Bji Gewog (Bje, Bjee, Dzongkha: སྦྱིས་) ist einer von sechs Gewogs (Block) im Dzongkhag Haa in Bhutan. Es ist der nördlichste der Gewogs im Distrikt Haa und grenzt im Norden an Chinas Chumbi Valley (Yadong). Das Gebiet ist überwiegend gebirgig; Flüsse münden im Westen in den Amo Chhu und im Osten in den Ha Chhu. China beansprucht einen großen Teil des Gewogs als sein Territorium und hat kürzlich mit dem Bau von Straßen und Dörfern in den Grenzgebieten begonnen.Vishnu Som: Exclusive: In Latest Threat To India, China Builds Illegal Villages Inside Bhutan. NDTV News. ndtv.com 13. Januar 2022.

Geographie Der Neunte Fünfjahresplan 2002 verzeichnete für Bji Gewog eine Fläche von 832 km² und 234 Haushalte in acht Dörfern. 2013, im 11. Plan wurde nur noch eine Fläche von 802,2 km². Die Gebietsverringerung von 30 km² könnte mit einer Gebietsabtretung der Kongbu Region an China zusammenhängenKongbu region. OpenStreetMap. openstreetmap.org 2. August 2022.

Die Landschaft ist durch die Berge der Massang-Chungdung-Gebirgszüge (auch Jomolhari) geprägt. Der westliche Teil des Gewog gehört zum Einzugsgebiet des Amo Chu. Eine Reihe von Zuflüssen entspringt in den Bergen. Der Osten des Gewog gehört zum Einzugsgebiet des Haa Chhu. Der untere Teil des Haa-Tales, unterhalb des Damthang Camp ist stärker besiedelt.

Amo Chhu Das Einzugsgebiet des Amo Chhu ist Teil des Torsa Strict Nature Reserve (Torsa national forest) ein „strict nature reserve“. In dem Gebiet gibt es keine permanente Besiedlung in dem Gebiet, aber für die Nutzung als Weidegründe durch nomadische Hirten gibt es mehrere Camps.

Die Flüsse die in den Amo Chhu münden sind, von Norden nach Süden: Shakhatoe (Sharkhatoe), Dramana, Langmarpo, Charitang (Sharitang), Gambala Chu und Yak Chhu. mini|Karte 3: CIA Map of Bhutan, 2015. Dramana und Shakhatoe sind als umstrittene Gebiete im Nordwesten des Distrikts markiert.

Die Täler von Dramana und Shakhatoe gelten in Bhutan als umstrittenes Gebiet. Sie umfassen zusammen eine Fläche von 138 km².Proceedings and Resolutions of the 75th Session of the National Assembly held from 20th June to 16th July, 1997. National Assembly of Bhutan. nab.gov.bt 1997: S. 5–6. „His Majesty the King also reminded the members that the disputed areas of the northern border were 495 square kilometres in the central sector and 269 square kilometres in the western sector 89 square kilometres in Doklam, 42 square kilometres in Sinchulung and 138 square kilometres in Dramana and Shakhatoe.“ Seit August 2004 baut China eigene Straßen in der Region, ungeachtet der Proteste aus Bhutan. 2022 waren zahlreiche Straßen und Siedlungen fertig.Shakhatoe Valley road. OpenStreetMap. openstreetmap.org 13. August 2022Nature Desai: How Chinese presence continues to grow in Doklam. The Times of India. TOI+. timesofindia.indiatimes.com 8. August 2022. 2010 erwähnte der Sekretär für internationale Grenzen jedoch nur Dramana als umstrittenes Gebiet ohne Hinweis auf Shakhatoe.S. Chandrasekharan: Bhutan’s Northern Border: China’s Bullying and Teasing Tactics. Chennai Centre for China Studies. c3sindia.org 15. Januar 2010.

Der Langmarpo ist der längste der Zuflüsse. Der untere westliche Teil seines Tals, mit dem Bach Kongbu (chin.: 空布), wurde offenbar bis 2018 von Bhutan an China abgetreten. Der restliche Verlauf des Langmarpo Chu wurde nicht abgetreten, steht aber unter faktischer chinesischer Kontrolle; entlang des Flusses wurden eine Straße und mehrere Dörfer errichtet. China hat außerdem im östlichen Teil des Tals eine Straße in Richtung des Phutegang-Kamms gebaut, von dem aus man das Charitang-Tal überblicken kann.English Translation of the Resolutions of the 83rd Session of the National Assembly of Bhutan. Juni 2005. nab.gov.bt S. 15.Doslinma Road, OpenStreetMap. 13. August 2022. Weiter flussaufwärts befindet sich ein Hochplateau mit mehreren kleinen Seen in Höhenlagen zwischen 3700 und 4400 Metern. Es wird von den Bhutanern SinchulungPranav Kumar, Alka Acharya, Jabin T. Jacob: Sino-Bhutanese Relations. In: China Report vol. 46, is. 3. 2011: S. 247. ISSN 0009-4455 s2cid:153382221 oder Sinchulungpaauch: Sinchulumpa, Sinchulumba.Bart Jordans: Trekking in Bhutan: 22 multi-day treks including the Lunana 'Snowman' Trek, Jhomolhari, Druk Path and Dagala treks. Cicerone Press Limited 17. April 2018. ISBN 978-1-78362-599-4 google booksRudra Chaudhuri: Looking for Godot. The Indian Express. indianexpress.com 3. September 2017. Image 4. genannt. Es soll 42 Quadratkilometer groß sein und ist Teil des 269 Quadratkilometer großen Gebiets, das China in sein „Gesamtpaket“ („package deal“) zur Grenzregelung einbezogen hat.The “package deal” reportedly offered by China in 1990 was to trade Chinese claims to 495 square kilometres along the northern border for Bhutanese claims to 269 square kilometres adjacent to the Chumbi Valley. Bhutan is said to have turned down the offer. Das Gesamtpaket wird oft so dargestellt, als stelle es eine vollständige Beilegung des Grenzstreits dar, doch eine explizite Aussage hierzu fehlt. Weitere chinesische Eingriffe in die Täler von Langmarpo und Charitang stellen diese Aussage infrage.

