Boat People ist ein österreichischer Kurzfilm des Regisseurs Paul Meschuh aus dem Jahr 2016. Der fiktionale Film thematisiert die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und wurde auf nationalen und internationalen Filmfestivals aufgeführt, unter anderem im Wettbewerb des Filmfestivals Max Ophüls Preis und der Diagonale.
Handlung
Auf seiner Flucht von Somalia nach Europa rettet sich der schiffbrüchige Moussa mit letzter Kraft auf die Segeljacht von Hannes und Gerlinde, einem frisch verliebten Paar, das gerade seinen ersten gemeinsamen Turn genießt.
Als einziger Überlebender einer nächtlichen Schiffstragödie bittet Moussa die beiden um Mithilfe für seine Flucht nach Europa, in das er illegal einreisen will, um dort angeblich nach einer gesicherteren Existenz für sich und seine Familie suchen zu können. Dies löst bei den Bootsbesitzern ein Tauziehen zwischen Misstrauen, Angst und dem Wunsch zu helfen aus.
Ein politisches Drama zweier aneinander scheiternder Welten innerhalb einer gespaltenen globalen Gesellschaft.
Produktion und Hintergrund Der Film wurde von der Grazer Gesellschaft Art-Media Filmproduktion hergestellt. Regie führte Paul Meschuh, der auch das Drehbuch verfasste. Das Projekt setzt sich kritisch mit der europäischen Grenzpolitik auseinander.
Auszeichnungen & Rezeption Der Film feierte seine Uraufführung auf dem 37. Filmfestivals Max Ophüls Preis und wurde danach auch auf verschiedenen nationalen und internationalen Festivals weltweit präsentiert.
Zu den europäischen Stationen zählten das International Short Film Festival in Drama (Griechenland), das Sedicicorto International Film Festival (Italien), das La Guarimba International Film Festival (Italien) sowie das Unabhängige Filmfest Osnabrück.
Über Europa hinaus wurde der Film beim Zanzibar International Film Festival (Tansania), dem Veterans Film Festival (Australien) sowie in den USA beim Indy Film Fest und dem Portland Film Festival aufgeführt.
Auszeichnungen
Red Rock Film Festival (2016): Auszeichnung für das Best Screenplay in a Fiction Short. Revolution Me Film Festival (2016): Auszeichnung Best Cinematography.
Akademische Rezeption Über die filmische Auswertung hinaus erfuhr der Film eine Rezeption in der Forschung. Er wird als Fallstudie in den Kultur- und Sozialwissenschaften herangezogen, um Migrationsnarrative zu analysieren. So dient er beispielsweise in Publikationen im Umfeld der Universität Münster und der Universität Graz zur Illustration philosophischer Konzepte wie Jacques Derridas „Hostipitality“ im Kontext der europäischen Migrationskrise.
Weblinks Offizielle Website der Produktion
Einzelnachweise
Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Filmtitel 2016 Kategorie:Flüchtlingsthematik im Film Kategorie:Verkehrsgeschichte (Mittelmeer) Kategorie:Migration (Afrika) Kategorie:Schifffahrt (Afrika)