Kathrin Wittler (* 1985) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin und forscht insbesondere zur deutsch-jüdischen Literaturgeschichte, zur literarischen Mehrsprachigkeit sowie zur Bibel- und Orientrezeption in der Literatur. Ihre Dissertation „Morgenländischer Glanz“ wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als wichtiger Beitrag zur Erforschung der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte.
Leben Wittler studierte Deutsche Literatur, Asien- und Afrikawissenschaften sowie Arabistik in Berlin und Tel Aviv. Von 2004 bis 2005 absolvierte sie einen Freiwilligendienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste am Leo Baeck Institute London.Aktion Sühnezeichen Friedensdienste – Erfahrungsberichte. Abgerufen am 22. November 2025. Zwischen 2015 und 2016 war sie Forschungsstipendiatin am Franz Rosenzweig Minerva Research Center in Jerusalem.
Akademische Laufbahn Wittler hat Professurvertretungen an der Universität Heidelberg und an der LMU München übernommen. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie sowie assoziiertes Mitglied des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.
Forschungsschwerpunkte Literarische Mehrsprachigkeit Rezeption der Bibel in der Literatur Orientalismus und historische Semantik Buchgeschichte, Stilistik und Gattungspoetik
Veröffentlichungen (Auswahl) Briefroman, Monodrama, lyrisches Gedicht. Goethes „Werther“ und die Gattungsästhetik der Einsamkeit im 18. Jahrhundert. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 133.4 (2014), S. 505–532, doi:10.37307/j.1868-7806.2014.04.03. Einsamkeit. Ein literarisches Gefühl im 18. Jahrhundert. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 87.2 (2013), S. 186–216, doi:10.1007/BF03374675. Morgenländischer Glanz. Eine deutsche jüdische Literaturgeschichte (1750–1850). Tübingen: Mohr Siebeck, 2019. Ilse Aichingers Maulwürfe. Tunnelwege zwischen Prosa und Vers. In: Vers und Prosa. Differenz – Interaktion – Interferenz. DFG-Symposion 2024. Hg. von Judith Kasper und Cornelia Zumbusch. Berlin 2026, S. 413–439. https://doi.org/10.1007/978-3-662-71842-1_21 Gebet und Gebetserhörung? Zur Situationsabhängigkeit der Anrede in Goethes Nachtliedern. In: Migrationen der Lyrik um 1300 und um 1800. DFG-Symposion 2023. Hg. von Susanne Reichlin. Berlin 2025, S. 273–298, doi:10.1007/978-3-662-70269-7_15
Mitgliedschaften und Engagement Wittler ist regelmäßig in wissenschaftlichen Vortragsreihen und Projekten aktiv, u. a. im Rahmen des Jüdischen Museums Berlin, wo sie 2023 in der Reihe "Der erträumte Orient" über die deutsch-jüdische Geschichte des Begriffs „Orient“ sprach. 2025 erarbeitete sie gemeinsam mit Studierenden der Freien Universität Berlin eine Ausstellung über die Reisefotografin und -autorin Erna Arnhold.
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Frau