Sneha Revanur (* um 2005) ist eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin und Gründerin sowie Präsidentin der Jugendorganisation Encode Justice. Encode Justice mobilisiert junge Menschen weltweit für eine gemeinwohlorientierte Regulierung künstlicher Intelligenz. 2023 wurde sie als jüngste Person in die Liste TIME100 AI aufgenommen.
Leben Revanur wuchs in San José im US-Bundesstaat Kalifornien auf, ihre Eltern sind beide Software-Entwickler. Sie studiert an der Stanford University.
Im Jahr 2020 gründete sie im Alter von 15 Jahren Encode Justice, nachdem sie sich im Bundesstaat Kalifornien gegen den Einsatz eines risikobasierten Algorithmus zur Ersetzung der Kaution durch die Abstimmungsvorlage Proposition 25 engagiert hatte. Das Netzwerk wuchs bis 2023 auf rund 800 Mitglieder in mehr als 30 Ländern und hatte Stand Ende 2024 1.300 Mitglieder.
Wirken In ihrer Arbeit bündelt Revanur Blickwinkel junger Menschen in der KI-Politik und geht Themen wie Desinformation durch Deepfakes, algorithmische Voreingenommenheit und autonome Waffensysteme an. Im Sommer 2023 verfasste sie mit Verbündeten einen offenen Brief an den US-Kongress und das Weiße Haus, welcher die Beteiligung junger Menschen in Aufsichts- und Beratungsgremien zu KI forderte. Kurz darauf nahm sie auf Einladung an einem von Vizepräsidentin Kamala Harris geleiteten Runden Tisch zu KI im Weißen Haus teil. Das Weiße Haus beschrieb das Treffen als Austausch mit Verbraucher-, Arbeits- und Bürgerrechtsorganisationen über Risiken und Schutzmaßnahmen im Bereich KI. Im Jahr 2024 veröffentlichte Encode Justice die Plattform AI 2030 mit fünf Leitlinien und 22 konkreten Zielen, darunter Transparenzpflichten bei politischer Werbung, Datenhoheit sowie Grenzen für autonome Waffensysteme. Zum Unterstützerkreis der Initiative zählen Yoshua Bengio und Audrey Tang. Revanur gilt in der Berichterstattung als eine der herausragenden Stimmen ihrer Generation zur Regulierung von KI und trat mit dieser Agenda im Weißen Haus, in US-Bundesstaaten und in Medienformaten in Erscheinung. In Medienberichten wird sie als „Greta Thunberg der KI“ bezeichnet.
Für ihre Arbeit wurde sie 2023 in die TIME100 AI und im Dezember 2024 in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen. 2025 wurde sie in der Forbes 30 Under 30-Liste vorgestellt.
Einzelnachweise
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