miniatur|Gerhard Grössing Gerhard Grössing (* 2. Februar 1957 in Wien; † 7. Jänner 2019 in Wien) war ein österreichischer Physiker.
Leben Gerhard Grössing studierte Physik und Mathematik an der Universität Wien und war 1979 bis 1980 Lehrassistent an der Iowa State University und Forschungsassistent für Hochenergiephysik am Ames National Laboratory. Nach seiner Dissertation über Quarkjets an der Universität Wien bei Herbert Pietschmann erlangte er 1983 den Abschluss als Ph.D. Während seiner Postdoktorandenzeit am Wiener Atominstitut prägte er zusammen mit dem späteren Nobelpreisträger Anton Zeilinger den Begriff Quanten-Zellulärer Automat und entwickelte eine frühe Variante einer emergenten Quantentheorie namens „Quantenkybernetik“. 1990 war er Mitbegründer und Direktor des Austrian Institute for Nonlinear Studies (AINS), Wien, seit 1999 Mitglied des Editorial Advisory Board für Cybernetics and Systems sowie seit 2000 Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied der Heinz von Foerster – Gesellschaft.H.v.Förster-Gesellschaft an der Universität Wien. Weiters fungierte er seit 2012 als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Fetzer-Franklin Fund. Während er sein eigenes Forschungsinstitut leitete, arbeitete er auch als technischer Referent des Österreichischen Patentamts in Wien. Er war mit Angelika Krawanja verheiratet.
Werk Seine Forschungsschwerpunkte umfassten die Grundlagen der Quantentheorie und neue Werkzeuge in der Komplexitätsforschung. Frühe Arbeiten, meist zusammen mit Anton Zeilinger, betrafen die neuartige Analyse von Zellulären Automaten auf Quantenniveau. Auf der Basis von Fraktaler Geometrie und Selbstorganisierter Kritikalität entstanden Artikel über „Fraktale Evolution“. Aus frühen Arbeiten zu einem kybernetischen quantenmechanischen Ansatz entstand ein Buch über Quantenkybernetik, weiters entstanden Arbeiten zu Thermodynamik und Quantentheorie.
In den letzten Jahren konzentrierten sich seine Forschungen auf die Entwicklung einer „Emergenten Quantenmechanik“, die eine Art Bohmische Interpretation der Quantenmechanik darstellt, also ontologisch und realistisch. Er organisierte an der Universität Wien 2011 die erste internationale Konferenz, die sich ausschließlich diesem sich rasch entwickelnden Gebiet widmete. Die folgenden drei Konferenzen bis 2017 organisierte er im Zweijahresabstand zusammen mit Jan Walleczek und Unterstützung des Fetzer-Franklin-Funds.
Neben seiner quantenphysikalischen Arbeit interessierte er sich seit jeher für die Bereiche Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft, zu denen er ebenfalls zahlreiche ArtikelGrössing, Gerhard. "Wasser als Vor-Bild zur Naturforschung". Tagungsband Wasser, Schriftenreihe Forum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn, (2000) 69–81. und zwei BücherGrössing, Gerhard. Das Unbewußte in der Physik - Über die objektalen Bedingungen naturwissenschaftlicher Theoriebildung. (1993) Turia + Kant, Wien. ISBN 3-85132-043-3Grössing, Gerhard. Die Information des Subjekts – Paradoxales Umkippen in Zeiten kopernikanischer Wenden. (1997) Turia + Kant, Wien. ISBN 3-85132-139-1. veröffentlichte. Im kunstphilosophischen Bereich war er mit seinen Texten Beitragenden bei Auftritten und Publikationen der Mitglieder des Wiener Kuenstlerkollektivs REM und in der Gruppe um den sogenannten Echoraum des 2023 verstorbenen Kulturmanagers Werner Korn.
Mit dem Echoraum gemeinsam publiziert er zwei Werke:
Heinz von Förster 90 - Bio-Graphie as Pictograhie, A Constructive Epistemiology. Gerhard Grössing, Albert Müller, Werner Korn, Wien 2001, ISBN 3-901941-08-8
Heinz von Förster: The Stanford Lectures. Gerhard Grössing, Albert Müller, Werner Korn, Wien 2005 ISBN 3-901941-28-2https://www.isbn.de/verlag/echoraum?mtype=buecher&autor=Gerhard+Gr%C3%B6ssing
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann