Edward Hargitt (* 3. Mai 1825 in Edinburgh; † 19. März 1895 in London Borough of Wandsworth) war ein schottischer Landschaftsmaler, Oologe und Ornithologe.
Leben und Wirken Edward Hargitt war der Sohn des Organisten Charles Hargitt (1804–1880), der am 18. März 1831 seine Mutter Mary Bagley (1811–1853) heiratete. Seine Geschwister waren Mary Jane Hargitt (1832–1907), Henry Hargitt (1836–1897), Charles John Hargitt (1837–1880), George Fotherley Hargitt (1837–1926), Julia Hargitt (1841–1883), Madeline Hargitt (1843–), William Vernon Hargitt (1846–1909) und Katherine Flora Hargitt (1847–1907). Sein Bruder Charles John war wie der Vater ein Organist, Dirigent, Komponist, der Bruder George Fotherley ebenso ein Landschaftsmaler.
Da sein Vater eine bemerkenswerte Gemäldegalerie besaß und ein großer Kunstliebhaber war, wurde Edward Hargitt schon früh die Passion für die Malerei vermittelt. So begann er als Schüler an der Royal Scottish Academy unter Robert Scott Lauder. Hier arbeitete er mit Künstlern wie William Quiller Orchardson, John MacWhirter oder John Pettie und anderen bekannten Künstlern zusammen. Bis 1880 waren seine Werke häufig im Burlington House zu sehen. Seine Stärke lag eher in Aquarellen als in Ölgemälden, und den Aquarellen widmete er den größten Teil seines Lebens, insbesondere nach seiner Wahl zum Mitglied des Royal Institute of Painters in Water Colours im Jahr 1887. Da er sich für die schottische Landschaft begeisterte, führten ihn seine Arbeiten in viele der wildesten und malerischsten Gegenden der Highlands, wo er sich auch viele Jahre lang intensiv mit ornithologischen Fragen beschäftigte.Philip Lutley Sclater u. a. (1895), S. 303
Zu dieser Zeit kannten nur wenige Männer mit ähnlichen Interessen die entlegenen Gebiete so gut wie Hargitt. In Begleitung von Auguste Bonheur (1824–1884), einem Bruder von Rosa Bonheur, besuchte er einige der am wenigsten frequentierten Gebiete der französischen und spanischen Pyrenäen. Zusammen mit Pierre Richard Noury (1818–1894) aus Elbeuf erkundete er Teile der Normandie. Hargitt sammelte überall Informationen, die er seinen ornithologischen Bekannten stets gern zur Verfügung stellte. Eine seiner besonderen Interessen galt der Erforschung von Vögeln im Daunen- und Jungvogelkleid, ein Thema, das damals in England kaum Beachtung fand. Dank seiner Beziehungen zu Hans Christopher Müller wurde 1871 in der 4. Auflage von A History of British Birds von William Yarrell erstmals das Frühstadium eines Eissturmvogels publiziert.
Vor seiner Abreise nach England, um ein Mitglied im Hallé-Orchester zu werden, sammelte der deutsche Entomologe und Musiker Martin Jacoby (1842–1907) Vögel und Insekten. Auf Anraten von Hargitt konzentrierte sich Jacoby auf die Erforschungen von phytophagen Käfern (Coleoptera, Chrysomelidae) und entwickelte sich zu einem angesehenen Experten auf diesem Gebiet.Richard South (1908), S. 25–26
Seine Studien und Sammlungen umfassten alle Vögel – mit ihren Eiern – der östlichen Paläarktis. Als diese Sammlungen eine Größe erreichten, die mit seinen finanziellen Möglichkeiten nicht mehr vereinbar war, ging der Großteil der Vögel an das Natural History Museum über. Die zoologische Sammlung wurde von Henry Seebohm erworben und ging später ebenso als Geschenk an die Nation das Museum. Ein unmittelbarer Grund für den Platzmangel in seinem Haus war Hargitts Entscheidung, sich speziell mit Spechten zu befassen. 1890 veröffentlichte er den Band XVIII (Picidae) des „Catalogue of the Birds in the British Museum“, ein Werk, das in seiner gewissenhaften Bearbeitung seinesgleichen sucht. Daneben arbeitete er kontinuierlich an einer Reihe von Gemälden, um eine monografische Galerie der Spechte zu schaffen. In dieser sollten alle Arten in britischen und ausländischen Museen illustriert und farbige Porträts aller Variationen im Gefieder gezeigt werden. In seinen späteren Jahren malte er 1300 Bilder mit Spechten für ein von ihm geplanten Monographie. Das Original Book of Reference to the Picidae (1895) befindet sich heute im Besitz des Staatliches Darwin-Museums in Moskau.Edward Hargitt (1835–1895) Seine älteste Schwester Mary Jane assistierte Hargitt bei seinen Werken.Richard Bowdler Sharpe (1895), S.&XXXIII Ihr widmete er auch den wissenschaftlichen Namen in Chrysoptilus mariae.
