mini|Grafische Veranschaulichung des Beaneschen Problems: An jedem Punkt soll die Subtangente den gleichen Wert haben. Florimond de Beaune, auch Debeaune, (* 7. Oktober 1601 in Blois; † 18. August 1652 in Blois) war ein französischer Mathematiker.

Beaune wurde in eine wohlhabende adlige Familie geboren. Nachdem er in jüngeren Jahren beim Militär gewesen war, kaufte er sich später eine Ratsstelle beim königlichen Gericht seiner Vaterstadt.

Beaune war ein Amateur-Mathematiker, der zur Géométrie von René Descartes eine Reihe von Anmerkungen verfasst hat, die später von Frans van Schooten unter dem Titel Notae breves in seine lateinische Ausgabe der Géométrie aufgenommen worden sind. Auch Descartes selbst schätzte seine Arbeit (die Beaune Descartes 1639 über Mersenne zukommen ließ) sehr und stellte sie sogar noch höher als die Parabelquadratur von Archimedes.

Bekannter ist de Beaune durch die so genannte Beaunesche Aufgabe, die in Descartes’ Briefen 1639 erwähnt wirdDer anfängliche Briefwechsel datiert auch von 1638, ist aber verschollen. Das ursprüngliche Manuskript mit dem Aufruf zur Lösung des Problems vom Spätsommer 1638 ist ebenfalls verschollen, aber eine Abhandlung von de Beaune an Roberval von 1638 enthält das Problem.: Gefragt ist nach einer Kurve, deren Subtangenten einen konstanten Wert C haben (siehe Abbildung). Es handelt sich um die erste nachweisliche Formulierung eines „inversen Tangentenproblems“ (Bestimmung einer krummen Linie aus einer Eigenschaft ihrer Tangente). Trotz Bemühungen von DescartesChristoph Scriba Zur Lösung des 2. Debeauneschen Problems durch Descartes, Archive Hist. Exact Sciences, Band 1, 1961, S. 406–419. Insgesamt waren es vier Aufgaben, die aber nur unvollständig überliefert wurden. und Fermat blieb dieses Problem (dessen Lösung die Exponentialfunktion ist) fast 50 Jahre lang ungelöst. Leibniz gab 1684 in den Acta Eruditorum mittels des Logarithmus eine Lösung an.Ernst Hairer, Gerhard Wanner: Analysis in historischer Entwicklung. 1. Auflage, Springer-Verlag, ISBN 3-642-13766-0, S. 26–27. Mit Hilfe der Integralrechnung konnte Johann I Bernoulli 1693 einen weiteren Lösungsweg angeben. Auch Beaune selbst versuchte sich (vergeblich) an einer Lösung.

Beaune heiratete 1621 seine erste Frau Philiberte Anne Pelluis, die bereits 1622 verstarb. 1623 heiratete er seine zweite Frau Marguerite du Lot, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte.

Weblinks

Florimond de Beaune im Galileo Project (englisch)

Literatur

Adrien Thibaut: Florimond de Beaune. In: Bulletin de la Sociéte des sciences et lettres du Loir-et-cher. Band IV, Nr. 6, 1896, S. 13–29. Pierre Costabel: Debeaune, Florimond. In: Dictionary of Scientific Biography. Band 3, New York 1971, S. 614–616.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Mathematiker (17. Jahrhundert) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1601 Kategorie:Gestorben 1652 Kategorie:Mann