Der Dürener Turnverein 1847 ist ein Sportverein mit 4000 Mitgliedern im Kreis Düren. Der Verein hat eine Entwicklung vom reinen Turnverein zum Mehrspartenverein durchlaufen, er bietet heute Sport in 11 Abteilungen und 2 Unterabteilungen an, außerdem gehören zum Verein ein Schwimmbad mit Liegewiese („Sommerbad“), ein Ferienheim (Heinrich-Contzen-Haus) und ein Bootshaus an der Rurtalsperre. Etwa die Hälfte aller Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Alle Abteilungen bieten sowohl Freizeit- als auch Leistungssport an. Die in der Volleyball-Bundesliga spielende Mannschaft SWD Powervolleys Düren gilt als erste Volleyball-Mannschaft des Dürener Turnvereins, sie ist seit 1999 in eine eigenständige GmbH ausgegliedert.

Geschichte und Vereinsstruktur Der Dürener Turnverein 1847 wurde am 28. Januar 1847 gegründet, als Gründervater gilt der bekannte Industrielle Geheimer Kommerzienrat Heinrich Leopold Schoeller. Schon Ende 1847 wird der Verein Mitglied im Deutschen Turnerbund; er bleibt lange im Wesentlichen ein Turnverein, erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er sich zum Mehrspartenverein, dessen Abteilungen auch verschiedenen Dachverbänden zugeordnet sind. In der langen Geschichte war der Verein immer wieder Keimzelle neuer Vereinigungen, so wurde aus dem Verein heraus 1858 ein Brandcorps (Feuerwehr) gegründet, 1882 trennten sich – meist jüngere – Turner vom Verein und gründeten die mehr leistungsbezogene Dürener Turnerschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg bestand. 1886 trennten sich die Fußballer vom Verein und gründeten einen neuen Verein, der nach verschiedenen Umbenennungen, Fusionen und einer Neugründung heute als Schwarz-Weiß Düren besteht. Bei der Reinlichen Scheidung 1924 entscheidet sich der Verein für die Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft. Im Laufe der Zeit diversifizierte sich der Verein immer mehr und besteht heute aus einer Reihe von Abteilungen, die in ihren sportlichen Aktivitäten mehr oder weniger unabhängig voneinander agieren. Es entstanden neue Abteilungen wie Fechten, Basketball und Badminton, die sich teils vom Verein trennten oder sich zu etablierten Vereinsabteilungen entwickelten.

Schon zwei Jahre nach der Gründung engagierte sich eine Gruppe von Frauen für den Verein durch die Übergabe einer selbst hergestellten Fahne. 1897 wurde die Gründung einer Turnerinnenabteilung beschlossen und deren Satzung erstellt. Allerdings wurde erst 10 Jahre später mit dem Frauenturnen begonnen. Übrigens: Das aktive und passive Wahlrecht erhielten Frauen in Deutschland und in vielen anderen Ländern erst 1918 (siehe Frauenwahlrecht (Deutschland)).

Der Verein besitzt Sportanlagen an der Dr.-Overhues-Allee in Düren, sowie ein Ferienheim und ein Bootshaus an der Rurtalsperre. Diese noch heute vereinseigenen Anlagen wurden in der Zeit von 1934 bis 1936 erbaut oder erworben. 1934 wird in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bau des Heinrich Contzen-Hauses beschlossen, das der Wander-, Ski- und Kanuabteilung einen Kristallisationspunkt bieten soll. Da dieses Haus versehentlich zu weit von der 1934 – 1938 erbauten Rurtalsperre errichtet worden war, wurde 1935 noch ein Bootshaus direkt am See errichtet. Beide Häuser wurden weitgehend in Eigenleistung erbaut. Das Bootshaus musste nach der Aufstockung der Rurtalsperre 1955 – 1959 an einem höher gelegenen Ort erneut gebaut werden. Der Sportplatz an der Dr.-Overhues-Allee wurde 1936 vom Dürener Turnverein gekauft; zu ihm gehörten damals ein Freibad, ein Wald, eine Laufbahn und ein Schießstand. Die derzeit aktuelle Satzung wurde 2007 entwickelt und in der Hauptversammlung genehmigt. Die Satzung überträgt den Abteilungen die Verantwortung für die sportliche Seite, der Hauptvorstand trägt die Verantwortung für den gesamten Verein im rechtlichen Sinne, darüber hinaus ist es seine Aufgabe, die übergeordneten Anlagen wie das Clubhaus, das Sommerbad, das Heinrich-Contzen-Haus und zusammen mit den jeweiligen Abteilungen die entsprechenden Sportanlagen in gutem Zustand zu halten. Er regelt die praktischen Abläufe wie die Mitgliederverwaltung, die Beziehungen zu den Ämtern usw. und bedient sich dazu der hauptamtlich besetzten Geschäftsstelle. Die Abteilungen haben ein eigenes Budget und sind auch den jeweiligen Landessportverbänden zugeordnet.

