Heinrich Theodor Frey (* 9. Oktober 1878 in Concordia,Die Stadt Concordia in der Provinz Entre Ríos, Argentinien, wurde am 29. November 1831 durch ein Dekret der Asamblea General in Paraná gegründet. Einige Quellen nennen alternativ den 6. Februar 1832 als offizielles Gründungsdatum, basierend auf dem Dekret zur Errichtung des Ortes an der Stelle des früheren San Antonio del Salto Chico. Argentinien; † 26. Dezember 1957 in Liebefeld bei Bern, heimatberechtigt in Olten) war ein Schweizer Geograph, Kartograph und Verleger.

Frühes Leben Heinrich FreyHeinrich Frey gehörte zum erweiterten Kreis der Posthalterdynastie Frey von Olten, mit Verbindungen zu Gerny und Kümmerly (siehe Felchlin, Maria: Die Frey von Olten - eine "Posthalterdynastie", Oltner Neujahrsblätter 16, 1958, S. 37–45). wurde als jüngstes von vier KindernClotilde Wilhemine (1870–), Julius Frey (1872–1915), Maria Magdalena (1873–1942) in Concordia, in Provinz Entre Ríos, Argentinien geboren. Seine Eltern, Hermann Frey aus Olten und Ida, geborene Gerny,Maria Felchlin: Hermann Kümmerly jun. (1897–1964). In: Oltner Neujahrsblätter 25, 1967, S. 1957, S. 19: […] handelte es sich um eine Tochter des solothurnischen Arztes Dr. Gerny, um eine höchst kluge, begabte und originelle, vielseitige, auch etwas eigenwillige und weitgereiste Frau […] Sie, die aus Argentinien, wohin sie heiratete, aquarellierte Erinnerungen hinterliess, […] Abbildung auf S. 22: Ida Frey-Gerny nach einem Porträt von Fredy Hopf50 Jahre Psychiatrie im Kanton Solothurn – Ein langer Weg in die Zukunft 1860–2010: Der Vater von Ida, Dr. Jakob Gerni, war erster Direktor der Kantonalen Heil- und Versorgungsanstalt Rosegg Solothurn waren dort vorerst auf einem Landgut tätig.Von Graz nach Concordia Sein Vater war zuvor Bezirkslehrer in Olten (1858–1860)StadtA Olten GA-04-12-24-0004, Jahresbericht der Schule von 1906/1907: S. 35: Die zweite Lehrstelle von 1854-1876 […] Mai 1858 - Oktober 1850: Herr Hermann Frei, von Olten, später in Brasilien, † in Bern.Zum hundersten Geburtstag von Dr. Adolf ChristenIn: Für die Heimat : Jurablätter von der Aare zum Rhein, 5, 1943, S. 65: Mit Dankbarkeit gedachte Adolf Christen auch seiner ebenso tüchtigen Lehrer an der Bezirksschule, des Oltners Hermann Frey (später in Argentinien) […]In den «Verwaltungsberichten» des Naturhistorischen Museums Olten, die lange Jahre im Jahresbericht der Bezirksschule erschienen, heisst es in demjenigen von 1879/80

wörtlich unter «Schenkungen», Frey habe «mehrere südamerikanische Tiere» dem Museum vermacht. Genauere Angaben fehlen allerdings.

Zu Heinrich Frey hat es ebenfalls eine Textstelle im Verwaltungsbericht von 1938, wie folgt: «IV. Geologisch-paläontologische Sammlung. …. Besondere Erwähnung verdient eine, durch E. Fischer, vermittelte Zuwendung von Dr. Heinrich Frey, Bern (Oltnerbürger), bestehend aus vier Fossilien der Solnhofener Lithographenkalke. Da die Stufe bisher nur unbedeutend vertreten war, bildet sie eine wertvolle Ergänzung. …». Als sie später das Bedürfnis verspürten, ein mehr geistiges Leben zu führen, erprobten sie ihre pädagogischen Fähigkeiten. Die Beziehungen zu seinem Oltner Schulkameraden Bernhard Hammer, welcher 1875 zum Bundesrat gewählt worden war, bewogen Hermann Frey auf Drängen seiner Verwandten, bald nach Heinrichs Geburt mit der Familie in die Heimat zurückzukehren und in Bern ab 1880 als Kanzlist der Bundeskanzlei an tätig zu werden; Frey verlor seinen Vater 1888 im Alter von zehn Jahren.Oltner Tagblatt, zitiert nach: "Täglicher Anzeiger für Thun und das Berner Oberland", Band 12, Nr. 292, 8. Dezember 1888.

Weiterer Werdegang Frey durchlief in Bern die städtischen Schulen und legte 1897 in die Matura ab. Auf Vermittlung seines Schwagers Hermann Kümmerly (1857–1905)Historisches Lexikon der Schweiz: Hermann Kümmerly arbeitete er 1897/98 in New York,Heinrich Frey kam 1897 in New York an. Ellis Island und andere New York Passagierlisten, 1820–1957, MyHeritage, Online-Datenbank, (abgerufen am 4. Dezember 2025) um einen Einblick in das amerikanische Druckwesen zu gewinnen.

