mini|Diakonat, 2025 Das Diakonat ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt.

Lage Das Gebäude befindet sich im Zentrum der Altstadt der Lutherstadt Wittenberg auf der Südseite der Jüdenstraße, an der Adresse Jüdenstraße 36, 37.

Architektur und Geschichte Das barocke dreigeschossige Gebäude entstand im Jahr 1716 als symmetrisch ausgeführtes Doppelhaus mit einem gemeinsamen zweiachsigen Mittelrisalit. Der von einem Dreiecksgiebel bekrönte Risalit war ursprünglich von Lisenen gerahmt. In den beiden Achsen des Risalits befinden sich im Erdgeschoss die Hauseingangstüren. An der Fassade befindet sich eine lateinische Bauinschrift. Bemerkenswert sind die üppig mit Schnitzereien verzierten Hauseingangstüren. Bedeckt ist der Bau mit einem beide Bauteile umfassenden Mansarddach.

Im Inneren des Hauses bestehen diverse noch bauzeitliche Elemente.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Gebäude als Wohnhaus unter der Erfassungsnummer 094 35929 als Baudenkmal verzeichnet.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 4420

Das Gebäude, ursprünglich als Wohn- und Amtssitz für den Diakon (zweiten Pfarrer) der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg erbaut, wird weiterhin von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland genutzt. So befindet sich im Haus das Gemeindebüro der Stadtkirchengemeinde sowie die Superintendentur des Kirchenkreises Wittenberg.

Inschrift mini|Inschrift am Gebäude, 2011 mini|Gedenktafel für Heinrich Carl A. Stein an der Nummer 37 Die mittig an der Erdgeschossfassade angebrachte lateinische Inschrift lautet:

DEO TER OPTIMO MAXIMO BINA HAEC MINISTRORUM ECCLESTICORUM DOMICILIA SUB REGIMINE DN (=Domini Nostri) FRIDERICI AUGUSTI POLONI REGIS ET ELECT. SAXONIAE PASTORE AC SUPERINTENDENTE GENERALI CASPARE LOESCHERO THEO. DOCT. ET PROF. PUBL. CONSULE REGENTE IOHANNE ERICO OSTERMANNE I V CAND (=Iuris Utriusque Candidato?) ET SENATUS URBANI SENIORE SUMPTIBUS AERARII SACRI CURANTE EIUSDEM PRAEFECTO GODOFREDO ZIMMERMANNO SENATORE AC BIBLIOPOLA EX FUNDA MENTIS RESTITUTA SUNT ANNO CHRISTI MDCCXVI

(Auf : Für den dreimal besten und größten Gott wurden diese beiden Wohnstätten der kirchlichen Amtsträger unter der Herrschaft unseres Herrn Friedrich August, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, unter dem Pastor und Generalsuperintendenten Caspar Löscher, Doktor der Theologie und öffentlicher Professor, unter dem regierenden Bürgermeister Johann Erich Ostermann, Kandidat beider Rechte und Senior des Stadtrates, aus Mitteln des Kirchen-Ärars unter der Aufsicht dessen Vorstehers Gottfried Zimmermann, Ratsherr und Buchhändler, von Grund auf erneuert im Jahre Christi 1716.)

An der Fassade der Nummer 37 befindet sich eine an den Kirchenmusiker und Komponisten Heinrich Carl A. Stein erinnernde Gedenktafel.

Literatur Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 11: Mario Titze: Landkreis Wittenberg, Altkreis Wittenberg und Gräfenhainichen. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2002, ISBN 3-935590-56-3, Seite 142 f.

Weblinks

Eintrag in architektur-blicklicht.de alte Fotos des Hauses im Bildindex für Kunst und Architektur

Einzelnachweise

Diakonat Diakonat Diakonat Kategorie:Pfarrhaus in Sachsen-Anhalt Kategorie:Wohngebäude im Landkreis Wittenberg Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Wittenberg Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut 1716