Joachim „Achim“ Steffens (* 24. Juli 1950 in Leipzig) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Als Spieler war er in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse, bei der BSG Chemie Böhlen und der TSG Chemie Markkleeberg aktiv. Als Trainer war er bei mitteldeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem 1. FC Magdeburg oder dem FC Carl Zeiss Jena tätig.

Spielerkarriere Steffens begann das Fußballspielen mit neun Jahren beim damaligen SC Lok Leipzig. Nach der Zusammenführung der Fußballsektionen von Rotation und des SC Lok Leipzig im Sommer 1963 wechselte er in den Nachwuchsbereich der BSG Chemie Leipzig und erlebte als Nachwuchsspieler hautnah die Meisterschaft der Chemiker in der Saison 1963/64 mit. Im Herbst 1969 trat Steffens seinen Grundwehrdienst bei der NVA an, den er am Standort Weißenfels ableistete. Bei der dortigen ASG Vorwärts Weißenfels konnte er weiterhin Fußball spielen und übernahm nach eigenen Angaben auch schon erste Trainertätigkeiten. Im Frühjahr 1971 beendete Steffens den Grundwehrdienst und kam noch zu fünf Einsätzen bei der II. Mannschaft von Chemie Leipzig in der DDR-Liga, bei denen er ein Tor schoss. Durch den Abstieg der I. Mannschaft aus der Oberliga musste die Zweitvertretung allerdings in die Bezirksliga absteigen. Daraufhin wechselte Steffens zum DDR-Liga-Vertreter BSG Chemie Böhlen.

Die Randleipziger waren 1966 erstmals in die zweithöchste Spielklasse, die DDR-Liga, aufgestiegen, konnten aber die Klasse nicht halten. Nach einer Saison in der Bezirksliga konnten sich die Böhlener, nicht zuletzt auch durch einen Trägerbetriebswechsel dauerhaft in der Liga etablieren. Steffens entwickelte sich neben Spielern wie Zanirato, Kunath, Zerbe oder Havenstein in der Folge zunächst zu einer Stammkraft im Mittelfeld und Angriff. Nach zwei Spielzeiten mit Mittelfeldplätzen klopfte die Mannschaft unter Trainer Dieter Sommer und dem umtriebigen FIFA-Schiedsrichter und Fußballfunktionär Günter Männig als Staffelsieger erstmals an die DDR-Oberliga an. In der Aufstiegsrunde reichte es allerdings gegen Mannschaften wie den HFC Chemie, die ASG Vorwärts Stralsund oder den 1. FC Union Berlin nicht für den Aufstieg. Nachdem in der Folgesaison 1974/75 die Böhlener nur einen fünften Platz erreichten, löste Wolfgang Müller Dieter Sommer als Trainer ab. Unter dem neuen Trainer hatte aber Steffens nicht mehr die besten Karten. Als mit Eberhard Köditz und Manfred Zaspel zur Saison 1976/77 noch zwei Offensivspieler vom 1. FC Lok Leipzig nach Böhlen wechselten, blieb für Steffens nur noch ein Platz in der zweiten Böhlener Vertretung, die in der Leipziger Bezirksliga spielte. Bei der I. Mannschaft hingegen nahm die Aufstiegshoffnung mehr und mehr Formen an. Souverän gewannen die Randleipziger ihre Ligastaffel und beendeten die Aufstiegsrunde zur Oberliga als Erster. Höhepunkt waren dabei die beiden Siege gegen den Lokalrivalen Chemie Leipzig. Das Abenteuer Oberliga fand jedoch ohne Steffens statt. Nach eigener Aussage erhielt er, bedingt durch seinen Vater, der in der Bundesrepublik lebte, keine Spielgenehmigung für die höchste Spielklasse in der DDR. Damit war das Kapitel Böhlen für den Spieler Steffens beendet. Insgesamt hatte er für Chemie Böhlen 59 von 128 möglichen Ligaspielen absolviert.

