Die 46. Schacholympiade (offiziell 46th FIDE Chess Olympiad) wurde vom 15. bis zum 28. September 2026 im usbekischen Samarqand ausgetragen. Die Veranstaltung fand im Silk Road International Exhibition Center statt. Die Mannschaft aus Usbekistan gewann die offene Olympiade vor den Mannschaften aus Indien und Deutschland. Bei der offenen Olympiade (bzw. der offenen Klasse oder dem offenen Turnier) durften Männer und Frauen teilnehmen. Im parallel stattfindenden Turnier der Frauen (hier waren Männer nicht spielberechtigt) gewann China vor den Teams aus Kasachstan und Indien.

Vergabe Im Rahmen der Schacholympiade in Chennai fand vom 31. Juli bis 9. August 2022 der 93. FIDE-Kongress statt. Am 8. August wurde auf der FIDE-Generalversammlung die Ausrichtung der 46. Schacholympiade an Usbekistan vergeben. Zunächst war noch unklar, ob das Turnier in Taschkent oder Samarqand stattfinden würde, die Uzbekistan Chess Federation entschied sich schließlich für Samarqand. In der Zwischenzeit wurden dort die Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaften 2023 sowie das FIDE Grand Swiss 2025, welches als Testveranstaltung dienen sollte, ausgetragen.

Teilnehmer Es nahmen 206 Mannschaften im Offenen Turnier und 189 im Turnier der Frauen teil. Beides bedeutet neue Rekordbeteiligungen.

Gastgeber Usbekistan konnte in beiden Turnieren je drei Mannschaften an den Start bringen. Anstelle der Niederländischen Antillen trat erstmals die Auswahl von Curaçao an. Fünf der zehn gemeldeten Spielerinnen und Spieler spielten bei früheren Olympiaden für die Niederländischen Antillen. Weitere Olympiade-Debütanten waren Kiribati, Grönland, Guinea, die Marshallinseln, Neukaledonien und Tonga. Im Turnier der Frauen debütierten Antigua und Barbuda, Guinea, Kambodscha, Niger und Papua-Neuguinea. Russland war weiterhin suspendiert und konnte nicht an den Turnieren teilnehmen.

Teilnehmende bzw. fehlende Spieler Offenes Turnier Im Offenen Turnier fehlten die beiden Spitzenspieler der aktuellen FIDE-Weltrangliste Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura. Aus den Top-34 fehlten darüber hinaus wegen der Suspendierung des russischen Verbandes Jan Nepomnjaschtschi und Dmitri Andreikin, die weitgehend aus dem Spitzenschach ausgeschiedenen Exweltmeister Viswanathan Anand und Wesselin Topalow, Alireza Firouzja nach einem Zerwürfnis mit dem französischen Verband sowie die US-Amerikaner Samuel Sevian und Leinier Domínguez und der Vietnamese Lê Quang Liêm. Unter den Teilnehmern befanden sich 220 Großmeister und weitere 159 Internationale Meister.

Turnier der Frauen Zum Zeitpunkt der Olympiade kamen fünf der besten sechs Spielerinnen der Weltrangliste aus China. Von diesen war jedoch nur Zhu Jiner (Platz 4) im Aufgebot des chinesischen Verbandes, welches daher nur Platz 4 in der Startrangliste belegte. Aus dem Kreis der Spielerinnen bis Platz 22 fehlten darüber hinaus nur Alexandra Gorjatschkina, Jekaterina Lagno und Polina Schuwalowa wegen der Suspendierung Russlands sowie die ukrainischen Schwestern Anna und Marija Musytschuk. 18 Teilnehmerinnen besaßen den allgemeinen Großmeistertitel und weitere 53 den Titel eines Internationalen Meisters. Darüber hinaus führten 53 bzw. 110 Spielerinnen die entsprechenden Titel der Frauen.

