Gerda Martha Hammer-Wallburg (* 8. März 1919 als Gerda Wallburg in Danzig; † 23. März 1995 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Filmregisseurin und Puppenspielerin.

Leben und Werk Gerda Wallburg wurde 1919 in Danzig geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Schneiderin. 1939 heiratete sie Thomas Zückler und bekam in den folgenden Jahren drei Kinder. 1945 war sie an der Thomas Bühne, einem Berliner Puppentheater tätig, Später arbeitete sie am Puppenspielstudio Berlin. 1948 wurde ihre Ehe geschieden, sie behielt aber den Namen Gerda Zückler bei.

1950 gewann Erich Hammer sie für seine neugegründete Puppenbühne Die Nußknacker. Als er die Möglichkeit erhielt, bei der DEFA seinen ersten Handpuppenfilm unter dem Titel Knirps und der Fischräuber (1954) zu inszenieren, nahm er sie in seinen Drehstab. 1955 heirateten sie und wechselten mit seinem Bruder Werner Hammer an das neugegründete DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden. Dort etablierte sich Gerda Zückler-Hammer im Handpuppen-Stab zur gefragten Puppenspielerin und trat 1956 mit Das Mittagessen im Hofe zum ersten Mal als Regisseurin in Erscheinung.Schenk, Scholze, 1996, S. 227, 394, 398 (kurze Auszüge), mit Angaben zu ihren ersten Filmen, zunächst als Gerda Zückler, ab 1956 als Gerda Zückler-Hammer, ab etwa 1960 nannte sie sich Gerda Hammer-Wallburg

Als künstlerisch gelungenstes Werk der Filmemacherin kann Der größte Esel (1960) gewertet werden. Jörg Herrmann würdigte den in Spanien spielenden, halbstündigen Film retrospektiv mit den Worten: „Nie zuvor und auch nicht mehr danach wurde ein Puppenspiel so filmisch umgesetzt.“ Gerda Hammer-Wallburg erhielt jedoch in erster Linie Kritik für ihren Film. Sie drehte Der größte Esel mit viel Aufwand sowie Fantasie und überschritt die Produktionskosten dabei deutlich. Zudem sah sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, nicht für Kinder zu inszenieren. Jörg Herrmann vermutete, dass sich die Regisseurin die Kritik sehr zu Herzen nahm und sie daher mit ihren drei folgenden Filmen nicht mehr an die früheren künstlerischen Ambitionen anknüpfen konnte. „Es bleibt abgefilmtes Figurenspiel ohne künstlerische Verfremdung“, so Herrmann.

1962 beendete Gerda Hammer-Wallburg ihre filmische Laufbahn und hörte gänzlich mit dem Puppenspiel auf. Ihre Ehe mit Erich Hammer war inzwischen zerbrochen. Im Sachsenwerk Niedersedlitz ließ sie sich zur Kranführerin ausbilden und arbeitete anschließend in dem Betrieb.

Filmografie (Auswahl) 1954: Till Eulenspiegel und der Bäcker von Braunschweig (Puppenspiel) 1955: Das Gespenst im Dorf (Puppenspiel) 1956: Fuchs bleibt Fuchs (Puppenspiel) 1956: Das Mittagessen im Hofe (Regie) 1956: Der kluge Bauer (Puppenspiel) 1956: Bimbo (Puppenspiel) 1957: Wenn der Regenmann schläft (Puppenspiel) 1957: Die Wette (Puppenspiel) 1957: Bauplatz – Spielen verboten (Puppenspiel) 1959: Der Geisterbeschwörer (Regie) 1960: Der größte Esel (Regie) 1960: Galavorstellung (Puppenspiel) 1961: Hans Urian holt Brot (Regie) 1961: Jochen Schlendrian (Regie) 1962: Geburtstagsspuk (Regie)

Literatur Ralf Schenk, Sabine Scholze (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2003, ISBN 978-3-929470-27-7. Jörg Herrmann: Gerda Hammer-Wallburg – Mit dem Esel zum Erfolg. In: Ralf Schenk, Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 141–146.

Weblinks

Gerda Hammer-Wallburg in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung

Einzelnachweise

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