Das Charitang-Tal bildete die traditionelle Handelsroute zwischen dem Chumbi-Tal und Bhutan. Am Fuße des Tals befindet sich in Dolepchen ein Lager, entlang des Weges ein Charitang-Gästehaus. Im oberen Bereich müssen die beiden Pässe Kyu La (Chu La) und Ha La überquert werden, bevor man ins Haa-Tal gelangt, wo sich das Lager Damthang befindet.Kyu La route, OpenStreetMap. 2. August 2022.English Translation of the Resolutions of the 83rd Session of the National Assembly of Bhutan. nab.gov.bt Juni 2005: S. 15. „[…] the track going from Charithang to Dolepchen and the Langmarpo Chhu was the traditional trade route used by Bhutanese traders in the past. Many of our senior officials in government service today also used to travel through this route, crossing over from Dolepchen to Jumu [Dromo] and Sikkim on their way to study in the schools in Kalimpong.“ Damthang ist mit der Stadt Haa durch eine Straße verbunden, die mit Motorfahrzeugen befahrbar ist.

Der Fluss Yak Chu im Süden entwässert ein beträchtliches Einzugsgebiet.Yak Chu. OpenStreetMap. 14. August 2022. China bezeichnet den Fluss als Lulin Chu () und nutzt den Namen „Lulin“ für die Region des Charitang und des Yak Chu Basins.

Im Südwesten bildet der Fluss Amo Chu die Grenze des Bji Gewog. Laut bhutanischer Grenzdefinition beginnt das chinesische Chumbi-Tal in der Nähe des Sinchela-Passes. Von dort aus gehört das westliche Flussufer zu China, während das östliche Ufer Teil des Bji Gewog ist.

Südlich von Bji Gewog liegt Sangbay Gewog, wo China wiederum das Gebiet namens Doklam beansprucht, zu dem das Doklam-Plateau und das Torsa-Nala-Becken gehören.

Haa Chu Der Haa-Fluss entspringt vermutlich unterhalb des Khungdugang-Gipfels, der sich bis auf eine Höhe von (18.730 Fuß) erhebt. Er ist nach dem Chomolhari der zweithöchste Gipfel des Massang-Chungdung-Gebirges. Zwei Bäche entspringen unterhalb des Berges, fließen nach Westen und Osten und vereinen sich in der Nähe des Lagers Damthang. Aus diesem Zusammenfluss entsteht der Haa-Chu-Fluss.

Unterhalb von Damthang weitet sich das Haa-Chu-Tal und beherbergt zahlreiche Dörfer mit landwirtschaftlichen Flächen. In einem nordöstlich verlaufenden Seitental befinden sich weitere Dörfer und ein Pfad nach Saga La, der den Übergang ins Paro-Tal nahe Drukyel Dzong ermöglicht.Lindsay David Brown: Lonely Planet: Bhutan. Footscray/Lonely Planet 2014: S. 93. archive.org

Demographie Laut den demografischen Daten der Volkszählung von 2017 hat das Bji Gewog 3.230 Einwohner, die in 23 Dörfern leben.Ein Anstieg der Zahlen ist darauf zurückzuführen, dass abgelegene Bergsiedlungen als eigenständige Dörfer anerkannt werden. Der Großteil der Bevölkerung lebt weiterhin in den Bauerndörfern im Ha-Tal. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber den Daten des Plans von 2002 dar. (Die einfachste Erklärung ist, dass die nomadischen Hirtenvölker der Region nun genauer erfasst werden.) Die Dörfer sind in fünf Chiwogs (Dorfverbände) unterteilt: Choompa Jamgoen (Chempa, ཅུམ་པ་_བྱམས་དགོན་), Gyensa Tokey (Gyansa, རྒྱན་ས་_ལྟོ་ཀེ་), Chenpa Geychhukha (Chumpa, ཅེན་པ་_དགེ་ཆུ་ཁ་), Tsenka Taloong (བཙན་ཀ་_རྟ་ལུང་), Yangthang (ཡངས་ཐང་).

Der Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Angebaut werden Weizen, Kartoffeln und Gemüse, und Überschüsse werden auf Märkten in der Stadt Haa verkauft.

Einzelnachweise

Kategorie:Gewog in Bhutan Kategorie:Distrikt Haa