Marc Antony and Pussyfoot sind zwei fiktive Figuren im Besitz des Time-Warner-Konzerns. Die beiden sind die Hauptfiguren von fünf Zeichentrickkurzfilmen, die zwischen von 1952 und 1955 von den Cartoon-Studios der Warner-Brothers-Studios als Teil der Looney-Tunes-Reihe produziert und in Kinos aufgeführt wurden.
Figuren und Veröffentlichungsgeschichte
Marc Antony und Pussyfoot wurden 1951/1952 von dem Cartoonregisseur Chuck Jones als Figuren für die seit 1930 im Auftrag der Warner Brothers Studios produzierte Zeichentrickkurzfilmreihe Looney Tunes entwickelt: Marc Antony ist eine groß gewachsene, grobschlächtige und stämmig gebaute Bulldogge mit häufig rauem Auftreten, aber einem im Grunde sanften und gutmütigen und sogar sensiblen Wesen. Pussyfoot (deutsch sinngemäß: Samtpfote) ist ein junges, noch ganz winziges, Kätzchen mit schwarzem Fell (mit weißen Akzenten im Gesicht, auf dem Bauch und am Hinterteil), das in seinem Aussehen (mit großen blauen expressiven Augen) und seinem Verhalten (das meist in anrührend-entzückender Weise verspielt ist) in einer Weise designt ist, die gezielt darauf hin wirkt, dass es von den Zuschauern als so niedlich wie nur irgend möglich empfunden wird.
Marc Antony wurde als Nebenfigur (ohne Namen) in dem Cartoon Cheese Chasers („Schluss mit dem Käse“) von 1951 in die fiktive Welt, in denen die meisten der von Warner Brothers produzierten Cartoons spielen, bzw. in der die Warner Brothers-Cartoonfiguren (die Looney Toons) leben, eingeführt. In diesem Cartoon erscheint er als ein bedrohlich wirkender Hund, dem sich eine Kater namens Claude Cat zu seiner Verwirrung mit dem Wunsch aufdrängt, von ihm (dem Hund) zerrissen zu werden, nachdem Claude von zwei spitzbübischen Mäusen in einen Zustand existentieller Furcht versetzt worden ist, in dem er lieber sterben möchte, als die von ihm für sterbenskrank gehaltenen Mäuse zu fressen.
Der erste Cartoon der Reihe war Feed the Kitty (1952): In diesem Kurzfilm wird die aus Cheese Chasers bekannte Bulldogge, der hier erstmals der Name Marc Antony gegeben wird, mit einem hier erstmals auftretenden niedlichen kleinen Kätzchen namens Pussyfoot als Paar zusammengetan, das ein gemeinsames kleines Abenteuer bestreitet, wobei zugleich die Formel für alle weiteren Cartoons der Reihe eingeführt wurde: Marc Antony als Haus- und Wachhund eines typischen Wohnhauses der Vereinigten Staaten der 1950er Jahre ist auf den ersten Blick ein archetypischer Vertreter des in unzähligen Cartoons präsentierten Klischees der Hundeart Bulldogge, d. h. ein starkes, aggressives, leicht reizbares, grobschlächtiges und bedrohliches Tier. Zu Beginn des Cartoons trifft er jeweils durch einen Zufall auf ein überwältigend niedlich-entzückendes Kätzchen, dass er zunächst anknurrt und zu verjagen versucht, um dann rasch vom Zauber desselben überwältigt zu werden und sehr starke "Mutterinstinkte" gegenüber dem putzigen und fürsorgebedürftigen Geschöpf zu entwickeln, das er anschließend für den Rest des Cartoons durch allerhand amüsante Irrungen und Wirrungen hingebungsvoll behütet und beschützt.
Einmal glaubt Marc Antony irrtümlich, dass seine Besitzerin das in eine Mehldose gekletterte Kätzchen, ohne dies zu bemerken, in einem Plätzchenteig verarbeitet hat. Umso größer die Freude, als sein totgeglaubter Kätzchen-Schützling unversehrt wieder auftaucht.Michael Lyons: Doggone Sweet: The 70th Anniversary of “Feed the Kitty”. In: cartoonresearch.com, 21. März 2022.
Die Cartoons Kiss Me Cat (1953) und Cat Feud (1958) verlaufen nach einem ähnlichen Muster wie der Debütcartoon der Reihe. Die Episode Katzenkomplott (Feline Frame-Up) (1954), in dem die beiden zusammen mit der Figur Claude Cat als ihrem Co-Star auftreten, weicht von diesem Schema ab: Der durchtriebene Claude versucht Marcs Besitzerin zu überzeugen, dass der große Hund dem kleinen Kätzchen, das sich in ihr Haus verlaufen hat, nach dem Leben trachtet.