Turnierverlauf Turnierverlauf Offenes Turnier Runden 1 bis 6 Bis zum einzigen Ruhetag waren sechs Runden zu absolvieren. Gegen Ende dieser Phase kam es zu den ersten Duellen der Spitzenmannschaften untereinander. Alleiniger Spitzenreiter war zu diesem Zeitpunkt Gastgeber Usbekistan mit 12 Punkten. Die Usbeken bezwangen in Runde 5 Ungarn eindrucksvoll mit 4:0 und siegten in der 6. Runde gegen Titelverteidiger Indien, wobei Nodirbek Yoqubboyev gegen Nihal Sarin für die einzige Gewinnpartie sorgte. Hinter dem Spitzenreiter folgten mit je 11 Punkten China und Armenien, die sich untereinander 2:2 getrennt hatten. Weitere elf Mannschaften hatten je 10:2 Punkte, darunter die top-gesetzten US-Amerikaner und die Auswahl des Deutschen Schachbundes. Die deutsche Mannschaft hatte mit einem Sieg gegen die USA für Aufsehen gesorgt, dann aber klar gegen China verloren.

Runde 7 Die Usbeken setzten ihre Siegesserie mit einem überzeugenden 3:1 gegen China fort. Nodirbek Yoqubboyev gewann erneut, und am Spitzenbrett siegte Nodirbek Abdusattorov gegen Exweltmeister Ding Liren. Im Abstand von zwei Mannschaftspunkten folgten fünf Teams: Niederlande, Indien, Deutschland, Aserbaidschan und Armenien. Die top-gesetzten USA gaben mit einem Unentschieden gegen Armenien bereits den dritten Punkt ab.

Runde 8 Dank Siegen der Brüder Frederik und Rasmus Svane sowie einem Remis von Vincent Keymer gewann Deutschland gegen die bis dahin verlustpunktfreien Gastgeber und schloss an der Tabellenspitze zu diesen auf. Da die Partien der weiteren Verfolger untereinander unentschieden endeten, führten Usbekistan und Deutschland mit je 14:2 Punkten vor einer großen Gruppe mit je 13:3 Punkten. Neben den Niederlanden, Indien, Aserbaidschan und Armenien bildeten China, die USA, Frankreich und die B-Auswahl des Gastgeberlandes diesen Verfolgerkreis.

Runde 9 Gastgeber Usbekistan übernahm mit einem Sieg gegen die USA wieder die alleinige Tabellenführung mit 16:2 Punkten. Deutschland fiel durch eine unglückliche Niederlage gegen Indien zurück, nachdem zwischenzeitlich ein Sieg von Alexander Donchenko gegen Weltmeister Gukesh möglich schien. Das Verfolgerfeld mit einem Punkt Rückstand bestand nun neben Indien aus Armenien (knapper Sieg gegen Aserbaidschan) und der usbekischen B-Mannschaft (klarer Sieg gegen die Niederlande). Weitere sechs Mannschaften folgten mit 12:4 Punkten: China, Deutschland, Frankreich, Spanien, die Ukraine und Ungarn.

Runde 10 Usbekistan verteidigte mit einem überlegenen 3,5:0,5 gegen Armenien seinen Punkt Vorsprung auf Indien. Die Inder bezwangen das usbekische B-Team mit dem gleichen Ergebnis. Auf den Plätzen 3 bis 5 folgten mit einem weiteren Punkt Rückstand Deutschland, die Ukraine und Ungarn. Deutschland gewann durch erneute Siege von Frederik und Rasmus Svane mit 3:1 gegen Frankreich. Die Ukraine und Ungarn setzten sich mit dem gleichen Resultat gegen China bzw. Spanien durch.

Runde 11 Mit einem Sieg über die Ukraine baute Usbekistan die Führung noch aus und wurde zum zweiten Mal Sieger der Schacholympiade. Indien spielte gegen Ungarn unentschieden und verteidigte den Silberplatz vor der punktgleichen deutschen Mannschaft, die nach einem Sieg gegen die Niederlande (Gewinnpartie von Matthias Blübaum) die Bronzemedaillen gewann.

