mini|Liliana Lazăr (2009) Liliana Lazăr (* 1972) ist eine rumänische Schriftstellerin. Sie wurde mit dem auf Französisch verfassten Debütroman Terre des affranchis (2009) bekannt, für den sie im Jahr 2010 den Prix des cinq continents de la Francophonie erhielt. Zu ihren weiteren Romanen zählen Enfants du diable (2016) und Carpates (2024).
Leben Lazăr wurde 1972 im Osten Rumäniens geboren und wuchs im von Wäldern umgebenen Ort Slobozia auf. Sie studierte an der Universität Alexandru Ioan Cuza Iași französische Literatur. Nach dem Sturz Nicolae Ceaușescus verließ sie ihr Heimatland und ließ sich 1996 in Gap im Süden Frankreichs nieder. Sie lebt seither in Frankreich und schreibt ihre Bücher auf Französisch; vor ihrem Debüt arbeitete sie als Übersetzerin.
Wirken Lazărs Schreiben ist in der Geschichte und Landschaft Rumäniens verankert; zentrale Motive sind Wald, Volkslegenden und Religion. Terre des affranchis spielt in und um Slobozia und bettet eine düstere Erlösungsgeschichte in den Alltag unter der kommunistischen Diktatur ein. Für diesen Roman erhielt sie 2010 den Prix des cinq continents de la Francophonie. Die Jury würdigte das Debüt als politisch wie metaphysisch eindringlichen Roman. In Enfants du diable greift Lazăr die rigide Bevölkerungspolitik des Ceaușescu-Regimes auf und thematisiert deren Folgen für Frauen und Kinder, insbesondere das System der Waisenheime. Carpates (2024) erzählt von einem französischen Paar, das in einer abgeschiedenen, religiös geprägten Gemeinschaft in den Karpaten strandet und befasst sich damit erneut mit Motiven von Natur, Glaube und Macht. J. M. G. Le Clézio rühmte Lazărs Debüt als „einen der originellsten Romane der letzten Jahre“.
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