Die Abteilungsleiter der einzelnen Sportabteilungen bilden zusammen mit dem Hauptvorstand den Sportausschuss, in dem die Abstimmung der Abteilungen untereinander und die mit dem Hauptvorstand erfolgt. Grundsätzliche Entscheidungen wie zum Beispiel Beitragsänderungen sind der Mitgliederversammlung vorbehalten.

Sportstätten mini|Sportzentrum an der Dr. Overhues-Allee Dem Dürener Turnverein gehört ein Sportzentrum an der Dr. Overhues-Allee, das Heinrich Contzen-Haus, ein Selbstversorgerhaus an der Rurtalsperre im Ortsteil Schmidt der Stadt Nideggen.sowie das Adam Bauer-Haus, ein Bootshaus mit Stegen für Segelboote und Boxen für Kanus ebenfalls an der Rurtalsperre.

Das Sportzentrum an der Dürener Dr. Overhues-Allee besteht aus 7 Tennisplätzen, einem Schwimmbad mit Liegewiese, einer Leichtathletikanlage mit Tartanbahn, 6 Beachvolleyball-Plätzen, einem Beachsoccer-Platz, einer Grillhütte und einem Clubhaus mit Gastronomie. mini|Heinrich Contzen Haus Die Beachvolleyball-Plätze und das Heinrich Contzen-Haus können auch von Nicht-Mitgliedern gemietet werden.

Die Hallensportarten nutzen Turnhallen der Stadt oder des Kreises Düren, wobei die Stadt Düren eine Nutzungsgebühr verlangt. Schwimmen und Wasserball finden vornehmlich im 2022 eröffneten städtischen Rurbad statt.

Sportarten

Badminton Die Badminton-Abteilung wurde 2006 aus dem Verein heraus gegründet. Sie ist sowohl im Wettkampfsport als auch im Freizeitsport aktiv. In der Regel nimmt die Badminton-Abteilung mit mehreren Mannschaften am Spielbetrieb des Badminton-Landesverbandes NRW teil. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse, die Abteilung richtet einmal im Jahr ein Hobbyturnier aus.

Fitness Der Kraftraum wurde mit den einschlägigen Geräten im Keller des Clubhauses eingerichtet. Er wird hauptsächlich von den Abteilungen Leichtathletik, Kanu und Segeln, Schwimmen und Volleyball genutzt, es werden aber auch Termine für Jedermann angeboten.

Kanu und Segeln mini|Bootsstege am Rursee (im Winter) Die Geschichte der Kanu- und Segelabteilung hat nach dem Ersten Weltkrieg am Urftsee begonnen. Der Bau der Rurtalsperre Schwammenauel im Zeitraum von 1934 bis 1938 war Anlass, die Heimat der Kanuten an den Rursee zu verlegen. Standort der Abteilung ist ein Bootshaus mit Boxen für Kanus und zwei Stegen für Segelboote unterhalb des Ortsteils Schmidt der Stadt Nideggen.

Die Kanu- und Segelabteilung betreibt Freizeit- und Wettkampfsport hauptsächlich durch eigene Veranstaltungen und Teilnahme an Segelregatten auf dem Rurstausee. Kanufahrten werden nicht nur auf dem Rurstausee durchgeführt, sondern auch auf Flüssen und Seen in Deutschland und dem benachbarten Ausland.

Leichtathletik Die Leichtathletik-Abteilung bietet Training für alle Altersstufen, es wird sowohl Leistungssport als auch Freizeitsport ausgeübt. Ein Schwergewicht des Freizeitsports liegt in den Lauftreffs mit längeren Läufen entlang der Rur oder in Wäldern der Umgebung. Der Leistungssport besteht hauptsächlich in der Teilnahme an vom Verband ausgerichteten Meisterschaften und Sportfesten von Vereinen der näheren und weiteren Umgebung. Die Abteilung hat eine Reihe von Spitzensportlern hervorgebracht. Hier ist Edda Trocha zu nennen, die als Mitglied der SG Düren 99 1973 und 1974 die Deutsche Meisterschaft im Weitsprung gewann.

