mini|Das Logo von IMAL-Musiktheater mini|IMAL-Musiktheater Probenhalle in München Das International Munich ArtLab Musiktheater – Abkürzung IMAL Musiktheater – befindet sich mit der Probenhalle in der Hans-Preißinger-Straße Nr. 8 in München. Das Theater wurde im Jahr 2001 gegründet. Als Trägerverein fungierte der im Jahr 1995 gegründete Verein Kontrapunkt e.V. - Jugend Kunst Kultur.
IMAL-Musiktheater ist ein Projekt zur ästhetischen Jugendarbeit, gefördert von der Landeshauptstadt München. Es befasst sich mit der Entwicklung von Musiktheaterstücken im Bereich der Darstellenden Kunst und Musik. Zu den Initiatoren gehörten Vridolin Enxing, Dick Städtler, Theo König und Ulrich Gläss.
Unter der Anleitung von Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden sowie Pädagoginnen und Pädagogen ermöglicht IMAL-Musiktheater jungen Heranwachsenden die Teilhabe an künstlerischen Produktionsprozessen. Internationale Vernetzung und Austauschprojekte zeigen die überregionale Bedeutung von IMAL-Musiktheater auf.
Vom Jahr 2001 bis zum Jahr 2022 verantwortete Vridolin Enxing zusammen mit Theo König und Dick Städtler die künstlerische Leitung und das Projektmanagement. Im Jahr 2014 übernahm die Artworks gGmbH die Trägerschaft für das IMAL-Musiktheater. Im Jahr 2017 starb der Mitbegründer Theo König. Zum 1. Januar 2022 wurden Leitung und Projektmanagement an ein jüngeres Nachfolge-Team übergeben: Andreas Hartmann, Daniel Siebertz und Kilian Freiberger. Andreas Hartmann wurde Geschäftsführer und Daniel Siebertz Prokurist der Trägerfirma Artworks gGmbH. 2023 übernahm Kilian Freiberger die Rolle des Prokuristen. Inzwischen führt Hartmann das Unternehmen alleine.
Vorgeschichte
Musikworkshops In den Jahren 1994 bis 1996 führte der Komponist Vridolin Enxing (ex Floh de Cologne) in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München-Stadt das Projekt: 30 Musikworkshops in Jugendfreizeitstätten – Musikproduktion im professionellen Digitalstudio durch. Die wissenschaftliche Begleitung oblag der Fachhochschule für Sozialwesen München-Pasing. Es kamen weitere Workshops im Auftrag verschiedener freier Träger wie Feierwerk.e.V, DGB-Jugend und anderer dazu. Insgesamt wurden es 40 Workshops mit über 1200 in München wohnenden jungen Heranwachsenden aus 42 Nationen. Das Projekt wurde finanziert von der Stiftung deutsche Jugendmarke und den einzelnen Freizeitstätten der verschiedenen Träger. Im Nachgang entstand die CD Direkt aus dem Untergrund, eine Sammlung der Songs und Musikstücke, die Enxing mit den Jugendlichen und Kindern der Freizeitstätten produziert hatte.
Die Erkenntnis aus diesem großangelegten künstlerischen Ressourcen-Research-Projekt: In München, wie vermutlich auch in jeder anderen europäischen Großstadt, lag ein riesiges Potential an künstlerischer Begabung, Erfindungsreichtum und Ideenvielfalt brach, welches von den klassischen künstlerischen Bildungsinstitutionen wie Konservatorien, Musikhochschulen und Akademien nicht erfasst, geschweige denn gefördert wurde.
