Die Protefs (, Kennung: S 113, IMO 4551409) ist das vierte und letzte U-Boot der Glavkos-Klasse der griechischen Marine, das vom Stapel lief und das zweite, das nach dem Meergott Proteus benannt wurde.
Geschichte Das Schiff vom Typ 209/1100 wurde bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut. Es lief am 1. Februar 1972 vom Stapel und wurde am 22. November 1972 in Dienst gestellt.Υ/Β Πρωτεύς (S-113) bei hellenicnavy.gr Für die Überführung nach Griechenland übernahm Korvettenkapitän Timotheos Masouras das Kommando. Mit an Bord war ein HDW-Vertreter, Garantieingenieur Bernd Christiansen, während sich sein griechisches Pendant Oberleutnant zur See Konstantinos Triantafyllides nach Dänemark absetzte. Aus Protest gegen die Griechische Militärdiktatur beantragte er dort Asyl, was ihm auch gewährt wurde. Bei Málaga kam es zu einem Ausfall des Ruders, außerdem erkrankte der Kapitän. Das U-Boot saß deshalb vom 24. Februar bis zum 5. März dort fest bevor es unter dem Kommando von Korvettenkapitän Evangelos Lagaras seine Reise fortsetzte und am 16. März 1973 den Marinestützpunkt auf Salamis erreichte.ποβρύχιο “Πρωτεύς” (S-113) bei navalhistory.gr
Da sich der Kommandant der Protefs Korvettenkapitän Timotheos Masouras an dem Umsturzversuch der Marineoffiziere beteiligte, wurde er am 25. Mai 1973 verhaftet. Im Juli des folgenden Jahres war die Protefs bei dem Putschversuch der griechischen Militärdiktatur gegen den zypriotischen Präsidenten Makarios III. an drei Kampfhandlungen beteiligt.
Zwischen dem 18. Januar 1993 und 25. Juni 1996 wurde das Schiff innerhalb des Neptun-I-Reparatur- und Modernisierungsprogramms in den Hellenic Shipyards in Skaramagas umgebaut. Hierbei wurde es mit zwei Brennstoffzellenblocks mit jeweils 240 Zellen ausgerüstet und die Sensoren wurden durch leistungsstärkere Modelle ausgetauscht. Zur Installation der außenluftunabhängigen Antriebsanlage musste der Rumpf durchtrennt werden. Mit dieser Modernisierung sollte die Einsatzdauer des U-Bootes um 20 Jahre verlängert werden. Die Torpedorohre der Protefs wurden so ausgestattet, dass aus ihnen auch Harpoon-Seezielflugkörper gestartet werden können.
Am 16. Mai 2022 wurde die Protefs außer Dienst gestellt. In ihrer fast 50-jährigen Dienstzeit legte sie 260.000 Seemeilen zurück.Παροπλισμός Υ/Β ΠΡΩΤΕΥΣ bei hellenicsubmarinersassociation.gr Man hatte entschieden das U-Boot als Museumsschiff im Hellenic Maritime Heritage Park auszustellen, deshalb übernahm der gemeinnützige Verein KYKLOPS (ΚΥΚΛΩΨ) die Kosten für die Renovierung. Am 1. Februar 2025 wurde die Protefs in einem Schwimmdock ins Museum in Paleo Faliro überführt.Submarine "Proteus" S-113 bei promarineinnovation.com
Galerie
Literatur K. Paisi-Paradeli: Τα ΠΛΟΙΑ του ΠΟΛΕΜΙΚΟΥ ΝΑΥΤΙΚΟΥ 1829–1999, ISBN 960-86501-1-9, S. 132
Weblinks
E186-Lebensläufe HDW
Einzelnachweise
Kategorie:Militär-U-Boot (Griechenland) Kategorie:Museumsschiff (Griechenland)