mini|Saleh Kamrani Saleh Kamrani (; * 31. Dezember 1972 in Ahar, Provinz Ost-Aserbaidschan, Iran) ist ein iranisch-schwedischer Jurist und Menschenrechtsaktivist aserbaidschanischer Abstammung. Aufgrund seiner Aktivitäten wird er von den iranischen Sicherheitsdiensten verfolgt und ist ständigen Drohungen ausgesetzt.

Biographie Nach dem Abitur begann Kamrani das Jurastudium an der Universität Schiras. Während seines Studiums organisierte er Kurse in aserbaidschanischer Sprache und Literatur im Studentenwohnheim der Universität, wo er auch später seinen Masterabschluss erwarb.

Nach dem Militärdienst kehrte Kamrani erneut an die Universität Schiras zurück und beteiligte sich an der Gründung der sogenannten „Studentenvereinigung für Turksprachen“. Gleichzeitig war er Chefredakteur der aserbaidschanischsprachigen Zeitung Savalan. Später unterstützte Kamrani eine Reihe von aserbaidschanischen Aktivisten, die aufgrund ihrer politischen oder kulturellen Aktivitäten inhaftiert worden waren, darunter Abbas Lisani, Ibrahim Savalan, Saleh Molla Abbasi und viele weitere, die er unter anderem als Anwalt vor Gericht vertrat.

Kamrani erhielt wegen seiner Aktivitäten wiederholt Drohungen und wurde von den iranischen Sicherheitsbehörden verfolgt. Im Jahr 2005 reiste er mit seinem Bruder Maharam Kamrani – dem Gründer der aserbaidschanischsprachigen Studentenzeitungen „Baxış“ (Blick) und „Oyanış“ (Erwachen) – nach Urmia, um einen weiteren Aktivisten vor Gericht zu verteidigen. In der Nacht stürmten iranische Sicherheitskräfte ihr Haus und nahmen beide fest. Obwohl sie einige Tage später freigelassen wurden, wurde Maharam Kamrani anschließend erneut inhaftiert.

Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste von Iran-Aserbaidschanern im Zuge des „Kakerlaken-Cartoon-Skandals“ im Jahr 2006, bei dem Dutzende von Demonstranten getötet wurden, gründete Kamrani das Komitee zum Schutz nationaler Rechte und begann, Interviews mit verschiedenen internationalen Fernseh- und Radiosendern zu geben. Am 14. Juni 2006 wurde er auf dem Heimweg von Teheran von iranischen Geheimdienstorganen entführt. Über seinen genauen Aufenthaltsort herrschte mehrere Tage Ungewissheit, bis bekannt wurde, dass er im Evin-Gefängnis, der berüchtigtsten Haftanstalt Irans festgehalten und misshandelt wurde.

Kamrani kam 2007 frei, wurde jedoch am 18. August desselben Jahres erneut festgenommen und zu einem Jahr Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung sah er sich weiterhin Verfolgung und Drohungen ausgesetzt, weshalb er nach Schweden fliehen musste. Dort begann er ab 2010, internationale Medien als unabhängiger Experte zu beraten und Interviews zu geben. Er gründete die Zentralpartei Aserbaidschans (Azerbaijan Central Party) sowie den mehrsprachigen TV-Sender AnT TV (AzNews.tv) im Jahr 2019, um Aufklärungsarbeit unter Iran-Aserbaidschanern zu fördern.

Einzelnachweise

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