Die Timorstraße () ist eine veraltete Bezeichnung für die Meerenge, die heutzutage in die Straße von Ombai im Westen und die Straße von Wetar im Osten getrennt wird.

Sie trennt in den Kleinen Sundainseln die Inseln Alor (ehemals Ombai), Atauro und Wetar im Norden von der Insel Timor im Süden. Im Westen liegt die Sawusee, im Osten die Timorsee. Durch die Inseln im Norden gelangt man zur Bandasee. Die Insel Kisar bildet das östliche Ende der Meeresstraße. Im größeren Kontext gesehen, ist die Timorstraße eine Verbindung zwischen dem Indischen Ozean und dem Pazifischen Ozean. Über den Indonesischen Durchfluss (Indonesian Throughflow ITF), ein komplexes Meeresströmungssystem, fließt das kühlere und weniger salzhaltige Wasser vom Pazifik in den Indischen Ozean und spielt so eine wichtige Rolle für das lokale und globale Klima. Die Timorstraße stellt den Hauptabflussweg des ITF, über den die Hälfte des Gesamttransports fließt.

Da der Osten der Insel Timor und die Insel Atauro zum Staat Osttimor gehören, die Inseln im Norden sonst aber zu Indonesien gehören, treffen in der Timorstraße territoriale Ansprüche der Länder aufeinander. Die Verhandlungen über den genauen Verlauf der Seegrenze zwischen Indonesien und Osttimor laufen seit Osttimors Unabhängigkeit 2002 und sind noch nicht abgeschlossen.GMN TV: , abgerufen am 23. Januar 2022. Neben den Anrainerstaaten ist die Timorstraße auch für Australien als Handelsweg von Bedeutung.

Noch heute ist die Timorstraße ein wichtiger Wanderweg für verschiedene Walarten, weswegen seit dem 19. Jahrhundert Walfänger hier Jagd machten. Ein im Roman Moby Dick erwähnter Wal namens „Timor Tom“ leitet sich davon ab. Die Timorstraße ist Teil des Korallendreiecks. Atauros Korallenriffe sind die artenreichsten der Welt.The Guardian: Atauro Island: scientists discover the most biodiverse waters in the world, abgerufen am 21. August 2016.Ben Koses: Expedition draws world’s attention to new crown jewel of marine life, in: humanature Conversation International blog, abgerufen am 21. August 2016.

Bereits fünf Kilometer von der Nordküste Timors entfernt fällt der Meeresgrund auf eine Tiefe von 1000 m ab. Während des Kalten Krieges konnten daher amerikanische Atom-U-Boote unentdeckt die Straßen von Ombai und Wetar passieren.Agus Renaldi Kusuma: Future Indonesia-East Timor relations: an analysis of the regional security practices in the Cold War and after, Juni 2001, Calhoun: The NPS Institutional Archive DSpace Repository, Monterey, California. Naval Postgraduate Schoo, abgerufen am 17. November 2025.

Aufgrund ihrer großen Tiefe blieb die Timorstraße auch während der letzten Eiszeit bestehen und trennte die Landmassen von Sunda und Sahul.

Einzelnachweise

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