mini|Torpedoboot 11 versenkt das osmanische Panzerschiff Feth-i Bülend mini|Ein Torpedoboot der 11-Klasse im Hafen von Thessaloniki nach der Umrüstung
Torpedoboot 11 bis Torpedoboot 16, auch Torpilovolo 11 bis Torpilovolo 16 (), waren Torpedoboote der 11-Klasse der griechischen Königlichen Marine. Die Bezeichnung V-Torpedoboote rührt daher, dass die Boote bei der AG Vulcan in Stettin gebaut wurden.
Geschichte Die deutsche Kaiserliche Marine hatte bei der AG Vulcan in Stettin 16 V-Torpedoboote bestellt. Nachdem man 10 fertiggestellt hatte, wurde der Bau des 11. nach kurzer Zeit abgebrochen, da man wegen verspäteter Ablieferung den Auftrag stornierte. Stattdessen begann man mit der Konstruktion von 6 Einheiten von Torpedobooten für die griechische Marine, die alle 1885 fertiggestellt wurden.Georg von Marées (Hrsg.): Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine, Band 64, Berlin 1887, S. 219 (Digitalisat) Die griechischen Boote waren größer als die deutschen und waren auch mit einer stärkeren Verbunddampfmaschine ausgestattet. Wie bei den deutschen V-Torpedobooten war der Schornstein nach Backbord versetzt.
1905 wurden alle Einheiten bis auf Torpedoboot 13, das 1900 zerstört wurde, bei der Werft John McDowall and Barbour in Piräus umgerüstet. Sie erhielten einen zweiten Dampfkessel und einen zweiten Schornstein. Durch die erhöhte Dampfleistung erhöhte sich die Geschwindigkeit der Boote von 18 auf 25 kn. Als Bewaffnung erhielten sie ein weiteres drehbares Torpedorohr und eine 37-mm-Hotchkiss-Kanone. 1920 wurde Torpedoboot 11 als letzte Einheit außer Dienst gestellt.
Einheiten Name Indienststellung Geschichte Torpedoboot 11 1885 Das Boot nahm am Türkisch-Griechischen Krieg teil. Während der Balkankriege gelangte das Torpedoboot 11 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Nikolaos Votsis am trotz eines Seeminenfeldes in den Hafen Thessaloniki und torpedierte das dort vor Anker liegende osmanische Panzerschiff Feth-i Bülend. Zwei der drei abgefeuerten Torpedos trafen das Schiff, das daraufhin sank. Der Schiffsimam und sechs weitere Besatzungsmitglieder wurden getötet. Torpedoboot 11 konnten den Hafen unbehelligt wieder verlassen.Bernd_Langensiepen, Güleryüz, Ahmet: The Ottoman Steam Navy 1828–1923. Naval Institute Press, 1995, ISBN 1-55750-659-0, S. 19–20 Das unbewaffnete Schiff diente zu dieser Zeit als Wohnschiff. Trotzdem wurde das waghalsige Unternehmen als Heldentat gefeiert.18 ΟΚΤΩΒΡΙΟΥ 1912 bei imerologionmakednon.blogspot.com Bei stürmischer See lief das Boot am vor Limnos im Golf von Moudros auf Grund und sank. Es wurde wieder gehoben und in ein Wasserboot umgebaut. 1920 wurde es außer Dienst gestellt und abgewrackt. ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-11 bei hellasarmy.gr Torpedoboot 12 1885 Das Boot nahm am Türkisch-Griechischen Krieg und an den Balkankriegen teil. Weitere Einsätze sind nicht bekannt. 1919 wurde es außer Dienst gestellt.ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-12 bei hellasarmy.gr Torpedoboot 13 1885 Das Boot nahm am Türkisch-Griechischen Krieg teil. Am wurde es in der Straße von Salamis bei einer Kesselexplosion zerstört. Hierbei kamen der Kommandant Kapitänleutnant A. Christomanos und 8 Besatzungsmitglieder ums Leben.ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-13 bei hellasarmy.gr Torpedoboot 14 1885 Im Türkisch-Griechischen Krieg brachte es zusammen mit dem Dampfschiff Pineios Anfang Mai 1897 das osmanische Transportschiff Georgios, das Soldaten und Munition transportierte, auf und beschlagnahmte es. Während der Balkankriege versenkte es am unter Kapitänleutnant P. Argyropoulos und seinem ersten Offizier Leutnant zur See Chr. Konialis in der Bucht von Ayvalık mit einem Torpedo das osmanische Kanonenboot Trabzon.Bernd_Langensiepen, Güleryüz, Ahmet: Osmali Donanmasi 1828–1923. Denizler Kitabevi, Istanbul 2010, ISBN 978-9944-264-02-0, S. 164 Nach anderer Quelle wurde am das osmanische Kanonenboot der Taşköprü-Klasse Seddülbahir versenkt.HNS NF 11-1885 bei oceania.pbworks.comTAŞKÖPRÜ gunboats (1908) bei navypedia.org 1919 wurde es außer Dienst gestellt.ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-14 bei hellasarmy.gr Torpedoboot 15 1885 Das Boot nahm am Türkisch-Griechischen Krieg und an den Balkankriegen teil. Weitere Einsätze sind nicht bekannt. 1919 wurde es außer Dienst gestellt.ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-15 bei hellasarmy.gr Torpedoboot 16 1885 Während des Türkisch-Griechischen Kriegs am nahm es zusammen mit Torpedoboot 14 und dem Dampfschiff Alpheios an der Landungsmission bei Skala Leptokaria teil. Hierbei starb der Kommandant des Torpedoboots 16 Oberleutnant zur See Anthos E. Antoniadis. Er war der einzige Marineoffizier, der während dieses Krieges fiel. 1919 wurde es außer Dienst gestellt.ΤΟΡΠΙΛΛΟΒΟΛΟ-16 bei hellasarmy.gr
Literatur Erich Gröner / Dieter Jung / Martin Maass / Peter Arndt: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1915. Band 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote. Bernard & Graefe, Bonn 1999, ISBN 3-7637-4801-6, S. 33+34. K. Paisi-Paradeli: Τα ΠΛΟΙΑ του ΠΟΛΕΜΙΚΟΥ ΝΑΥΤΙΚΟΥ 1829–1999, ISBN 960-86501-1-9, S. 153–154
Weblinks
τύπου V bei hellasarmy.gr Τορπιλοβόλο-11 bei hellenicaworld.com Τορπιλοβόλο-12 bei hellenicaworld.com Τορπιλοβόλο-13 bei hellenicaworld.com Τορπιλοβόλο-14 bei hellenicaworld.com Τορπιλοβόλο-15 bei hellenicaworld.com Τορπιλοβόλο-16 bei hellenicaworld.com TORPILOVOLO 11 torpedo boats (1885) bei navypedia.org
Einzelnachweise
Kategorie:Torpedobootklasse Kategorie:Militärschiffsklasse (Griechenland) Kategorie:AG Vulcan Stettin