Aus der Leichtathletikabteilung heraus ist der Peter-und-Paul-Lauf entstanden. Dabei laufen mehr als tausend Teilnehmer auf der Jahnkampfbahn. Für jede absolvierte Runde spenden Sponsoren einen bestimmten Geldbetrag an „Running for Kids“, einer Initiative, die von Peter Borsdorff gegründet wurde. Das Geld wird zur Unterstützung von Kindern mit Behinderung, schwerer Krankheit oder Armut eingesetzt. Dieser jährliche Lauf konnte während der Corona-Pandemie nicht mehr durchgeführt werden und wurde nach der Pandemie nicht wieder aufgenommen.

Die Leichtathletikanlage wird durch den Bau einer Tartanbahn und andere Maßnahmen modernisiert und steht dann auch wieder für die Durchführung von verschiedenen Sportfesten zur Verfügung.

Schwimmen (mit Wasserball) Schwimmen wird beim Dürener Turnverein sowohl als Freizeitsport als auch als Leistungssport ausgeübt. Bis zur Eröffnung des Hallenbades an der Bismarckstraße im Jahre 1958 diente das vereinseigene Sommerbad als Trainings- und Wettkampfstätte, danach dieses Hallenbad und ab 1974 das Hallenbad Jesuitenhof. Seit dem Bau des Rurbades 2022 finden Training und Wettkämpfe dort statt; dieses Bad erfüllt mit einem 50 m-Becken die Anforderungen des Deutschen Schwimm-Verbandes an ein für Meisterschaften taugliches Bad.

Die Abteilung hat eine Reihe von Spitzensportlern hervorgebracht. Hier ist vor allem Ute Hasse zu nennen, die es bis zur Deutschen Meisterin und als Mitglied der SSF Bonn 1905 e.V. zur Silbermedaille mit der 4x100m-Lagenstaffel bei den olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gebracht hat.

Zur Schwimmabteilung gehört auch Wasserball; der ein Teilbereich des Schwimmens ist und dementsprechend national zum Deutschen Schwimm-Verband und international zum Weltschwimmverband (World Aquatics) gehört. Herren- und Jugendmannschaften nehmen am Spielbetrieb des Schwimmverbandes NRW e.V. teil. In früheren Jahren existierte auch eine Damenmannschaft, die sogar an den ersten Deutschen Meisterschaften im Damenwasserball 1982 teilgenommen hat.

Soul of Dance The Soul of Dance Company betreibt Showdance, Jazzdance und Moderndance als Leistungssport und befindet sich seit vielen Jahren an der deutschen Spitze. Die Tänzer gehören verschiedenen Gruppen vom Kids Club bis zu den Adults an; die Gruppen unterscheiden sich also durch Alter und Niveau. Die Tänzer nehmen einzeln oder in verschiedenen Mannschaften an Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften teil, sie haben von diesen Meisterschaften eine Reihe von Titeln mitgebracht. Die Soul of Dance Company wurde 2000 gegründet, sie hat sich 2012 dem Dürener Turnverein angeschlossen.

Außerdem treten verschiedene Gruppen der Soul of Dance Company als Showgruppen bei unterschiedlichen Anlässen wie z. B. dem Stadtfest in Düren auf.

Tennis Die Tennisabteilung des Dürener Turnvereins existierte bereits zwischen den beiden Weltkriegen, sie wurde aber 1965 erneut gegründet. Sie spielt auf 7 Plätzen, die zum vereinseigenen Sportzentrum gehören. Die Tennisabteilung bietet sowohl Freizeit- als auch Wettkampfsport an. Sie nimmt mit ungefähr 20 Mannschaften in verschiedenen Ligen des Tennisverbands Mittelrhein an Punktespielen teil. Vom Verein unabhängige Tennisschulen sind auf der Tennisanlage tätig; sie ermöglichen Anfängern das Tennisspiel zu lernen und Fortgeschrittenen sich zu verbessern.

Bei den jährlich in Düren stattfindenden Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften U 14 finden einige Spiele auf der Anlage des Dürener Turnvereins statt. Diese internationalen Meisterschaften werden von Tennis Europe veranstaltet, das Turnier gehört zur höchsten Kategorie, der Super Category der Tennis Europe Junior Tour.

Tischtennis Die Tischtennisabteilung entstand 1952, als aus dem Dürener Turnverein heraus sich einige junge Dürener zum Tischtennisspiel zusammenfanden. Durch den Anschluss an den Tischtenniskreisverband Düren bekam man die Möglichkeit, an Meisterschaften teilzunehmen.

Die Tischtennisabteilung bietet sowohl Freizeit- als auch Wettkampfsport an. Sie nimmt mit im Durchschnitt 5 Mannschaften in verschiedenen Ligen des Tischtennisverbands Mittelrhein an Punktespielen teil. Höhepunkt des Wettkampfsports waren die dritten Plätze der Schülermannschaft 2008 und 2009 bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften.

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