Steffens schloss sich daraufhin der aufstrebenden TSG Chemie Markkleeberg um den oberligaerfahrenen Wilfried Erler an, die just im gleichen Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga Leipzig schaffte und damit auf gleichem Niveau wie die Zweitvertretungen von Chemie Leipzig und Chemie Böhlen spielte. In der spielstarken dritthöchsten Spielklasse, wo man zeitweise gegen ligaerfahrene Mannschaften wie Motor Altenburg, Stahl Nordwest Leipzig oder die TSG MAB Schkeuditz spielte, brauchte die TSG einige Spielzeiten, um sich an das Niveau zu gewöhnen. Bereits 1978/79 spielte die Mannschaft um den Staffelsieg mit, in der Saison 1981/82 gelang dann der Aufstieg in die DDR-Liga. Dies war vor allem dem umtriebigen Trainer Karl Bühler zu verdanken, der durch seine Beziehungen und sein Netzwerk professionelle Bedingungen in Markkleeberg schuf. So bekam Steffens nach eigener Aussage einen Teile seiner Entlohnung vertragsgemäß in D-Mark, die Mannschaft spielte in Trikots westeuropäischer Anbieter. Für die Markkleeberger absolvierte er zirka 250 Pflichtspieleinsätze und gehörte zu den Stammkräften in der Bezirksliga. Just zum Ende der Aufstiegssaison erlitt Steffens einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch. So gehörte er zwar offiziell noch zum Kader der Ligamannschaft, er absolvierte aber kein Ligaspiel für die Markkleeberger. Letztlich leitete die Verletzung Steffens Karriereende als Spieler ein.

Trainerkarriere Anfänge in der DDR Im Sommer 1983 erhielt der genesene Steffens das Angebot, die gerade in die Bezirksklasse aufgestiegene II. Mannschaft der TSG Markkleeberg als Trainer zu übernehmen. Gleich in der ersten Saison als Trainer gelang ihm dabei mit seiner Mannschaft der Durchmarsch als Staffelsieger in die drittklassige Bezirksliga. In der Saison 1984/85 erreichte der Neuling unter 18 Mannschaften einen guten achten Platz. Auf diesen Erfolg wurde man auch in Böhlen aufmerksam. Trainer Hans Welwarsky, ein Mitstreiter aus gemeinsamen Böhlener Zeiten, lotste Steffens wieder an die Jahnbaude, wo er für zwei Spielzeiten die zweite Vertretung der BSG Chemie trainierte, die ebenfalls in der Leipziger Bezirksliga spielte. In der Ligasaison 1987/88 trainierte Steffens weiterhin die II., wirkte aber zusätzlich als Assistenztrainer der ersten Böhlener Vertretung unter Trainer Olaf Keller. Als die Böhlener zur Winterpause mit Platz 14 nur zwei Plätze von den Abstiegsrängen entfernt waren, wurde Keller von der BSG-Leitung von seinen Aufgaben entbunden und Steffens übernahm als Cheftrainer die Mission, den Abstieg zu verhindern. Dies gelang ihm mit Platz 13 dann auch. Zur Folgesaison rückte Steffens jedoch wieder ins zweite Glied als Assistenztrainer, da die Böhlener Gerd Struppert als neuen Trainer verpflichteten, der die Mannschaft schon in der Saison 1981/82 trainiert hatte. Zwar hatten die Böhlener diesmal mit dem Abstieg nichts zu tun, aber zur Folgesaison 1989/90 sollte nun Cheftrainer Frank Engel die Rückkehr in die DDR-Oberliga schaffen. Dafür konnten die Randleipziger mit dem Ex-Nationalspieler Frank Baum nach Dieter Kühn den zweiten bekannten ehemaligen Spieler von Lok Leipzig an die Jahnbaude holen. In der turbulenten Wendesaison drückten die Böhlener der Ligastaffel B ihren Stempel auf. Allerdings folgte Cheftrainer Engel zum Jahresende 1989 den Verlockungen des südkoreanischen Werksklubs Daewoo Royals, so dass Steffens zu Jahresbeginn 1990 als Cheftrainer die Böhlener Mannschaft führte. Am Ende belegte die Mannschaft mit Spielern wie Frank Baum, Dieter Kühn, Uwe Ferl, Jörg Kirsten oder dem jungen Jens Härtel souverän den ersten Platz in der Ligastaffel B und war somit für die nächste, noch vereinbarte Oberligasaison teilnahmeberechtigt. Eine Oberligamannschaft zu führen traute man Steffens von Seiten der Vereinsführung des nunmehr in FSV Böhlen umbenannten Vereins offensichtlich nicht zu und verpflichtete schon im Mai 1990 den bundesdeutschen Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig als neuen Cheftrainer in Böhlen. Steffens rückte erneut in die zweite Reihe als Assistenztrainer.

