#ZusammenGegenCorona war eine gesellschaftliche Initiative in Deutschland im Dezember 2021. Ziel war es, die Impfbereitschaft in der Bevölkerung während der COVID-19-Pandemie durch eine positive und breit angelegte Kommunikationsaktion zu erhöhen. Dabei veränderten über 1.000 Unternehmen und Marken temporär ihre bekannten Werbeslogans in Impfaufrufe, die sie auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichten.

Hintergrund

Die Kampagne wurde vor dem Hintergrund einer stagnierenden Impfquote und einer zunehmend polarisierten öffentlichen Debatte über die COVID-19-Schutzimpfung in Deutschland initiiert. Ziel der ehrenamtlich engagierten Initiatoren war es, der gesellschaftlichen Anspannung eine positive, verbindende Botschaft entgegenzusetzen und die Reichweite von Unternehmen für einen gesellschaftlichen Zweck sowie für das Gemeinwohl zu mobilisieren.

Konzept und Ablauf

Das Konzept sah vor, dass Unternehmen ihre Markenslogans in Impfaufrufe umwandeln. Beispiele waren „Dann geh doch zum Impfen“ (Netto Marken-Discount), „Freude am Impfen“ (BMW), „Impfen – what else“ (Nespresso) oder „Impfen … Finde ich gut“ (Otto).

Die umgewandelten Claims wurden am 7. Dezember 2021 koordiniert unter dem Hashtag #ZusammenGegenCorona auf den Social-Media-Kanälen der teilnehmenden Unternehmen veröffentlicht, um eine hohe virale Reichweite zu erzielen. Initiator der Idee war Sven Dörrenbächer, der die Aktion mit seiner Berliner Werbeagentur Antoni und Partnern pro bono umsetzte.

Beteiligung und Aufmerksamkeit

An der Initiative beteiligten sich über 1.000 Unternehmen aus verschiedensten Branchen, darunter Konzerne wie Volkswagen, Mercedes-Benz, Lufthansa, Deutsche Bahn, McDonald’s, Burger King und Edeka. Die Aktion erzeugte eine breite mediale Aufmerksamkeit in Medien wie Spiegel, Stern, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Handelsblatt, SAT1 und Pro7 sowie ZDF. Der damalige designierte Bundeskanzler Olaf Scholz lobte sie als ein „herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative“.

Die Kampagne wurde mit mehreren bedeutenden Preisen der Kommunikationsbranche ausgezeichnet, darunter dem Goldenen Effie (Preis) und Goldenen Nägeln des Art Directors Club (ADC).

Die Kampagne erzielte eine hohe öffentliche Wahrnehmung. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio hatten 53 Prozent der Befragten die Aktion wahrgenommen. 73 Prozent aller Befragten schätzten die gesellschaftliche Akzeptanz als „eher gut“ bis „sehr gut“ ein. Eine unmittelbare kausale Wirkung auf die Steigerung der Impfbereitschaft wurde im Rahmen der Studie nicht gemessen.

Fortführung der Idee

Die Grundidee wurde zur Bundestagswahl 2025 erneut für die gesellschaftliche Aktion #ZusammenFürDemokratie aufgegriffen. Ziel der pro-bono-Initiative war es, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, das Bewusstsein für die Bedeutung demokratischer Wahlen zu schärfen und für demokratische Werte zu werben. Über 7.000 Postings von Unternehmen, Führungskräften und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens veröffentlichten die in Wahlaufrufe umgewandelten Markenslogans auf ihren Social-Media-Kanälen. Zu den Unterstützern zählten unter anderem die Deutsche Bank, Bayer AG, Otto, Astra (Bier), Nespresso, Porsche und Mercedes-Benz. Laut einer repräsentativen Appinio-Umfrage zur Aktion gaben neun Prozent der Nichtwähler an, dass dieser Aufruf ihre Meinung zur Ablehnung der Stimmabgabe ändert.

Einzelnachweise

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