WestEndOpera mini|Plakat der WestEndOpera für die Berliner Auftrittserie 2001 Im Jahr 1998 startete ein Musiktheaterprojekt mit dem Titel WestEndOpera, gefördert von der Landeshauptstadt München, dem Arbeitsamt/Berufsberatung München und privaten Firmen. Mit den aus den Musikworkshops gewonnenen Erfahrungen unter den Aspekten künstlerische Arbeit, kulturelle Bildung und soziale Integration waren alle Grundlagen für ein interdisziplinäres Kunstprojekt geschaffen, welches bei der Jugendkultur des HipHop ansetzte und diesen aus dem subkulturellen Milieu auf die „große“ Bühne brachte. Nach einem Casting mit ca. 200 Jugendlichen aus dem Teilnehmerkreis der Musikworkshops wurde mit einer Auswahl von 53 Bewerbenden das Ensemble der WestEndOpera gebildet, darunter entdeckt und in Hauptrollen besetzt: Antje Traue und Tina-Maria Aigner.Liebe in Zeiten der Hiphopera, Süddeutsche Zeitung, Nummer 3, S. 15, 5. Januar 1998 von Jochen Temsch. Ebenfalls Teil des Ensembles war Christian „Zippy“ Pletschacher, der später als Produzent des Welthits Mambo No. 5 mit Lou Bega einen der meistverkauften deutschen Musiktitel veröffentlichte. Die Premiere der WestEndOpera fand am 17. Juni 1999 auf dem Tollwood-Festival in München statt; Regie: Theo König, Dramaturgie: Dick Städtler und Claus-Peter Lieckfeld, Projekt-Manager: Ulrich Gläß, künstlerische Leitung: Vridolin Enxing. Die WestEndOpera ging auf Tournee und gab über 200 Gastspiele in Deutschland, Italien, Österreich und New York. TV-Berichte gab es unter anderem auf ARTE, ÖRF, BR, Deutsche Welle und RETE TEN (Kalabrien). Es entstanden mehrere Dokumentar- und Making-of-Filme.
Nach diesem Erfolg regte der damalige Kulturreferent der LH München und spätere Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien Julian Nida-Rümelin an, ein Konzept zur Nachhaltigkeit der Methoden der WestEndOpera zu entwickeln. Dies führte in Zusammenarbeit verschiedener Referate der LH München und des Arbeitsamtes/Berufsberatung München im Jahr 2001 zu der Gründung des International Munich Artlab, zu welchem neben dem IMAL-Musiktheater auch die Abteilung IMAL-Jugend Kunst Kultur (Bildende Kunst und Medien) gehört.
Konzeption IMAL-Musiktheater ist ein kreativer Schaffensraum, in dem sich Jugendliche unterschiedlichster Herkunft und Vorerfahrung zusammenfinden, um gemeinsam an künstlerisch hochwertigen Projekten zu arbeiten, von den grundlegenden, auch berufsvorbeitenden Trainings bis zum Endprodukt. Die Teilnehmenden werden in persönlichen Auditions ausgewählt. Ausschlaggebend ist lediglich eine künstlerische Begabung für Musiktheater im weitesten Sinne; Schulabschlüsse, physische und psychische Handicaps sowie soziale und nationale Herkunft oder sexuelle Orientierung spielen keine Rolle. Aufgrund dieser niederschwelligen Zugangsbedingungen ist dies ein innovativer Ansatz in der kulturpolitischen Jugendarbeit.
Die teilnehmenden Jugendlichen (das Ensemble) werden in einem zweijährigen Verlauf gecoacht und erarbeiten unter der Anleitung von Fachkräften ihr gemeinsames Projekt; alle ästhetischen und handwerklichen Anteile der Projekte werden von ihnen selbst entwickelt. Entsprechend der Begabung und Vorerfahrung werden unterschiedliche individuelle Handlungskonzepte entwickelt und verfolgt. Neben den für eine künstlerische Produktion notwendigen Trainings (Schauspiel, Gesang, Tanz, Theater, Musik, Komposition, Creative Writing usw.) steht auch die Vermittlung von Werten und Kompetenzen wie Resilienz, Disziplin, Toleranz, Selbstbewusstsein und Selbstmanagement im Fokus der Konzeption. Dies unterscheidet IMAL-Musiktheater von anderen künstlerischen Ausbildungs-Institutionen.
Um auch Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es Konzepte zur persönlichen Unterstützung (Ausbildungsbeihilfe, Stipendien, Patenschaften usw.). Auch eine sozialpädagogische Betreuung zur Stabilisierung der persönlichen Situation wird angeboten.
Aspekte aus allen Bereichen zeitgenössischer Kunst wie Musik, Theater, Film, Tanz, Multimedia fließen in die Produktionen ein. Zusätzlich werden Kurse für die technischen Anforderungen der laufenden Projekte angeboten wie Ton- und Beleuchtungstechnik, Bühnenbild, Costume Design, Mediadesign, Veranstaltungstechnik, Veranstaltungscatering und vieles mehr. Zur fachlichen Qualifikation werden ergänzende Praktikumsplätze in Wirtschaft und Industrie genutzt.
Das Ergebnis des meist zweijährigen Verlaufes ist eine professionelle öffentliche Vorführung und Aufführungsserie im nationalen und internationalen Umfeld.
IMAL-Musiktheater ist ein Vollzeit-Projekt mit mindestens 40 Wochenstunden, die Teilnahme ist kostenfrei.
