mini|Apostelkirche Großzschocher, Wirkungsort Schwartzes (2007) Heinrich Engelbert Schwartze (* 15. Dezember 1704 in Dresden; † 18. Juni 1767) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer in Großzschocher bei Leipzig.
Leben und Werk Schwartze war Sohn des Ratskonsulenten und Prokurators am Oberkonsistorium Julius Schwartze und seiner Ehefrau Anna Elisabeth geb. von der Burg. Nach dem Schulbesuch von St. Afra in Meißen und der Dresdner Kreuzschule studierte er ab 1722 Theologie an der Universität zu Wittenberg und ab 1726 an jener in Halle nachdem er bereits 1725 den Magistergrad erworben hatte.Helmut Bräuer: Stadtchronistik und städtische Gesellschaft: über die Widerspiegelung sozialer Strukturen in der obersächsisch-lausitzischen Stadtchronistik der frühen Neuzeit, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009 , S. 244. 1733 trat er die Pfarrerstelle an der Dorfkirche in Großzschocher an, die er bis 1768 innehatte.Seine dortige Pfarrkirche war die Apostelkirche (Leipzig-Großzschocher), die noch heute existiert. Den Namen Apostelkirche bekam sie indes erst 1950. mini|hochkant|Titel zu Historische Nachlese … Schwartze verfasste 1744 mit seinem Werk Historische Nachlese Zu denen Geschichten der Stadt Leipzig die erste ausführliche Landchronik für die Orte unmittelbar vor den Toren der Stadt Leipzig und hinterließ der Nachwelt ein bedeutendes Werk der Geschichtsschreibung aus der Barockzeit. So enthält es neben der sehr ausführlichen Schilderung der Verhältnisse seines Heimatortes Großzschocher zahlreiche Informationen zur Geschichte der Orte Lindenau, Plagwitz, Leutzsch, Schleußig, Kleinzschocher, Knautkleeberg, Knauthain, Lauer, Cospuden, Prödel, Hartmannsdorf, Rehbach, Albersdorf, Göhrenz, Lausen, Miltitz, Schönau, Markranstädt, Lößnig, Dölitz, Meusdorf, der Ortsteile von Markkleeberg, Großdeuben und Gaschwitz. Für die Chronistik der genannten, heute größtenteils zu Leipzig gehörigen Orte stellt seine Chronik eine wichtige Quelle dar. In dieser finden sich u. a. Nachrichten über das Pflugksche Geschlecht.Gesammelte Nachrichten des Pflugkschen Geschlechts, Extrakt aus: Schwartze, Heinrich Engelbert, Pfarrer in Großzschocher: Historische Nachlese, 1744 auf www.deutsche-digitale-bibliothek.de Es wurde auch das Bedauern geäußert, dass Schwartze seine Chronik, deren Erstellung äußerst mühselig gewesen sei, nicht fortgesetzt habe.Otto Moser: Die Umgebung Leipzig's. Leipzig 1868 (online) Stattdessen verfasste Schwartze eine 2000 Seiten starke zweibändige Festschrift über die 200-Jahrfeiern des Augsburger Religionsfriedens 1755 an deutschen Universitäten, die ein Jahr später erschien.
Ehrungen Im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher wurde Schwartze der denkmalgeschützte Schwartzeplatz gewidmet. Seit 1907 gibt es in Kleinzschocher die Schwartzestraße, von der ein Fußweg abzweigt, der mit der Schwartzebrücke über die Gaschwitzer Eisenbahn zur Diezmannstraße führt.
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Titel zu Cirgularprdigz Heinrich Engelbert Schwarze: Historische Nachlese Zu denen Geschichten der Stadt Leipzig ..., gedruckt von Gottfried August Stopffel, Leipzig 1744. (vollständiger Originaltext) Neudruck durch ProLeipzig, Leipzig 2006. ISBN 978-3-936508-23-9 Ders.: Demüthiges und gläubiges Fallen in die Hand des großen Gottes. Cirkularpredigt, gehalten am 20. Oktober 1757 in der Thomaskirche Leipzig, gedruckt von Gottfried August Stopffel, Leipzig 1758. (vollständiger Originaltext)
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Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Chronist Kategorie:Heimatforscher (Sachsen) Kategorie:Person des Christentums (Leipzig) Kategorie:Geboren 1704 Kategorie:Gestorben 1767 Kategorie:Mann