Die Zeit beim FC Sachsen Leipzig Nachdem die Böhlener durch ausbleibende Zahlungen des bisherigen Trägerbetriebes in Zahlungsschwierigkeiten gekommen waren, bot der mittlerweile in Grün-Weiß Leipzig umbenannte Nachfolger der traditionsreichen BSG Chemie Leipzig, abgeschlagener Staffelzweiter hinter Böhlen in der vorherigen Saison, die Fusion an. Daraus entstand der FC Sachsen Leipzig. Trainer Hartwig wurde bereits im November nach einer längeren Spielsperre wegen Schiedsrichterbeleidigung entlassen, neuer Trainer wurde aber nicht etwa Steffens, der Hartwig zwischen Ende September und Ende November 1990 vertrat, sondern wiederum Frank Engel. Das Duo Engel/Steffens schaffte das fast Unmögliche und belegte schlussendlich in der letzten Oberligasaison einen Nichtabstiegsplatz, der die Sachsen zu Qualifikationsspielen für die zweite Bundesliga berechtigte. Dort wurden die Sachsen aber sang- und klanglos Letzter in ihrer Qualifikationsgruppe und starteten nun zur Saison 1991/92 in der Amateuroberliga Nordost. Nach einem eher enttäuschenden 5. Platz wurde zwar der Vertrag mit Cheftrainer Engel zum 30. Juni 1992 nicht mehr verlängert, Joachim Steffens blieb aber unter dem neuen Cheftrainer Eduard Geyer weiterhin Co-Trainer und verantwortlicher Trainer für die 2. Vertretung der Sachsen. Unter dem Duo Geyer/Steffens erreichten die Sachsen in der Saison 1992/93 den Staffelsieg, der eigentlich für die Qualifikationsspiele zur 2. Bundesliga berechtigte. Da der DFB dem FC Sachsen aber schon im Voraus die Lizenz für die 2. Bundesliga verweigerte, spielten die Sachsen 1993/94 erneut drittklassig. Da zur Saison 1994/95 die drittklassige Regionalliga eingeführt wurde, qualifizierten sich nur die ersten sechs Mannschaften je Staffel der Oberliga Nordost für die neue Spielklasse. Da die Qualifikation erklärtes Ziel der Sachsen war, stand Trainer Geyer besonders im Focus. Obwohl der ehemalige DDR-Nationaltrainer mit seinem Team immer einen der Qualifikationsplätze belegte, wurde er dennoch am 6. April 1994 entlassen. Das Training übernahm nun zunächst interimsweise Steffens, wenig später wurde er zum Cheftrainer ernannt. Unter Steffens qualifizierten sich die Sachsen für die neue Regionalliga Nordost, verpassten aber, mit großen Ambitionen gestartet, in der ersten Saison 1994/95 nur knapp hinter dem FC Carl Zeiss Jena den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Die Entscheidung fiel dabei erst am letzten Spieltag, als die Leutzscher mit einem Punkt Rückstand auf die Thüringer in Jena sang- und klanglos 1:4 verloren. Steffens stellte danach seinen Trainerposten zur Verfügung, konnte aber noch zu einem Weitermachen überredet werden. Als die Leutzscher in der Folgesaison 1995/96 den Aufstieg deutlich verpassten, wurde Steffens Vertrag nicht mehr verlängert, so dass das Kapitel Sachsen Leipzig nach sechs Jahren zum 30. Juni 1996 endete.

Beim Stadtrivalen VfB Leipzig