Ergebnis Offenes Turnier

Platz Mannschaft S U N MP OSB BP 1 10 0 1 20 455,5 33,0 2 8 2 1 18 405,5 28,5 3 9 0 2 18 386,5 28,5 4 8 1 2 17 391,5 29,0 5 7 2 1 17 364,5 28,5 6 7 3 1 17 339,5 27,0 7 7 3 1 17 320,5 24,5 8 7 2 2 16 374,5 28,0 9 6 4 1 16 366,5 28,5 10 8 0 3 16 354,5 28,5 40 5 4 2 14 277,0 26,0 46 6 2 3 14 265,5 25,0 51 5 3 3 13 295,5 25,0 105 5 1 5 11 184,0 22,0 133 4 2 5 10 149,5 20,0

Turnierverlauf Schacholympiade der Frauen Runden 1 bis 6 China und Kasachstan gingen mit jeweils makelloser Bilanz in den Ruhetag nach sechs Runden. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Punkte Vorsprung auf elf Verfolger mit je 10:2 Punkten. In diesem Verfolgerfeld befand sich auch die Deutsche Mannschaft nach fünf Siegen und einer Niederlage gegen Kasachstan. Bei 10 Punkten standen auch die in der Setzliste ganz vorn eingestuften Mannschaften von Indien und Georgien.

Runde 7 Das Spitzenspiel zwischen China und Kasachstan endete unentschieden, wobei jede Seite eine Partie gewann. Dadurch kamen die siegreichen Mannschaften aus der Verfolgergruppe auf einen Punkt heran. Dies waren Indien, Bulgarien, Georgien, Armenien und die Mongolei. Die deutsche Mannschaft verlor durch eine sehr deutliche Niederlage gegen Indien den Kontakt zu den Medaillenplätzen.

Runde 8 Mit einem Sieg gegen die an Position 2 gesetzte georgische Mannschaft verschafften sich die Chinesinnen einen Punkt Vorsprung auf Kasachstan, das gegen Titelverteidiger Indien nur unentschieden spielte. Die Mongolei und Armenien besiegten die jeweils etwas höher gesetzten Teams von Bulgarien bzw. den USA knapp und schlossen nach Punkten zu Kasachstan auf. Mit einem weiteren Punkt Rückstand folgten Indien, Usbekistan und Griechenland auf den Plätzen 5 bis 7 vor 10 Mannschaften mit je 12:4 Punkten, darunter der Auswahl des Deutschen Schachbundes.

Runde 9 China baute seinen Vorsprung auf zwei Punkte aus, indem Armenien 3:1 bezwungen wurde. Das Duell der beiden anderen Verfolger endete zwischen Kasachstan und der Mongolei unentschieden. Indien besiegte die Gastgeberinnen mit 3:1 und schob sich auf Platz 2 vor.

Runde 10 China trennte sich von Titelverteidiger Indien 2:2, so dass Kasachstan mit einem knappen Sieg über Frankreich den Rückstand auf einen Punkt verkürzen konnte. Mit einem weiteren Punkt Rückstand bildeten Indien, Polen (Sieg gegen die Mongolei) und Vietnam (Sieg gegen Indonesien) das weitere Feld der Medaillenkandidaten. Die deutschen Damen fielen nach der vierten Niederlage auf Platz 44 zurück.

Runde 11 China siegte zum Abschluss gegen Vietnam und baute den Vorsprung wieder auf zwei Mannschaftspunkte aus. Den Kasachinnen genügte ein Unentschieden gegen Polen für Platz 2, da auch Indien gegen Georgien nicht über ein 2:2 hinauskam. Als wertungsbeste unter fünf punktgleichen Mannschaften holten die top-gesetzten Inderinnen Bronze.

Ergebnis Schacholympiade der Frauen

Platz Mannschaft S U N MP OSB BP 1 9 2 0 20 463,0 33,0 2 7 4 0 18 395,0 29,0 3 7 3 1 17 424,0 31,0 4 8 1 2 17 418,0 32,5 5 8 1 2 17 381,0 28,5 6 8 1 2 17 369,0 28,5 7 8 1 2 17 331,0 27,0 8 6 4 1 16 360,0 28,5 9 8 0 3 16 348,0 28,5 10 7 2 2 16 336,0 29,5 18 6 3 2 15 322,0 28,0 29 7 0 4 14 313,5 25,5 39 7 0 4 14 249,0 25,5 49 5 3 3 13 277,0 25,0 87 5 1 5 11 213,0 23,0 148 4 1 6 9 86,5 15,5 Mannschaftsaufstellungen Mannschaftsaufstellungen des Offenen Turniers: Weblinks Offizielle Seite des Weltschachverbands FIDE zur Olympiade 2026 Aufstellungen und Ergebnisse der Offenen Olympiade Aufstellungen und Ergebnisse der Frauen-Olympiade Einzelnachweise

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