch Anlängen der 1935 abgeschnittenen Pfeifen) wieder her. Bei diesen Arbeiten konnte Wünning sich an der Göthel-Orgel der Dorfkirche in Grünlichtenberg orientieren.

Im Jahr 2020 wurde ein neues Geläut aus drei Bronzeglocken eingeweiht. Es ersetzt das vorherige Stahlglockengeläut, welches seinerseits nach der vorangegangenen Ablieferung von Bronzeglocken für Kriegszwecke aufgehängt worden war. Die kleinste Glocke wurde 1948 unbeschädigt in Hamburg aufgefunden und dient seit ihrer Rückführung im gleichen Jahr auf dem örtlichen Friedhof als Begräbnisglocke.Information zur St.-Salvator-Kirche Jöhstadt auf christliche-gemeinden.eu

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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