Der Strakonitzer Bund oder auch Strakonitzer Einheit () war ein 1449 gegründeter Zusammenschluss böhmischer Adliger, der sich gegen die wachsende Macht des Landesverwalters Georg von Podiebrad und dessen Podiebrader Bund richtete.

An der Spitze des Strakonitzer Bundes standen Ulrich II. von Rosenberg und der Malteserprior Wenzel von Michalowitz. Beide Konfliktparteien suchten Verbündete auch außerhalb der Länder der Krone Böhmen. In einer direkten Auseinandersetzung erwies sich der Strakonitzer Bund als schwächer und löste sich deshalb 1451 auf.

Ursachen der Gründung In der Zeit der Interregnums nach dem Tod des böhmischen Königs Albrecht II. hatten in Böhmen zwei politische Parteien um zwei markante Persönlichkeiten den größten Einfluss: Der hussitischen Landfrieden Ostböhmens wurden von Hynek Ptáček von Pirkstein angeführt, die katholische Partei stand unter der Führung von Ulrich II. von Rosenberg. Nach Ptáčeks Tod übernahm Georg von Podiebrad dessen Aufgaben. Am 24. Juni 1448 wurde auf einer Versammlung in Kuttenberg eine Einheit gegründet, die später als Podiebrader Landfrieden bezeichnet wurde und deren Aufgabe die Einhaltung der Basler Kompaktaten war. Zu ihren Mitgliedern gehörten nicht nur der hussitische Adel und die Städte, sondern auch einige katholische Adlige. Der Böhmische Landtag ernannte Georg von Podiebrad zugleich zum Verwalter „aller Gemeinden, die dem göttlichen Gesetz zugeneigt sind“. Mit einer gut vorbereiteten Militäraktion eroberte Georg von Podiebrad am 3. September 1448 fast kampflos Prag und sperrte den Oberstburggrafen Meinhard von Neuhaus in Podiebrad ein. Meinhards Sohn Ulrich V. begann einen Feldzug gegen Georg, um ihn zur Freilassung seines Vaters zu zwingen. Georg war zu Verhandlungen bereit, wenn im Gegenzug die Kronjuwelen, die in der Burg Velhartice versteckt waren, herausgegeben würden. Als Meinhard erkrankte, ließ er ihn freilassen. Meinhard starb jedoch auf dem Weg, was einerseits zum Zusammenschluss von Georgs Feinden in den Strakonitzer Bund führte und andererseits zu Gerüchten, Georg habe Meinhard vergiften lassen.

Kämpfe gegen den Podiebrader Bund Kurz nach Meinhards Tod am 8. Februar 1449, wurde auf der Burg Strakonice der Johanniter eine Versammlung der führenden Vertreter des katholischen Adels Süd- und Westböhmens durchgeführt, auf der der Strakonitzer Bund gegründet wurde, deren Anführer Ulrich II. von Rosenberg war.

Weitere Gegner Georgs schlossen sich dem Bund an, darunter Friedrich von Straßnitz (Strašice?) und Kolda von Žampach. Zu den katholischen Adelsfamilien gehörten u. a. die Herren von Neuhaus, von Schwanberg, von Kolowrat, Schwihau von Riesenberg. Anfangs führte Kolda von Žampach den Kampf gegen den Podiebrader Bund an. Die Kämpfe fanden in Ostböhmen und Mähren statt, wobei Kolda von Žampach auch Teilerfolge erzielte. Bald darauf wurde ein einjähriges Waffenstillstandsabkommen geschlossen und Verhandlungen aufgenommen.

Beide Seiten suchten unterdessen auch im Ausland nach Verbündeten: Ulrich II. von Rosenberg bemühte sich um die Unterstützung des Königs Friedrich III. und des Kurfürsten Friedrichs II. von Sachsen. Georg von Podiebrad schloss ein Abkommen mit Albrecht von Brandenburg, Wilhelm von Sachsen und Otto von Bayern. Im Mai 1450 brach der Krieg erneut aus. Die Prager schlossen sich dem von Georg an Ulrich gesandten Brief an. In der Nähe von Rokitzan (bei Mauth) griffen die Truppen Georgs am 4. Juni 1450 die Truppen der Strakonitzer an und schlugen sie während der Schlacht bei Rokitzan dank ihres wirksamen Artilleriefeuers in die Flucht. Die Strakonitzer baten um einen Waffenstillstand, der auf der Burg Wildstein geschlossen wurde. Das Abkommen von Wildstein bestätigte die Basler Kompaktaten und den sogenannten Friedensbrief; das Waffenstillstandsabkommen wurde bis zum Frühjahr des folgenden Jahres geschlossen (ausgeschlossen davon waren Kolda von Žampach, Bedřich von Strážnice und auch Friedrich von Sachsen, gegen den Georg bald einen Feldzug begann). Der Strakonitzer Bund zerfiel dann, nachdem Ulrichs Sohn Heinrich IV. die führende Position in der Rosenberger übernahm.

Einzelnachweise

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