AeroGauge ist ein futuristisches Rennspiel aus dem Jahr 1997, das von Locomotive entwickelt und von ASCII Entertainment für das Nintendo 64 veröffentlicht wurde.
In AeroGauge tritt der Spieler in Anti-Gravitation-Fahrzeugen auf komplexen, kurvenreichen Strecken gegen andere Fahrer an. Konzeptionell ähnelt es Wipeout und Extreme-G; der Hauptunterschied besteht darin, dass die Fahrzeuge im Spiel fliegen anstatt schweben.
AeroGauge erhielt mittelmäßige Kritiken, wobei insbesondere die fehlende Abwechslung, das exzessive Pop-up, das Fehlen von Waffen und Power-ups sowie der übermäßig hohe Schwierigkeitsgrad bemängelt wurden.
Gameplay
AeroGauge ist ein futuristisches Rennspiel im Stil der Wipeout-, F-Zero- sowie Extreme-G-Serien, wobei der einzige größere Unterschied darin besteht, dass die Rennen in Fluggeräten ausgetragen werden; die Rennfahrer fliegen in futuristischen Aero Machines auf Strecken, die aus überhöhten Kurven, Brücken, Hügeln, spiralförmigen Tunneln und alternativen Routen bestehen. Es gibt vier Modi (einen Grand Prix mit vier Rennen, ein einzelnes Match, ein Zeitfahren und einen Zwei-Spieler-Modus), die auf sechs wählbaren Strecken gespielt werden können, von denen vier bereits freigeschaltet sind und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen. Alle sind auf drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielbar, die nur die Geschwindigkeit der Fahrzeuge bestimmen. In Grand Prix und im Einzelmatch fährt der Spieler gegen sieben Computergegner.
AeroGauge bietet zehn Fluggeräte, von denen fünf von Anfang an verfügbar sind. Jedes der Fahrzeuge wird nach Geschwindigkeit, Beschleunigung, Schutzschild und Wendigkeit bewertet. Ein N64-Controller kann ebenfalls als Fahrzeug genutzt werden, muss jedoch freigeschaltet werden. Eine Aero Machine kann ihre Position vom Boden aus verändern, was alternative Routen auf unterschiedlichen Bodenniveaus ermöglicht. Das Fluggerät verfügt auch über eine Schadensanzeige, die bei Kollisionen mit Felsen und Wänden ansteigt. Der Schaden kann jedoch auf jedem Kurs in einer Boxengasse wieder reduziert werden. Zu großer Schaden führt zum Ende des Rennens. Die Aero Machines haben Klappen, um auch durch enge Kurven fliegen zu können. Zusätzlich kann der Spieler Turbo-Boosts aktivieren, was jedoch nur beim Herauskommen aus Kurven sowie beim Start möglich ist.
Entwicklung
AeroGauge wurde auf der Nintendo Space World sowie auf der Tokyo Game Show im Jahr 1997 präsentiert. Der Veröffentlichungstermin des Spiels in Nordamerika war ursprünglich für Februar 1998 festgelegt, wurde aber aufgrund von Herstellungsproblemen auf den 2. April und einen Tag später auf Mai 1998 verschoben.
In Deutschland erfolgte der Vertrieb durch Konami.
Rezeption
AeroGauge wurde mit gemischten Kritiken aufgenommen. Das Spiel erreichte auf der Review-Aggregator-Website GameRankings basierend auf 12 Bewertungen 58 %.
Zu den Hauptkritikpunkten zählten das extreme Pop-up, das Fehlen von Waffen und Power-ups, die begrenzte Streckenvielfalt und der übermäßig hohe Schwierigkeitsgrad, mit einer Steuerung, die es selbst bei grundlegenden Manövern schwierig macht, sie zu meistern, und KI-Gegnern, die so fehlerfrei fahren, dass bereits ein einziger Fehler dem Spieler jede Siegeschance kostet. Kraig Kujawa von Electronic Gaming Monthly sagte, das Pop-up sei "stellenweise so extrem, dass es einen durcheinander bringen kann, indem Dinge zu ungünstigen Zeiten vor einem auftauchen. Das trägt zu der Frustration in einem Spiel bei, das ohnehin nicht allzu viel Spaß macht."
GamePro bemerkte: „Aero Gauge sieht auf den ersten Blick beeindruckend aus, bietet rasend schnelle Hovercraft-Rennen im 3D-Raum, intensive Zwei-Spieler-Split-Screen-Kämpfe und Strecken voller aufregender Loopings und Tunnel, die an den Arcade-Klassiker Stun Runner erinnern. Leider begrenzen die spärlichen Funktionen des Spiels (eine magere Auswahl an Fahrzeugen und Strecken und keine Waffen) und die ernsten Draw-in-Probleme schnell den Spaß.“
Das vernichtende Urteil der Redaktion von 64 Power mündet in der Gesamtwertung von 47 % und dem Fazit: „fehlerhafte Programmierung, fehlender Spielspaß – Ab in den Müll!“
Die N-Zone bewertete AeroGauge mit 69 % als ein „grafisch beeindruckendes Rennen“, das kurzzeitig ansprechend sei, jedoch unter spielerischen Mängeln leidet. Obwohl die Strecken abwechslungsreich gestaltet sind, setzen sie „kaum fahrerisches Können voraus“, da sie leicht zu meistern sind. Die größte Schwäche liegt im unfairen Vorteil der Computergegner, deren „nicht nachvollziehbarer Blitzstart“ die Motivation schnell senkt und die fehlende Dauermotivation begründet.
Kujawa und GamePro sowie Joe Fielder von GameSpot kritisierten auch die Musik als kompositorisch langweilig und klanglich aufdringlich. Fielder sagte, sie habe einen „blechernen, Old-School-Münzspielhallen-Sound, wie bei einer alten Ninja Gaiden-Maschine, und enthält vielleicht die aufdringlichsten Melodien diesseits von Midways San Francisco Rush für das N64.“
Die zeitgenössische Fachpresse sah AeroGauge fast einstimmig hinter dem etablierten Genre-Vertreter Extreme-G. Next Generation argumentierte jedoch, dass das Spiel „möglicherweise nicht mit der Geschwindigkeit, der Mehrspieler-Action und der Streckenvielfalt des kommenden F-Zero X (oder auch Extreme-G) mithalten kann, aber in Anbetracht dessen, dass es Nintendos Cyber-Racer um mehr als sechs Monate voraus ist, sollte es Rennspielfans gut über die Zeit helfen.“ Im Gegensatz dazu kamen GameSpot und GamePro beide zu dem Schluss, dass N64-Besitzer bei Extreme-G als Übergangstitel für futuristische Rennspiele bleiben sollten, wobei GameSpot AeroGauge als „einfach ein alles in allem ziemlich langweiliges Erlebnis“ beschrieb. Auch MAN!AC bewertete AeroGauge als „Faden 'Extreme G'-Clone ohne Geballer“ und vergab lediglich 52 % in der Gesamtwertung.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Computerspiel 1997 Kategorie:Rennspiel Kategorie:Nintendo-64-Spiel