Die Synagoge in Quakenbrück befand sich in der Kreuzstraße in Quakenbrück (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen). Sie wurde 1897 errichtet und 1938 während der Novemberpogrome zerstört.
Geschichte Eine jüdische Gemeinde ist in Quakenbrück und Badbergen seit dem 18. Jahrhundert belegt.Herbert Obenaus, David Bankier, Daniel Fraenkel (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, S. 155–156. Im Jahr 1897 errichtete die Gemeinde ein eigenes Synagogengebäude in der Kreuzstraße in Quakenbrück. Eine Schule war der Synagoge angegliedert. Zuvor hatte sich die Synagogengemeinde in einem Betraum in Badbergen versammelt, der Mittelpunkt der Gemeinde hatte sich jedoch zunehmend nach Quakenbrück verlagert.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 154–155.
Baubeschreibung Die Synagoge war ein eingeschossiger Backsteinbau mit einem steilen Satteldach. Das Gebäude wies eine schlichte Fassadengestaltung auf und besaß hohe, schmale Fenster mit segment- oder rundbogigem Abschluss und deutlicher Sprossenteilung. An der Giebelseite lag ein zurückgesetztes, rechteckiges Eingangselement. Das unverputzte Ziegelmauerwerk und der klare, rechteckige Grundriss verliehen dem Bau eine zurückhaltende Erscheinung ohne ornamentale Schmuckelemente.Die Baubeschreibung basiert auf einer Fotografie aus der Reichspogromnacht, vgl. https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/p-r/1608-quakenbrueck-niedersachsen
Zerstörung Am Morgen des 10. Novembers 1938 erging von einem SA Führer aus Cloppenburg der Befehl an den ihm unterstellten SA Führer in Quakenbrück, dass alle Synagogen in seinem Befehlsbereich zu zerstören und die männlichen Juden zu verhaften seien. Die Synagoge in Quakenbrück wurde geplündert und in Brand gesetzt. Die Ritualgegenstände wurden unter dem Jubel der Menge geschändet. Die Feuerwehr verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 157. Das Gebäude brannte vollständig aus und wurde in der Folgezeit abgetragen.
Gedenken Am Standort der zerstörten Synagoge befindet sich heute der Synagogenplatz. Dort erinnern eine Stele und Informationstafeln an das ehemalige Gotteshaus und an die jüdische Gemeinde Quakenbrücks.
Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen
Weblinks https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/p-r/1608-quakenbrueck-niedersachsen https://pogrome1938-niedersachsen.de/quakenbrueck/ https://www.jewish-places.de/de/DE-MUS-975919Z/place/948a1239-3e73-4ad2-bfc9-fd7a0ada5b09 https://www.osnabruecker-land.de/erlebnisse/synagogenplatz-quakenbrueck https://www.artland.de/portal/seiten/spuren-juedischen-lebens-900000081-31440.html
Einzelnachweise
Quakenbrück Quakenbrück Quakenbrück Kategorie:Bauwerk in Quakenbrück Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Judentum im Landkreis Osnabrück