Nach 1958 wurden keine eigenen Cartoons über Marc Antony und Pussyfoot mehr produziert. In den Filmen Space Jam (1996) und Looney Tunes: Back in Action (2003) wurden die beiden aber wieder als Neben- oder Hintergrundfiguren verwendet.
In der in den 2020er Jahren produzierten Serie Looney Tunes Cartoons wurde mit der Folge "Boarding Games" (S6E4a) erstmals nach mehr als 60 Jahren wieder eine Geschichte mit den beiden Figuren als Hauptfiguren produziert.
Marc Antony und Pussyfoot sind insofern "stumme" Figuren, als sie, anders als andere tierische Looney Toons-Figuren, wie Tweety und Sylvester, Bugs Bunny oder Foghorn Leghorn in ihren Cartoons nicht reden (und reden können), sondern nur (übertriebene) tierisches Laute, wie Schnurren, Bellen, Miauen, Knurren, Winseln etc. sowie dem menschlichen Expressionsinventar entnommene Laute, wie Weinen, hervorbringen. In den Originalcartoons der 50er Jahre übernahm der Stimmkünstler Mel Blanc die Vertonung. In späteren Auftritten der Figuren wurden die Klänge von Synchronsprechern wie Noel Blanc, Matt Craig und Fred Tatasciore produziert.
Marc Antony und Pussyfoot als Referenzmarken in der Pop-Kultur
Das Szenario der ungleichen Freundschaft und das spezifische Interagieren der beiden Figuren hat in späteren Jahren wiederholt Niederschlag in anderen Produktionen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gefunden: So sind die Segmente der Reihe "Buttons and Mindy" in der Zeichentrickserie Animaniacs, die davon handeln, wie ein treuer Hund ein arglos-entdeckungslustig durch gefährliche Situationen stolperndes kleines Mädchen vor allem möglichen Unheil beschützen muss, von den Cartoons über Marc Antony und Pussyfoot inspiriert. In der Folge "Cat on a Hot Steel Beam" tritt Pussyfoot sogar als ein kleines Kätzchen, dem die kleine Mindy in die gefährliche Baustelle eines im Aufbau befindlichen Hochhauses folgt (so dass der Hund buttons sie laufend vor den diversen Gefahren dieses Ortes retten muss), auf.
Die sich an Erwachsene richtende Zeichentrickserie Southpark stellt in der Folge Mysterio Rises eine Szene aus Feed the Kitty in verzerrter Weise nach: Während im Original Pussyfoot auf Marc Antonys Rücken klettert und auf diesem mit spitzfüßigen Pfoten, massierend-kratzend herumkrabbelt und dem Hund so eine entzückend-genüssliche Befriedigung verschafft, führt in der Aufgreifung durch die Southpark-Macher der verdorbene zehnjährige Eric Cartman, einer der Protagonisten der Serie, dieselbe Routine auf, wie Pussyfoot, indem er auf den Rücken des riesenhaften mythischen Ungeheuer Cthulu klettert und diesen durch entsprechende Bearbeitung genauso verzückt und für sich einnimmt, wie das Kätzchen in den Warner-Cartoons seinen Hundefreund.
Der Pixar-Film Monsters, Inc. von 2001 enthält eine Hommage an die Plätzchenteig-Ausstechszene aus Feed the Kitty, wobei einer der Monsterhelden glaubt, dass ein kleines Mädchen, das er beschützt in eine Müllpresse gefallen und getötet worden ist, wobei er in einem Aufnahme für Aufnahme-Remake der entsprechenden Szene des Cartoons von 1952 die exakt selben Gesichtsausdrücke und sonstigen Reaktionen zeigt die Marc Antony im Original.
Kurzfilme der Marc Antony and Pussyfoot-Reihe
Fresschen für’s Kätzchen („Feed the Kitty“), 1952. Kiss Me Cat, 1953. Katzenkomplott („Feline Frame-Up“), 1954. Cat Feud, 1958.
Literatur Jerry Beck/Will Friedwald: Looney Tunes and Merrie Melodies: A Complete Illustrated Guide to the Warner Bros. Cartoons, Henry Holt and Co., 1989. Jeff Lenburg: The Encyclopedia of Animated Cartoons, Checkmark Books., 1999.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Looney Tunes Kategorie:Fiktive Katze Kategorie:Fiktiver Haushund