Hollywood Entertainment Corp., besser bekannt als Hollywood Video, war eine amerikanische Videothekenkette mit Sitz in Wilsonville, Oregon. Gegründet von Mark Wattles im Jahr 1988, expandierte die Kette schnell nach dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 1993, was sie zum größten direkten Konkurrenten von Blockbuster machte.
Gegen Ende der 1990er Jahre führte Hollywood Video als erstes Unternehmen den Verleih von DVD in seinen Geschäften ein und expandierte mit dem Kauf von Reel.com im Juli 1998 ins Internet. Nach dem Aufkommen von Video-on-Demand-Diensten in den frühen 2000er Jahren begann das Unternehmen jedoch, Verluste zu verzeichnen. Infolgedessen gründete das Unternehmen GameCrazy, einen Videospiel-Einzelhändler, um in den Videospielmarkt einzusteigen.
Nach einem feindlichen Übernahmeversuch durch Blockbuster fusionierte Hollywood Entertainment Corp. im April 2005 für 1,2 Milliarden US-Dollar mit Movie Gallery, Inc. Obwohl diese Übernahme die Gewinne von Movie Gallery zunächst steigerte, trug die neu übernommene Verschuldung zur Insolvenz des Unternehmens und zur späteren Liquidation im Jahr 2010 bei.
Im Dezember 2011 wurde die Website der Kette als Blog für Unterhaltungsnachrichten neu aufgelegt. Die Website ist weiterhin aktiv, mit mehreren Einträgen im Jahr 2025. Geschichte Mark Wattles verließ 1984 das College und hatte mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Ein Videorekorder, den er und seine Frau von seinen Eltern geschenkt bekamen, wurde daraufhin zu ihrer Quelle für kostengünstige Unterhaltung. Wattles sagte später: „Ich dachte, ‚Es muss noch andere Leute in Amerika geben, denen es genauso geht. Ich denke, das wäre ein großartiges Geschäft‘.“ mini|Hollywood Video in Springboro, Ohio im Jahr 2009, mit angeschlossenem GameCrazy-Standort|282x282px
1985 lieh sich Wattles Geld, um Home Theater zu eröffnen, eine ca. 45 Quadratmeter große Videothek mit 300 Filmen, die sich in der Innenstadt von Portland befand. Drei Jahre später, im Jahr 1988, gründete Wattles Hollywood Entertainment und fungierte als Präsident und Chief Executive des Unternehmens. Später wurden Hollywood Video-Geschäfte in Washington, Kalifornien, Nevada und Texas eröffnet.
1993 ging Hollywood, das 16 Filialen betrieb, an die Börse. Im Jahr 1994 betrug die durchschnittliche Größe einer Hollywood Video-Filiale ca. 700 Quadratmeter mit 16.000 Videokassetten. In einigen Fällen bestellte das Unternehmen bis zu 70 Kopien eines beliebten Films für jede Filiale, während einige Filialen bis zu 200 Kopien eines einzigen Films vorrätig hatten. Zu dieser Zeit hatte jede Filiale einen Umsatz von ungefähr 1 Million Dollar pro Jahr. Ende des Jahres 1994 waren bereits 100 Standorte vorhanden und für das Jahr 1995 war die Eröffnung von 78 weiteren Filialen geplant.
Im Januar 1995 reichte Blockbuster eine Klage in Höhe von 10 Millionen Dollar gegen Hollywood Entertainment ein, weil es fünf ehemalige Blockbuster-Mitarbeiter eingestellt hatte. Blockbuster behauptete, die Mitarbeiter hätten einige Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens gekannt, die Hollywood Entertainment helfen könnten. Zu dieser Zeit hatte Hollywood Video 117 Filialen, verglichen mit 2.800 Filialen von Blockbuster. Hollywood Video lag im nationalen Umsatz an vierter Stelle. Im Mai 1995 entschied ein Richter zugunsten von Hollywood Entertainment und erklärte, dass Blockbuster es versäumt habe, einen irreparablen Schaden durch die Einstellung nachzuweisen.
