Dongmyeong-ri () ist ein Ri auf der südkoreanischen Insel Jejudo.

Geografie Dongmyeong-ri liegt an der nördlichen Küste der Vulkaninsel Jejudo am Gelben Meer. Der Küstenanschluss ist auf etwa 200 Meter beschränkt und liegt vollständig hinter einem künstlichen Wellenbrecher über den die Hallimhaean-ro führt. Die Gemeinde zieht sich in einem über 5 km langen Band von Nordwest nach Südost ins Landesinnere. Der breiteste Punkt in der Nordost/Südwest-Ausdehnung ist weniger als 2 km lang. Der Munsucheon entspringt an der Grenze zu Myeongwol-ri und folgt dieser für 2,7 km von Osten nach Westen. Danach fließt er für 200 Meter durch Myeongwol-ri und mündet in den Ongpocheon. Dieser wiederum führt weiter in Richtung Norden und verzweigt sich in zwei Ströme, die 500 Meter weiter wieder zusammenfließen. Der östlichere Strom wurde künstlich geschaffen, um Kultur- und Naturerbe am Ufer des nun westlichen Flussbetts vor Starkregen zu schützen. Inmitten der dadurch entstandenen Flussinsel beginnt die Grenze zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri. Sie führt für 800 Meter entlang des Onpocheon in Richtung Norden, wobei zu Beginn ein kleines Gebiet von Dongmyeong-ri auf der Flussinsel liegt und ein nahezu identisches Gebiet gleich darauf auf der rechten Flussseite, das zu Myeongwol-ri gehört. Weiter im Norden führt der Ongpocheon für 850 Meter entlang der Grenze zu Ongpo-ri. Die Mündung liegt jedoch vollständig auf dem Gebiet von Ongpo-ri, gleich neben dem Küstenabschnitt von Dongmyeong-ri. Ein unbenannter, künstlich angelegter Seitenarm des Ongpocheon entwässert das Küstengebiet von Dongmyeong-ri und führt 1,4 km lang von Osten nach Westen. Der Ongpocheon wird von Quellwasser gespiesen, wodurch er im Gegensatz zu vielen Flüssen auf Jejudo nahezu immer wasserführend ist. Über 70 % des Gemeindegebiets ist Ackerland.

Früher gab es in Dongmyeong-ri viele Quellen. Die Mundumul wird auch heute noch zum Waschen und Baden verwendet, auch wenn die Wasserqualität abgenommen hat. Eine weitere noch immer zugängliche Quelle ist Gaemyeongmul.

Der Ort liegt in der Provinz Jeju und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Jeju-si. Es ist Teil der Eup Hallim-eup und grenzt an die Dörfer Hallim-ri (Norden), Ongpo-ri (Osten), Myeongwol-ri (Osten und Süden), Geumak-ri (Süden) und Sangdae-ri (Osten). Das Ri besteht aus einem administrativen Gebiet (Dongmyeong-ri) mit 11 Ban. Folgende historische Ortsbezeichnungen sind amtlich erfasst: Jingeun-dong, Nammun-dong, Hancheon-dong, Munsu-dong und Jungang-dong.

Namensherkunft Das heutige Dongmyeong-ri war früher ein Teil von Myeongwol-ri und das Gebiet wurde bereits vor der Trennung „Dong Myeongwol“ () genannt. Der Name „Myeongwol“ ist vermutlich auf die Redewendung „cheongpung-myeongwol“ () zurückzuführen. Sie wird genutzt, um schöne Landschaften zu bezeichnen.

Geschichte Bei mehreren archäologischen Ausgrabungen wurden diverse frühzeitliche Funde in Dongmyeong-ri gemacht. Dabei wurden altsteinzeitliche Werkzeuge gefunden, die zu den wichtigsten paläolithischen Funden auf Jejudo gehören. Etwa einen Kilometer von der Küste entfernt wurden bei Ausgrabungen 1986, 2001 und 2004 Siedlungsspuren entdeckt, die in die späte Bronzezeit bis frühe Eisenzeit datiert werden. So wurden neben Steinwerkzeugen auch Überreste von Grubenhäusern und Pfostenlöchern sowie Keramik, die teils im bronzezeitlichen Stil und teils in eisenzeitlichem Stil ist.

Das Gebiet wurde früher auch Suryucheonchon () genannt, was als „Dorf der fließenden Wasser“ oder „Dorf an fließenden Wassern“ übersetzt werden kann und auf den Wasserreichtum hinweist.

Während der Sambyeolcho-Rebellion landeten 1270 Truppen der koreanischen Rebellen im Hafen Myeongwolpo, der im heutigen Ongpo-ri liegt und besiegten die Truppen von Goryeo auf Jeju. Auch die von Goryeo daraufhin entsandten Truppen gingen dort an Land. 1300 wurde Myeongwol-ri zum lokalen Zentrum des neu gegründeten Myeongwol-hyeon. Auch Truppen zur Unterdrückung der Mokjo-Rebellion landeten 1374 im Myeongwolpo. Erst 1510 entstand jedoch eine Festung, die den strategisch wichtigen Punkt sicherte. Dies diente zum Schutz vor japanischen Landungen, da japanische Schiffe Biyangdo bereits als Ankerplatz nutzten. Im Jahr 1592 wurde die Holzfestung zu einer Steinfestung ausgebaut. Im Jahr 1976 wurden die Überreste der Festung, die auf dem Grenzgebiet zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri stehen, in die Denkmalliste von Jeju-do eingetragen. Heute stehen nur noch einige Überreste der Mauer. Insbesondere im Nordwesten wurde ein Teil der Mauer für den Bau eines Wellenbrechers in den 1960er-Jahren abgetragen. Ein etwa 260 Meter Stück der südlichen Mauer wurde mitsamt einem der vier Tore rekonstruiert. Der hölzerne Wachturm auf dem Tor entspricht jedoch nicht dem historischen Aussehen.

