mini|Ruth Eleonora López Alfaro (2024) Ruth Eleonora López Alfaro (* 27. September 1977 in San Salvador) ist eine salvadorianische Juristin und Menschenrechtlerin, die als Leiterin der Einheit für Antikorruption und Justiz der Organisation Cristosal bekannt wurde. Sie erlangte insbesondere durch juristische Schritte und Recherchen zu mutmaßlicher Korruption in der Regierung von Präsident Nayib Bukele Bekanntheit. Im Jahr 2024 wurde López in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen. Im Mai 2025 wurde sie inhaftiert und befindet sich seit Juni 2025 in Untersuchungshaft.
Leben López arbeitet als Rechtsanwältin in El Salvador und leitet bei der Menschenrechtsorganisation Cristosal die Einheit für Antikorruption und Justiz. Seit 2021 brachte sie als Leiterin ihrer Einheit zahlreiche Anzeigen und Hinweise gegen mutmaßliche Korruptionsfälle der Regierung ein; nach Zählung ihrer Organisation waren es mindestens 15 Fälle. In ihrer anwaltlichen Praxis vertrat sie auch abgeschobene Personen, darunter aus Venezuela, die unter der US-Regierung Trump nach El Salvador verbracht wurden. Sie gehörte zu den Anwältinnen, welche den Fall von 140 aus den Vereinigten Staaten nach El Salvador abgeschobenen Personen juristisch begleiten.
Inhaftierung Am späten Abend des 18. Mai 2025 wurde López in El Salvador festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft begründete die Maßnahme mit dem Verdacht der Veruntreuung im Zusammenhang mit einer früheren Tätigkeit beim Obersten Wahlgericht (TSE). Das Investigativmedium El Faro berichtete zunächst, es seien bei der Festnahme keine Beweise präsentiert worden und Familie sowie das Anwaltsteam hätten den Aufenthaltsort der Festgenommenen zunächst nicht bestätigt erhalten. UN-Sonderberichterstatter forderten am 30. Mai 2025 rechtsstaatliche Garantien und Schutz für López und warnten vor einem erzwungenen kurzzeitigen Verschwindenlassen. Am 4. Juni 2025 ordnete ein Gericht Untersuchungshaft gegen López an; sie bezeichnete die Vorwürfe als politisch motiviert. Laut lokalen Medien wurde die Dauer der Untersuchungshaft auf sechs Monate festgelegt. Im Kontext einer sich verschärfenden Repressionswelle gegen Zivilgesellschaft und Medien setzte Cristosal im Juli 2025 seine Arbeit in El Salvador aus und evakuierte Personal; als letzte in El Salvador verblieb López, die seit Mai inhaftiert war. Die Festnahme wird als weiterer Schlag des Bukele-Regimes gegen die Zivilgesellschaft bewertet. Bis zum September 2026 gab es weder eine Anklage noch einen Termin für die Eröffnung eines Verfahrens. Erst nach mehr als einjähriger Haft konnte sie nach Intervention durch die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte erstmals Besuch von ihrer Schwester Claudia bekommen. Diese berichtete von einem schlechten Gesundheitszustand von López.
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