María de Lourdes Lozano-Vilano (eigentlich Lozano Vilano; * 23. September 1955 in Heroica Matamoros, Tamaulipas, Mexiko) ist eine mexikanische Biologin und Ichthyologin an der Universidad Autónoma de Nuevo León (UANL), die sich vorrangig der Systematik, Zoogeographie und dem Schutz der Süßwasserfischfauna in den vom Austrocknen bedrohten Gewässern Nordmexikos widmet. In Zusammenarbeit mit Salvador Contreras-Balderas beschrieb sie zahlreiche, teils bereits ausgestorbene endemische Arten der Gattungen Cyprinodon und Herichthys und leitet als Kuratorin die ichthyologische Sammlung ihrer Fakultät.

Akademischer Werdegang Lozano-Vilanos akademischer Werdegang ist eng mit der Universidad Autónoma de Nuevo León (UANL) verbunden. Sie schloss dort 1978 ihr Grundstudium der Biologie ab. Im Anschluss spezialisierte sie sich auf den Bereich der aquatischen Ökologie und Fischerei und erlangte 1986 an der UANL den Grad eines Master of Science (Maestría en Ciencias). Ihre akademische Ausbildung vervollständigte sie 1991 mit der Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften (Doctorado en Ciencias) an derselben Universität, wobei ihr Fokus auf der aquatischen Ökologie lag.

Seit Abschluss ihrer Ausbildung ist Lozano-Vilano als Forscherin und Dozentin an der Fakultät für Biowissenschaften der UANL tätig. Dort übernahm sie die Leitung des Labors für Ichthyologie und kuratiert die ichthyologische Sammlung, die eine zentrale Rolle für die Erforschung der Fischfauna Nordmexikos spielt. Über viele Jahre arbeitete sie eng mit dem renommierten mexikanischen Ichthyologen Salvador Contreras-Balderas zusammen, dessen Werk sie nach seinem Tod im Jahr 2009 fortführte.

Forschungsschwerpunkte Die wissenschaftliche Arbeit von Lozano-Vilano konzentriert sich primär auf die Biodiversität der Süßwasserfische in den Wüstenregionen Nordostmexikos. Sie hat umfangreiche Feldstudien in isolierten Quellen, Flusssystemen und Oasen durchgeführt, die aufgrund von Wasserentnahme und Klimawandel oft stark bedroht sind. Ihre Forschung umfasst die Teildisziplinen: Taxonomie und Systematik mit der Beschreibung neuer Arten und die Klärung phylogenetischer Beziehungen innerhalb komplexer Artengruppen, insbesondere bei den Familien der Cyprinodontidae und Buntbarsche (Cichlidae), Zoogeographie mit der Analyse der Verbreitungsmuster von Fischarten in Bezug auf historische und ökologische Faktoren, Naturschutz mit der Bewertung des Bedrohungsstatus endemischer Arten, die kurz nach oder bereits während ihrer wissenschaftlichen Beschreibung in freier Wildbahn ausstarben (z. B. Cyprinodon ceciliae).

Erstbeschreibungen María de Lourdes Lozano-Vilano ist Autorin und Co-Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Erstbeschreibungen. Ihre taxonomische Arbeit brachte ein Verständnis zur Artenvielfalt der Gattungen Cyprinodon (Wüstenkärpflinge) und Herichthys beigetragen.

Zu den von ihr erstbeschriebenen Taxa gehören unter anderem: † Cyprinodon ceciliae , 1993: Eine in der Quelle La Morita in Nuevo León endemische Art, die mittlerweile als ausgestorben gilt. † Cyprinodon inmemoriam (La-Trinidad-Wüstenkärpfling) , 1993: Diese Art wurde nur anhand eines einzigen, bereits konservierten Exemplars beschrieben und war zum Zeitpunkt der Beschreibung bereits ausgestorben. Cyprinodon veronicae (Charco-Azul-Wüstenkärpfling) , 1993: Ebenfalls aus Nuevo León stammend und in freier Wildbahn ausgestorben. Cyprinodon bobmilleri , 1999: Benannt zu Ehren des US-amerikanischen Ichthyologen Robert Rush Miller. Herichthys molango , 2013: Eine Buntbarschart aus der Region Hidalgo. Herichthys tepehua , 2015: Beschrieben aus dem Einzugsgebiet der Flüsse Cazones, Tecolutla, Nautla und Misantla.

Im Jahr 2015 war Lozano-Vilano an einer kontrovers diskutierten Revision der Gattung Herichthys beteiligt, in deren Rahmen die neue Gattung Nosferatu ( et al., 2015) aufgestellt wurde. Diese Ausgliederung wurde jedoch in nachfolgenden wissenschaftlichen Arbeiten kritisch hinterfragt und teilweise als Synonym zu Herichthys betrachtet.

Mitgliedschaften und Auszeichnungen Lozano-Vilano ist ein aktives Mitglied der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Mexiko und den USA. Sie ist Mitglied des Sistema Nacional de Investigadores (SNI), dem nationalen Forschersystem Mexikos. Im Jahr 2010 wurde sie zum Fellow der Texas Academy of Science ernannt. Diese Auszeichnung erhielt sie in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste um die Erforschung der Fischfauna im Grenzgebiet und ihre Bemühungen, mexikanische Studierende in den internationalen wissenschaftlichen Austausch einzubinden.

Werke (Auswahl) Lozano-Vilano hat über 114 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht sowie mehrere Buchkapitel verfasst und herausgegeben.

Einzelnachweise , abgerufen am 1. Dezember 2025. , abgerufen am 1. Dezember 2025. , abgerufen am 1. Dezember 2025. , abgerufen am 1. Dezember 2025. , abgerufen am 1. Dezember 2025. , abgerufen am 1. Dezember 2025.

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