Im Mai 1899 schiffte er nach Buenos Aires ein, um seine Mutter aufzusuchen, welche zu ihrer ältesten Tochter Clotilde Wilhelmine Frey gezogen war. Nach kurzer Tätigkeit im Druckereigewerbe trat er eine HauslehrerstelleGeographica Helvetica. 13, 1958, S. 79 in der Stadt Fray Bentos im Staat Uruguay an. Trotzdem es ihm dort sehr gut gefiel, kehrte er 1901 mit seinen Angehörigen nach Europa zurück. Sein Sohn Heinrich Frey-Huber erinnerte sich in dessen Nekrolog an den lange beibehaltenen familiären Brauch des gemeinsamen Maté-Trinkens – aus Blättern von "Ilex paraguariensis" – zu den Abendmahlzeiten, inklusive der Requisiten Bombilla und Kalabasse.

Ausbildung zum Lehrer In Bern qualifizierte sich Frey an der Hochschule zum Sekundarlehrer sprachlicher Fächer, gestützt auf seine vielseitigen Sprachkenntnisse.

Lehrtätigkeit in Rheinfelden Drei Jahre lang unterrichtete er als Hauptlehrer für moderne Sprachen an der Bezirksschule Rheinfelden, ergänzt durch Unterricht im Kaufmännischen Verein und Vorlesungen an der Universität Basel.Personalverzeichnis 1905/06, Universität AA3, S. 16: Gemäss den Studentenverzeichnissen der Universität hat ein Heinrich Frey von Solothurn, wohnhaft in Rheinfelden vom Sommersemester 1903 bis zum Wintersemester 1905/06 an der Universität Philosophie studiert.

In Rheinfelden lernte er seine Lebensgefährtin Fernande Beck kennen, die er 1907 heiratete und die ihm während eines halben Jahrhunderts treu zur Seite stand.

Im Jahr 1906, ein Jahr nach dem frühen Tod seines Schwagers Hermann Kümmerly, wurde Frey auf Wunsch seines Bruders Julius nach Bern gerufen, um als Mitarbeiter in die Firma Kümmerly + Frey einzutreten. Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit besuchte er Vorlesungen an der Hochschule Bern und promovierte 1909 zum Doktor der Philosophie mit den Fächern Geographie, Französisch und Schweizergeschichte.

Seine von Professor Max Friederichsen betreute Dissertation mit dem Titel „Das Emmental. Versuch einer geographischen Monographie“ wurde 1910 im Band 22 des Jahresberichts der Geographischen Gesellschaft Bern veröffentlicht.

Verlagsleitung Heinrich Frey übernahm 1912 die GeschäftsleitungHistorisches Lexikon der Schweiz: Kümmerly & Frey: 1912 übernahm dessen Bruder Heinrich Frey das Geschäft.Firmengeschichte: 1912 Heinrich Frey übernimmt die Geschäftsleitung des 1887 gegründeten Verlags Kümmerly+Frey, der aus der 1852 von Gottfried Kümmerly in Bern gegründeten Steindruckerei hervorging. Nach dem Tod seines Bruders JuliusHistorisches Lexikon der Schweiz: Julius FreySchweizerisches Handelsamtsblatt, 33, 1915, 129, S. 786: […] ist der Gesellschafter Julius Frey infolge Todes ausgeschieden; an dessen Stelle tritt als Gesellschafterin ein Frau Elsa Frey, geb. Baur […]; als fernerer Gesellschafter tritt ein Dr. Heinrich Frey, […] Namens der Gesellschaft zeichnet einzig der Gesellschafter Dr. Heinrich Frey. am 28. April 1915 leitete er das Unternehmen bis 1931 allein.Historisches Lexikon der Schweiz: Kümmerly & Frey: 1931 folgten sein Cousin Max Frey und Walter Kümmerly.Schweizerisches Handelsamtsblatt, 49, 1931, 22, S. 182: Kümmerly & Frey,[…] erteilt Kollektivprokura […] an: Walter Kümmerly […] und Max Frey. […] Die Zeichnungsberechtigung der Firma wird dahin geordnet, dass der bis dahin einzig zeichnungsberechtigte Gesellschafter Dr. Heinrich Frey nunmehr mit je einem der neu ernannlen Kollektivprokurislen zeichnet. Danach führte er es noch einige Jahre gemeinsam mit seinen Neffen Max Frey und Walter Kümmerly,Schweizerisches Handelsamtsblatt 62, 1944, 106, S. 1036:. Die Verwaltung [der 1944 neu gegründeten Aktiengesellschaft] besteht aus mindestens einem Mitglied, gegenwärtig aus: Walter Kümmerly, von Olten, in Bern, Präsident, und Max Frey, von Olten und Bern, in Bern, Sekretär. Die beiden Verwaltungsratsmitglieder führen Einzelunterschrift. bevor er als wissenschaftlicher Berater und Redaktor zur Verfügung stand.