Ziele: professionelle künstlerische Produktionen auf hohem ästhetischen Niveau ästhetische und kulturelle Bildung; gesellschaftliche Ressourcen erschließen und künstlerische Begabungen fördern Berufsqualifizierung, Verbesserung der Berufs- und Ausbildungschancen, Aufnahme von Arbeit oder weiterführender Ausbildung, Quereinstieg in neue Berufsfelder Förderung Jugendlicher mit erschwertem Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit im besten Wortsinne kulturelle Bildungsarbeit als Beitrag zu der Integration benachteiligter Jugendlicher. Dies gelingt durch den einzigartigen Ansatz bei den Stärken der Jugendlichen und eben nicht bei den Defiziten.
Entwicklung mini|Plakat der Musiktheater-Produktion "gesICHter" 2014 Im IMAL-Musiktheater entstanden in den Jahren von 2001 bis 2025 in der Folge der WestEndOpera 13 Musiktheater-Produktionen. Verschiedene von ihnen gingen auf Tournee in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Serbien und Süditalien. Internationale Kooperationen gibt es u. a. mit Partnern in Italien, Serbien, der Schweiz, Österreich, New York und mit Netzwerken in Europa wie EUROMEDiterranée INformation CULTURE(s) und Banlieues d’Europe. Alle Produktionen wurden verfilmt, die meisten auch als DVD in Stereo und Dolby-Surround 5.1 produziert. Es entstanden mehrere Making-of-Filme, die im TV gesendet wurden, unter anderem von Maike Conway. Generell gab und gibt es für jede Produktion folgende Projektphasen:
Erstes Jahr: Grundlagentrainings Tanz, Gesang, Schauspiel, Chor, Creative Writing, Komposition, Tonproduktion, Stückentwicklung. Abschluss des ersten Jahres mit einer Werkschau Zweites Jahr: Libretto Erstellung, Komposition, Tonproduktion, Coachings, Inszenierung, Berufsorientierung und Bewerbungstraining. Abschluss des Projektes mit der Premiere und anschließender Auftritt-Serie des neuen Musiktheaterwerkes.
Zusätzlich umfasst das Curriculum folgende Fächer (Auszug):
Grundzüge der Theater- und Musikgeschichte, Vertragswesen in der Darstellenden Kunst in Theorie und Praxis, Auftrittsbedingungen an professionellen Theatern und Festivals, Umgang mit Veranstaltern, Informationen zur Künstlersozialkasse und zu Steuerregelungen für Freiberufler.
Es gibt einen Verhaltenskodex für die Teilnehmenden, dem sie zustimmen müssen, um teilnehmen zu können. IMAL-Musiktheater hat ein Schutzkonzept entwickelt und für die psychosoziale Einzelfall-Betreuung gibt es mehrere professionelle Ansprechpartner im Projekt. Im IMAL-Musiktheater arbeiten ausschließlich freiberufliche Honorarkräfte. Die jeweilige Besetzung der Coaches findet sich auf der Internetpräsenz des Projektes.
Produktionen mini|Plakat der Musiktheater-Produktion "Maestros Werk" 2023
Nr. Jahr Titel Premiere Ort Regie 1 2003 Statt der Angst 16. Dezember 2003 Bavaria Studio 7 Theo König 2 2005 eXtaze 11. Oktober 2005 Reithalle, München Theo König 3 2007 system error 17. Juli 2007 Theaterzelt DAS SCHLOSS, München Theo König 4 2009 Feige Helden 28. Juli 2009 Probenhalle International Munich Artlab, München Theo König 5 2011 esc@pe 11. Juli 2011 ARRI Studio 2, München Theo König 6 2013 WIR 9. Juli 2013 ARRI Studio 2, München Theo König, Kilian Freiberger 7 2014 gesICHter 17. Juli 2014 ARRI Studio 2 Theo König, Kilian Freiberger 8 2015 GrauZonenTango 21. Juli 2015 ARRI Studio 2 Theo König 9 2017 AMT 18. Juli 2017 ARRI Studio 2 Theo König, Chris Hohenester, Dick Städtler 10 2019 GrenzTänze 21. Juli 2019 Bavaria Studio 6 Kilian Freiberger, Dick Städtler 11 2021 Was macht eigentlich dieses Teil hier? 25. Juli 2021 Bavaria Studio 6 Dick Städtler, Kilian Freiberger 12 2023 Maestros Werk 16. Juli 2023 Bavaria Studio 6 Kilian Freiberger 13 2025 Versucht! 23. Juli 2025 Bavaria Studio 6 Kilian Freiberger
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