mini|Heilig-Kreuz-Kapelle in Geisingen Die römisch-katholische Heilig-Kreuz-Kapelle ist ein geschütztes Kulturdenkmal in Geisingen im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Die 1741 erbaute Wallfahrtskapelle steht in der Hauptstraße (Nr. 58), außerhalb der einstigen Stadtbefestigung. Das Gebäude gehört zur katholischen Seelsorgeeinheit Kirchtal-Donau im Dekanat Schwarzwald-Baar der Erzdiözese Freiburg. Sie ist dem Heiligen Kreuz geweiht, ihr Patrozinium wird zur Kreuzerhöhung am 14. September begangen.
Architektur und Ausstattung Es handelt sich um ein Kirchenfragment bestehend aus halbrunder Chorapsis und Querhaus, nach deren Fertigstellung der Kirchenbau eingestellt wurde. Die Ausmaße des Langhauses sind nur durch vor der Kapelle gepflanzte Linden angedeutet. Die Kapelle ist verputzt und hat ein Satteldach mit kleinem Dachreiter. Das Portal ist rundbogig überfangen mit Pilasterrahmung und Inschrift im Bogenfeld. Die Inschrift lautet: „O heiliges / Kreuz, / Du einzige Hoffnung, / sei gegrüßt!“ Die Fassade ist mit Ecklisenen und Rundbogenfenstern gegliedert.
Der Innenraum hat eine flache Decke und mit vegetabilen Ornamenten verzierte Rundbogenöffnungen zwischen Querhaus und Chorraum. Zur historischen Ausstattung gehören auch zwei Votivbilder aus dem 18. Jahrhundert, die von Wunderheilungen berichten.
Über dem Altar hängt das sogenannte Kreuz vom Geschossenen Christus. Der Legende nach soll ein schwedischer Soldat im Dreißigjährigen Krieg das Kruzifix, das damals in einer Schächerkapelle am gleichen Ort gestanden haben soll, verspottet und auf den Kopf der Christusfigur geschossen haben. Aus dem Einschussloch soll Blut geronnen sein. Auf dieser Begebenheit hin wurde eine Wallfahrt begründet, für die Maria Anna und Joseph Wilhelm zu Fürstenberg im 18. Jahrhundert den Kirchenbau stifteten. Das Stifterwappen ist im Innenraum über den Bogenscheiteln zu sehen. Eine Bruderschaft vom Kreuze ist in Geisingen seit 1750 nachgewiesen.
Laut dem Landesamt für Denkmalpflege kommt „dem Sakralbau wesentliche Bedeutung für die regionale Wallfahrts- und herrschaftliche Stifterpraxis in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu“. Gleichzeitig sei die Kapelle ein bezeichnender Ausdruck der vornehmlich katholisch geprägten Kulturlandschaft Geisingens und der damit verbundenen Frömmigkeitspraxis.
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