Der Tempel Wolgyojeongsa wurde 1545 zur Unterrichtung lokaler Kinder in Dongmyeong-ri neben der Myeongwolseong errichtet. An dessen ehemaligem Standort entstand 1831 die private Schule Uhakdang, die 1846 aber bereits wieder geschlossen wurde. 1914 entstand die Seodang Bomyeonguisuk, die 1921 zur privaten Grundschule Guu wurde und 1934 nach Hallim-ri verlegt. Daraus entstand die heutige Grundschule Hallim.

Bis 1861 war Dongmyeong-ri ein Teil von Myeongwol-ri.

Infrastruktur Verkehr Die Provinzstraße 1132, die bis 2006 als Nationalstraße 12 bezeichnet wurde, durchquert das nördliche Gebiet von Dongmyeong-ri von Nordosten nach Südwesten. Sie kommt dabei aus Hallim-ri und führt nach Myeongwol-ri und kurz darauf nach Ongpo-ri. Im Norden beginnt die Provinzstraße 1116 im Zentrum von Hallim-ri und führt danach für 500 Meter entlang der Grenze zu Dongmyeong-ri, bis sie ins Gemeindegebiet eintritt. Sie geht von der nördlichsten Grenze von Dongmyeong-ri bis fast ganz in den Süden. Dabei kreuzt sie zuerst die Provinzstraße 1132 und später trifft die Provinzstraße 1136, die bis 2006 die Nationalstraße 16 war, aus Sangdae-ri orthogonal auf die Provinzstraße 1116. Beide Straßen führen auf derselben Strecke weiter in Richtung Süden. Dabei folgen sie der Grenze zwischen Sangdae-ri und Dongmyeong-ri für etwa 400 Meter. Die Provinzstraße 1116 führt weiter bis an die Südküste, während die Provinzstraße 1136 in Geumak-ri nach Westen abbiegt. Die Provinzstraße 1120 beginnt bei einer Abzweigung der Provinzstraße 1116, während letztere an der Grenze Hallim-ri/Dongmyeong-ri entlang führt, und geht durch das nördliche Dongmyeong-ri nach Südwesten in eine Kreuzung mit der Provinzstraße 1132. Dabei durchquert die Straße die Überreste und die rekonstruierte südliche Mauer der Myeongwolseong. Nach der Kreuzung führt die Straße für etwa 650 Meter entlang der Grenze zu Myeongwol-ri bevor sie ebenda hin führt.

Mehrere Buslinien bedienen Haltestellen entlang der Provinzstraßen.

Der Batdamgil () ist ein Rundweg in Dongmyeong-ri, der entlang der im Ort häufigen Trockensteinmauern () führt und an kulturellen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Wirtschaft Die Landwirtschaft dominiert die Wirtschaft Dongmyeong-ris und über 70 % der Fläche wird dafür verwendet. Es wird Obst und Gemüse angepflanzt. Darunter Knoblauch, Paprika, Frühlingszwiebeln, Gerste, Kohl und Süßkartoffeln.

Am Ongpocheon befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage Hallim, die weite Teile des nordwestlichen Jejus mit Frischwasser versorgt.

Das Kraftwerk Hallim befindet sich in Dongmyeong-ri und hat eine maximale Produktionskapazität von 105 Megawatt. Es wird mit Flüssigerdgas betrieben.

Religion Nördlich der Myeongwolseong befinden sich mehrere buddhistische Tempel. Der Geungnaksa wurde 1934 als Ableger des Baegyangsa des Jogye-Ordens gegründet. Der Hwangnyongsa wurde vom Taego-Orden im Januar 1953 fertiggestellt und entstand aus dem in Sangdae-ri während des Jeju-Aufstands aufgegebenen Gwangnyongsa. Der Cheonbulsawon (), das Hauptquartier einer kleinen buddhistischen Sekte, befindet sich ebenfalls an dieser Stelle.

Bei Munsu-dong ist ein Tempel aus der Goryeo-Dynastie überliefert, dessen Standort jedoch nicht mehr bekannt ist. Während des Jeju-Aufstands wurde ein 1933 gegründeter Tempel der buddhistischen Sekte Suungyo aufgegeben, von Regierungstruppen vollständig zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut. Seine Ruinen werden heute mit Überresten des Goryeo-Tempels verwechselt.

Öffentliche Einrichtungen Die einzige Feuerwache der Hallim-eup befindet sich in Dongmyeong-ri.

Bildung Mittelschule Hallim.

Bevölkerungsentwicklung +JahrBewohnerHaushalteQuelle200691733320231514729202415217282025 (Oktober)1516733

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Jeju-do)