Unter seiner Leitung bis 1931 expandierte der VerlagAchtzig Jahre Lithographie, Kartographie 1852–1932: [Geographischer Karten-Verlag Bern, Kümmerly & Frey] Jubiläumsausstellung Bern, 23. Juli-24. August 1932 und weitete die Produktion von Schulhand- und Schulwandkarten für die Schweiz und mehrere Kantone erheblich aus und nahm damit eine führende Stellung in der Schweizer Schulkartographie ein. Frey förderte auch die Zeitschrift Der Schweizer GeographDer Schweizer GeographPaul Vosseler: 20 Jahre Schweizer Geograph. In Schweizer Geograph. 1-2,1943.S. 1. (1923–1945), verlegt von Kümmerly+Frey. Diese ging 1946 in der Geographica Helvetica auf.

In der Festschrift zur Jubiläumsausstellung „Achtzig Jahre Lithographie, Kartographie: 1852–1932“ des Geographischen Karten‑Verlags Kümmerly+Frey in Bern wird auf eine im Solothurner Tagblatt und im Oltner Tagblatt abgedruckte Rede von Ständerat Hugo Dietschi verwiesen,Ein Beitrag von H. Dieschi erschien auch in der Zeitung Der Bund, Band 83, Nummer 340, 24. Juli 1932: Kümmerly & Frey 80 jährig in der dieser die Entwicklung des Unternehmens würdigt und insbesondere hervorhebt, dass nach dem Tod Julius Freys dessen Bruder, der Geograph Heinrich Frey (geb. 1878), die Leitung übernahm, der Firma ihren guten Namen bewahrte und sie durch zahlreiche neue Kartenwerke – darunter Schul- und Spezialkarten für verschiedene Kantone sowie geologische Karten – zu weiteren Erfolgen führte.Achtzig Jahre Lithographie, Kartographie : 1852–1932 : [Geographischer Karten-Verlag Bern, Kümmerly & Frey]. 1932.

Kartographische Werke Spätere Eigenarbeiten umfassen die Industriekarte der Schweiz 1:300'000 (1943), die Sprachenkarte der Schweiz 1:500'000 (1949) und Bände der Reihe «Kleine K+F Reihe für Auswanderer und Kaufleute» zu Chile (1948), Argentinien (1950) und Uruguay/Paraguay (1951). Frey veröffentlichte zudem populäre Werke wie "Schweizer-Brevier" und "Welt-Brevier".Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft 138, 1958: Heinrich Theodor Frey – Geograph 1878–1957

Engagements und Spätes Leben Frey war Vorstandsmitglied der Geographischen Gesellschaft Bern (1915–1952), Mitglied der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft (1916–1956), Präsident des Vereins Schweizerischer Lithographiebesitzer (1918–1920) sowie Präsident des Berner Sportklubs Young Boys (1915–1919), dessen Mitbegründer und späteres Ehrenmitglied er war. Sein Nachruf hebt seine vielseitigen Interessen an Musik, Kunst und Reisen hervor; er spielte Streichinstrumente, wirkte im Berner Singverein mit und engagierte sich als Kassier des Vereins Kunsthalle Bern. Später widmete er sich vermehrt wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten.

Nach seinem Tod gedachte man seiner mit einer Trauerminute während des Cup-Achtelfinals YB gegen FC Brunnen (8:0) im Berner Wankdorfstadion am 29. Dezember 1957, indem der Schiedsrichter das Fussballspiel des späteren Cupsiegers unterbrach.Der Bund, Band 108, Nummer 607, 30. Dezember 1957. Young Boys - Brunnen 8 : 0 […] wird für das verstorbene Ehrenmitglied der Young Boys, Dr. Heinrich Frey, eine Trauerminute eingeschaltetDer Bund, Band 104, Nummer 472, 10. Oktober 1953; Dr. phil. Heinrich Frey 75jährig […] Der Jubilar hatte aber auch Interessen auf kulturellem und sportlichem Gebiete. Er war u. a. […] langjähriger Präsident des Berner Sportklubs Young Boys.

Tod Frey starb am 26. Dezember 1957 in Bern-Liebefeld (Gemeinde Köniz). Die Trauerfeier fand am 28. Dezember 1957 in der Kapelle des Krematoriums auf dem Bremgartenfriedhof in Bern statt.Todesanzeige Er hinterliess seine Frau Fernande Frey-Beck, den Sohn Heinrich Frey-Huber, die Tochter Clementine SchwartzeDie Tochter Clemantine war in zweiter Ehe mit dem Pfarrer in Oberschöna Otto Woldemar Schwartze verheiratet, der am 10. September 1942 in Dresden starb.-Frey sowie vier Enkelkinder. Die verwitwete Tochter flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland in die Schweiz und wohnte nach der Wiedereinbürgerung bei ihren Eltern.