mini|Das Reich der Burgunden zwischen 443 und 476 n. Chr. mit der Region Sapaudia.

Sapaudia (keltisch „Waldland“) war die spätantike Bezeichnung einer Alpenlandschaft in Gallia Ripariensis südlich des Lacum Lemanus (heutiger Genfersee).Vgl. Zugleich lag die Landschaft aus geopolitischer Sicht im Südosten der spätantiken römischen Provinz Maxima Sequanorum.

Geographie Das südöstliche Gebiet der Provinz Maxima Sequanorum, in der die Sapaudia lag, umfasste das Gebiet von Genf, Hochsavoyen, die Westschweiz und Teile des schweizerischen Mittellandes bis an die Mündung der Aare in den Rhein, vielleicht sogar bis in den Bodenseeraum.Jean-Daniel Morerod, Justin Favrod: Entstehung eines sozialen Raumes (5.–13. Jahrhundert). In: Georg Kreis (Hrsg.): Die Geschichte der Schweiz. Basel 2014, S. 86.

Geologen lokalisieren die antike Sapaudia als Gebiet in der heutigen Schweizer Hochfläche im Norden des größten Alpensees, des antiken Lacus Lemanus (heute der Genfersee),Vgl. und des Lacus Eburodunensis (heute der Neuenburgersee), im Südwesten entlang des Rhodanus (die heutige Rhone)Vgl. bis zur Ain, wo sie einen Sperrriegel am Tor zum Rhodanus-Tal bildete.Vgl. Pierre Duparc: La Sapaudia. In: Comptes rendus de l’Académie des inscriptions et belles-lettres (CRAI). Band 102, Nr. 4, 1958, S. 371–383 (Digitalisat); vgl.

Antike Quellen Der früheste Beleg zur Sapaudia – durch den römischen Historiker Ammianus Marcellinus – ist verderbt überliefertAmmianus Marcellinus 15,11,17. und kann nicht für die Lokalisierung im heutigen Savoyen in Anspruch genommen werden. Weitere Belege sind in der Notitia dignitatum enthalten:Notitia dignitatum occidentis 42,15. etwa praefectus barbaricorum Ebruduni (heute Yverdon-les-Bains am Neuenburgersee) Sapaudiae („Sapaudia“) und tribunus cohortis Flaviae Sapaudi(c)ae Calarone.Notitia dignitatum occidentis 42,179. Vgl.

Geschichte Im Jahr 443 – einige Jahre nach der Niederlage der germanischen BurgundenVgl. ; , hier S. 241. gegen den römischen Heermeister Flavius Aëtius und den mit ihm verbündeten Hunnen im Jahr 436 – ließ AëtiusChronica minor 1, 660, 128. in der Region Sapaudia der Provinz Maxima Sequanorum Reste der besiegten Burgunden als Foederaten (Latein: foederati) ansiedeln.Vgl. Reto Marti: L’installation des Burgondes en Sapaudia. In: H. Gaillard de Semainville (Hrsg.): Les Burgondes. Dijon 1995, S. 129–142 (Digitalisat)

Mit dem Untergang des Weströmischen Reiches gründeten diese Burgunden von ihrem Föderatenreich in der Sapaudia ausgehend ihr neues Burgundenreich an der Rhone.

Die spätantike Provinz Maxima Sequanourum gab es nachweislich bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts. Danach ging dieser spätantike Verwaltungsbereich in der mittelalterlichen Kirchenprovinz Besançon auf.

Literatur

Anmerkungen

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