Nach seinem Tod im Jahr 1896 gab es eine Auktion durch Christie, Manson & Woods in der mehr als 300 Gemälde vom Hargitt angeboten wurden.Christie, Manson & Woods (1896)
Mitgliedschaften Seit 1884 war er korrespondierendes Mitglied der American Ornithologists’ Union.Joel Asaph Allen, u. a. (1891), S. XIII Seit 1892 war er Mitglied des British Ornithologists’ ClubRichard Bowdler Sharpe (1892), S. VIII, seit 1877 der British Ornithologists’ Union.Osbert Salvin, u. a. (1881), S. VII
Erstbeschreibungen von Edward Hargitt Edward Hargitt hat einige Gattungen, Arten und Unterarten als Erstautor beschrieben.
Gattungen Zu den Gattungen die Hargitt beschrieben hat, gehören chronologisch: Nesoctites , 1890
Arten Zu den Arten die Hargitt beschrieben hat, gehören chronologisch: Suluspecht (Yungipicus ramsayi ( 1881)) Scheitelfleckspecht (Chloropicus xantholophus ( 1883)) Arizonaspecht (Leuconotopicus arizonae ( 1886)) Bänder-Blutbauchspecht (Campephilus splendens 1889)
Unterarten Zu den Unterarten die Hargitt beschrieben hat, gehören chronologisch: Grauscheitelspecht-Unterart (Yungipicus canicapillus doerriesi , 1881) Scopolispecht-Unterart (Yungipicus maculatus fulvifasciatus , 1881) Tüpfelzwergspecht-Unterart (Picumnus innominatus chinensis (, 1881)) Braunscheitelspecht-Unterart (Yungipicus moluccensis grandis , 1882) Kleinspecht-Unterart (Dryobates minor danfordi (, 1883)) Kizukispecht-Unterart (Yungipicus kizuki seebohmi , 1884) Goldschuppen-Zwergspecht-Unterart (Picumnus exilis undulatus , 1889) Goldstirn-Zwergspecht-Unterart (Picumnus aurifrons flavifrons , 1889) Goldstirn-Zwergspecht-Unterart (Picumnus aurifrons wallacii , 1889) Kupfermantel-Sultanspecht-Unterart (Chrysocolaptes lucidus rufopunctatus , 1889) Olivmantelspecht-Unterart (Colaptes rubiginosus gularis (, 1889)) Schwarzbrustspecht-Unterart (Celeus torquatus occidentalis (, 1889)) Sperlingsspecht-Unterart (Veniliornis passerinus fidelis (, 1889)) Tropfenkehlspecht-Unterart (Chrysophlegma mentale humii , 1889) Blassschopfspecht-Unterart (Celeus lugubris kerri , 1891) Zebrazwergspecht-Unterart (Picumnus cirratus pilcomayensis , 1891)
Synonyme Zu den Synonymen die Hargitt beschrieben hat, gehören chronologisch: Chrysoptilus mariae 1889 ein Synonym für Grünbindenspecht-Unterart (Colaptes melanochloros nattereri (, 1845)) Crocomorphus , 1890 Synonym für Celeus , F 1831 Sapheopipo , 1890 Synonym für Dendrocopos , 1816 Picumnus salvini 1893 ein Synonym der Schuppenzwergspecht-Unterart (Picumnus squamulatus obsoletus 1892)
Dedikationsnamen Richard Bowdler Sharpe nannte 1884 die Weißbauchspecht-Unterart (Dryocopus javensis hargitti) zu seinen Ehren.Richard Bowdler Sharpe (1884), S. 317, Tafel 8 Émile Oustalet widmete ihm 1891 die Goldkopftrogon-Unterart (Pharomachrus auriceps hargitti).Émile Oustalet (1891), S. 261 Melanerpes hargitti , 1899Alphonse Joseph Charles Dubois (1899), S. 69, Tafel 2 Abbildung 2 wird heute als Synonym zum Gelbbrauenspecht (Melanerpes cruentatus) betrachtet, Dendromus hargitti , 1901Richard Bowdler Sharpe in Frederick John Jackson (1901), S. .638–639 ein Synonym zur Pünktchenspecht-Unterart (Campethera punctuligera balia (, 1871)).
Publikationen (Auswahl)
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Einzelnachweise
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