Im Juni 1995 hatte Hollywood Entertainment 153 Filialen in 11 Bundesstaaten, wovon einige unter den Namen Video Park und Video Central betrieben wurden. In diesem Monat kündigte Hollywood Entertainment Pläne an, die Anzahl der Filialen bis Ende 1997 zu verdreifachen. Im August 1995 erwarb Hollywood Entertainment die 42 Filialen umfassende Kette Video Watch im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten für 59 Millionen Dollar. Video Watch war die letzte von vier Videothekenketten, die Hollywood Entertainment zum Kauf ins Visier genommen hatte. Im November 1995 kündigte Hollywood Entertainment Pläne an, in den nächsten drei Jahren 90 Filialen in Michigan zu eröffnen. Das Unternehmen plante außerdem, im Jahre 1996 mehr als 200 Filialen zu eröffnen. 1996 beschloss Hollywood, drei Regionalbüros einzurichten, jeweils eines in den Gebieten von Chicago, Houston und der San Francisco Bay Area. Im Juli 1998 gab CEO Mark Wattles bekannt, dass Hollywood den Online-Filmverleih Reel.com "in einem Geschäft im Wert von 100 Millionen Dollar" gekauft hatte, wovon 30 Millionen Dollar in bar an die Aktionäre von Reel.com gingen. Reel.com sollte weiterhin unabhängig operieren und von Julie Wainwright als CEO geleitet werden.
Fusion mit Movie Gallery, Inc. und Insolvenz mini|273x273px|Filiale von Movie Gallery im US-Bundesstaat Wyoming Hollywood Video war das Ziel eines feindlichen Übernahmeversuchs, der ursprünglich Ende Dezember 2004 vom Konkurrenten Blockbuster Video angekündigt wurde. Blockbuster kündigte ein Umtauschangebot von 14,50 Dollar pro Aktie an (11,50 Dollar in bar und 3,00 Dollar in Blockbuster-Aktien). Als Reaktion darauf stimmte Hollywood Video am 10. Januar 2005 einer Übernahme durch Movie Gallery, einem kleineren Konkurrenten mit zu. Hollywood Video besaß zu diesem Zeitpunkt ungefähr 2000 Filialen. Movie Gallery zahlte 860 Millionen Dollar (13,25 Dollar pro Aktie) und übernahm zusätzlich Verbindlichkeiten in Höhe von 380 Millionen Dollar. Die Aktien schlossen an diesem Tag bei 13,85 $ angesichts dieser Nachricht. Blockbuster ließ seine Kaufpläne daraufhin fallen und führte kartellrechtliche Bedenken an. Movie Gallery schloss den Kauf von Hollywood Video am 27. April 2005 ab. Infolge der Fusion wurde Hollywood Video eine Tochtergesellschaft von Movie Gallery und behielt seinen Hauptsitz in Oregon bei, in welchen Movie Gallery schließlich umzog. Der Niedergang von Movie Gallery wurde durch den Markteintritt von WalMart (mit günstigen DVD-Verkäufen) und neuen, bequemeren Verleihmodellen wie Netflix und Redbox ausgelöst, die den traditionellen stationären Verleih unrentabel machten. Anstatt innovativ zu reagieren, übernahm Movie Gallery Hollywood Video, was das Unternehmen mit untragbaren Schulden belastete, es technologisch unbeweglich ließ und schließlich zur Liquidation aller Filialen führte. Die letzte US-Filiale von Hollywood schloss am 31. Juli 2010, während die letzte in Kanada am 8. August desselben Jahres schloss.
Im Dezember 2011 wurde die Website hollywoodvideo.com als Blog für Film-Nachrichten neu gestartet. Die Website verwendete einen automatisierten „Social-Scoring-Algorithmus“, um auf Artikel im Web zu verlinken, die sich auf Filme und andere Unterhaltungsmedieninhalte bezogen. Die Website enthielt auch einen Blog, der von einem einzigen Redakteur (der später auf mehrere Redakteure erweitert wurde) über aktuelle filmbezogene Nachrichten geschrieben wurde. Mit Stand April 2013 wurde der Teil der Website mit dem "Social-Scoring-Algorithmus" entfernt und durch den Blog ersetzt.
Weblinks
Website von Hollywood Video
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Portland, Oregon) Kategorie:Einzelhandelsunternehmen (Vereinigte Staaten) Kategorie:Ausleihe Kategorie:Unternehmensgründung 1988 Kategorie:Aufgelöst 2010