Das Castel Terracena war eine Burg aus dem 11. Jahrhundert in Zentrum von Salerno in der italienischen Region Kampanien. Der befestigte Komplex lag am heutigen Vicolo Castel Terracena in der Nähe der östlichen Stadtmauer auf dem Gipfel einer Anhöhe östlich der Kathedrale von Salerno. Der normannische Herzog Robert Guiskard ließ sie in der Zeit von 1076 bis 1080 erbauen.
Jahrelang wurden die Überreste irrtümlicherweise als Palast im Largo San Giovanni, unterhalb des San-Michele-Komplexes identifiziert.
Geschichte und Beschreibung Der Zweck des Baus war die Verstärkung der Verteidigung der Stadt und die Versorgung der neuen, normannischen Herrscher mit einem mächtigen Palast, der sich von dem der Langobarden unterschied.
Kaiser Friedrich II. schenkte das Anwesen der Festungsburg seiner zweiten Frau Isabella II.
Die Burg existierte nur kurze Zeit; sie verschwand unter mysteriösen Umständen zwischen 1251 (dem Jahr ihrer letzten Erwähnung) und 1261, dem Todesjahr von Papst Alexander IV., der den Benediktinermönchen das Grundstück schenkte, auf der sie errichtet war. In dieser Burg war kurze Zeit die Kaiserin Costanza d'Altavilla inhaftiert.
Identifizierung des Komplexes Die Gegend, in der man auch heute noch den Komplex des Castel Terracena erkennen kann, wenn auch durch nachfolgende Gebäudeschichten stark beschädigt und entstellt, ist die, die vom heutigen Archäologischen Museum von Salerno bis zur Apsis des Doms in der Via Genovesi reicht und sich dann über die Via dei Canapari und die Via Mario Iannelli fortsetzt. In diesem Komplex am Largo San Giovanni wurden einige Türme identifiziert, die mit gelben und grauen „Tuffintarsien“ verziert sind, was jahrelang dazu geführt hat, dass sie als Teil des Burgkomplexes identifiziert wurden.
Der festliche Farbeffekt wird durch die im Kampanien des 11. und 12. Jahrhunderts typische Verwendung von keramischen Elementen zu Zierzwecken, wie die Hintergründe der keramischen Schalen in der Mitte der Rosettenfenster, erreicht. Das vertikale Band besteht aus einem Motiv, das durch das spiegelbildliche Profil einer Hellebarde angedeutet worden sein könnte oder vielleicht durch ein Zierelement maurischen Ursprungs, es sei denn, man sieht darin eine stilisierte Interpretation der lanzettlichen Lotusblume aus der islamischen Tradition.
Einzelnachweise A. di Montecassino: Storia dei Normanni. Rom 1935. P. da Eboli: Liber ad honorem Augusti. Rom 1905–1906. Tragni Bianca, Il mitico Federico II di Svevia. Mario Adda, S. 80. Archivio Archidiocesano di Salerno, pergamena 138 in C. Carucci: Codice Diplomatico Salernitano del secolo XIII. Subiaco 1931. S. 244–247. C. Carucci: Codice Diplomatico Salernitano del secolo XIV. Salerno 1950. S. 12.
Weblinks
Kategorie:Erbaut im 11. Jahrhundert Terracena Terracena Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Kampanien Kategorie:Bauwerk in Salerno