Vistilia ist eine unveröffentlichte Oper von Pietro Mascagni auf ein Libretto von Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci. Die Handlung beruht auf der gleichnamigen Novelle von Rocco de Zerbi. Die Musik der Oper findet sich in weiten Teilen in Mascagnis letzter Oper Nerone wieder.
Entstehung Mascagni hatte seit den frühen 1890er Jahren die Absicht, die Oper Nerone zu verfassen, unterließ dies jedoch aufgrund der Veröffentlichung der gleichnamigen Oper Nerone von Arrigo Boito. Um dennoch eine im antiken Rom spielende Oper zu realisieren, griff Mascagni die von den Annalen des Tacitus inspirierte Novelle Vistilia – Tiberische Szenen von Rocco de Zerbi auf. Mascagni wandte sich an die Librettisten Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci, die den Text schufen. 1893 waren einige Szenen komponiert. Weitere Musik entstand in den folgenden Jahren, eher unregelmäßig und mit unvorhersehbaren Schaffensphasen. So kündigte Mascagni beispielsweise im Januar 1901 die Vistilia in einem Interview mit Journalisten an. 1902 verfasste er ein Vorwort zu einer Neuauflage von de Zerbis Szenen, in dem er schrieb: „Ich habe versucht und versuche weiterhin, mit den Noten einen Kommentar zum Roman zu verfassen.“ Eine Druckversion des Librettos, dessen literarische Qualität öffentlich wahrgenommen wurde, entstand 1900 in Livorno,
Weitere begonnene und abgebrochene Arbeit am Werk ist für die Jahre 1904, in dem Mascagni das Werk mit dem Verleger Paul de Choudens besprach, 1906, in dem er seinem Freund Giuseppe Gianfranceschi die Wiederaufnahme der Arbeit an Vistilia berichtete, und 1907 bekannt. 1908 reichte Mascagni die Novelle und das Libretto bei Luigi Illica zur Überarbeitung ein, 1910 sprach er erneut mit Guido Menasci darüber. 1923 veröffentlichte die Zeitung Il Mondo di Roma ein Gespräch des Kritikers und Komponisten Domenico Ala-Leona mit Mascagni, in dem dieser ihn Auszüge aus seiner Vistilia vorspielen ließ.
Als Mascagni 1932 seine Arbeit an der Oper Nerone aufnahm, entschied er sich dafür, seine bis zu diesem Zeitpunkt weiterentwickelte Arbeit der Oper Vistilia zu dort integrieren.David Stivender: Pietro Mascagni. An autobiography compiled, edited and translated from original sources. 1. Auflage. PRO/AM Music Resources Inc., Kahn & Averill, White Plains, N. Y., London 1988, ISBN 0-912483-06-7, S. 243
Vistilia in der öffentlichen Wahrnehmung In seinem Bemühen, seine kreative Schaffenskraft darzustellen, kam es zu fortgesetzter Berichterstattung über die Absicht, die Oper der Öffentlichkeit vorzustellen, wie die regelmäßige zeitgenössische Berichterstattung in den Zeitungen belegt.Das Echo, Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst und Wissenschaft. XII. Jahrgang, No. 565, 29. Juni 1893, S. 808Bayerischer Volksbote. Nr. 164, 1. Juli 1892, S. 4
Der Berichterstattung ging mit Mascagnis über Jahrzehnte dauernden erfolglosen Bemühungen, seine Oper zu veröffentlichen, einher.
Einzelnachweise
Kategorie:Operntitel Kategorie:Oper aus dem 20. Jahrhundert Kategorie:Oper des Verismo Kategorie:Unveröffentlichtes Werk Kategorie:Oper von Pietro Mascagni