mini|Das Breitfeld von West nach Ost auf einer Luftaufnahme vom Frühling 1967 (Bildmitte). Links im Bild das Schloss Oberberg, rechts Winkeln mit der auffälligen Industrie, dem Bahnhof und der damals neuen Kirche. Am oberen Bildrand das durch die Sitterschlucht abgegrenzte Bruggen. Die grosse Schneise quer durch das Bild ist die Baustelle der Autobahn A1.|alternativtext=Das Bild zeigt eine Schwarzweiss-Luftaufnahme. Oben ist der Himmel zu sehen, unten diverse Grasflächen und Wälder, durch Strassen begrenzt.

Das Breitfeld ist ein Naherholungsgebiet, ein Truppenübungsplatz, ein ehemaliges Schlachtfeld und ein ehemaliger Flugplatz im Westen der Stadt St. Gallen.

Geografie Das heutige Gebiet des Breitfelds umfasst das Areal nördlich der Autobahn, westlich der Hafnersbergstrasse, bis zum Schloss Oberberg. Der östliche Teil gehört zum Gemeindegebiet von St. Gallen, der westliche mit den Truppenübungsanlagen aber zu Gossau. Auf alten Karten ist ersichtlich, dass ursprünglich das Gebiet bis zum Bahnhof Winkeln so genannt wurde. Östlich davon liegt das Fussball- und Reitstadion Gründenmoos, Heimstätte des FC Winkeln und Austragungsort des CSIO Schweiz.

Im Norden steigt das Gelände stark an zum Hafnersberg, während im Süden seit den 1970er-Jahren die Autobahn das Gebiet begrenzt. Bis 1987 endete diese hier, schliesslich wurden das Sitterviadukt und der Rosenbergtunnel eröffnet und damit die Autobahn Richtung Stadtzentrum verlängert.

Schlachtfeld mini|Die Bildkapelle erinnert an die Schlacht auf dem Breitfeld|alternativtext=Das Bild zeigt eine hellgelb bemalte Kapelle mit einem kleinen Glockentürmchen auf dem Dach. Im Jahr 1208 schlugen sich der St. Galler Fürstabt Ulrich von Sax und der Konstanzer Bischof Werner von Staufen auf dem Breitfeld um die Burg Rheineck. Die Schlacht ging zugunsten des Konstanzers aus, was aber für beide Seiten relativ folgenlos blieb. Als Erinnerung an die Schlacht wurde neben dem Schlachtfeld ein Bildstock errichtet, der dann 1666 durch die heute noch existierende Bildkapelle ersetzt wurde.

Flugplatz mini|Henri Kunkler mit seiner Flugmaschine, zwischen 1905 und 1910|alternativtext=Das Bild zeigt eine seltsame Konstruktion mit Flügeln und einem Gestell dazwischen mini|Eröffnungsfeier der Fluglinie St. Gallen – Zürich – Basel am 7. August 1927|alternativtext=Das Schwarzweissbild zeigt eine Menschenansammlung. Im Vordergrund sind fast nur Männer zu sehen, sie tragen Anzüge und Krawatten. In der Mitte steht eine Frau in einem Overall. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Breitfeld zum Übungsplatz für verschiedene Schweizer Flugpioniere und das Militär. Ab 1924 wurde der Platz für den Luftverkehr ausgebaut, ab 1927 gab es eine Linienverbindung nach Zürich und Basel. Es wurden pro Jahr nur zwischen 200 und 250 Passagiere befördert, hingegen viele hundert Kilogramm Luftpost.

Gebaut wurde ein hölzernes Stationsgebäude zur Abfertigung von Passagieren und Fracht. Die Landebahn war eine Graspiste. Die Ostschweizerische Aero-Gesellschaft, die den Flugplatz betrieb, war von Anfang an hoch defizitär. 1928 erzielte sie einen Ertrag von 56'230 Franken bei Auslagen von 103'980 Franken, so dass Stadt und Kanton Geld einschiessen mussten. Auch in den Folgejahren musste die öffentliche Hand grosse Defizite begleichen. Im Mai 1931 übersiedelte die Ostschweizerische Aero-Gesellschaft nach Altenrhein, womit der Standort im Breitfeld praktisch aufgegeben wurde. Gründe dafür waren etwa die beengten Platzverhältnisse und Konflikte mit dem Militär und der Landwirtschaft über die Nutzungsrechte. Einzelne Linienflüge benützten das Breitfeld noch als Ausweichflugplatz, wenn eine Landung am Bodensee nicht möglich war. Auch eine Segelfluggruppe war noch aktiv. Die letzten Flüge sind bis 1949 dokumentiert.

Das Stationsgebäude, das mittlerweile umgenutzt wurde, musste Ende der 1980er-Jahre der Autobahn weichen. Die Vergangenheit lässt sich heute noch darin erahnen, dass der Platz als Übungsgelände für Modellflugzeuge verwendet wird.

Berühmte Persönlichkeiten Der Erste, der vom Breitfeld aus die Stadt St. Gallen der Länge nach überflog, war am 19. März 1913 der Einheimische Henri Kunkler. Zu den berühmten St. Galler Luftfahrtpionieren gehören auch Walter Mittelholzer und Robert Gsell. Die Erinnerung an sie und viele weitere Pioniere der Aviatik werden in St. Gallen durch Strassenbenennungen gegenwärtig gehalten, allein ein gutes Dutzend in Winkeln.

Truppenübungsplatz mini|Truppenübungsgelände auf dem Breitfeld. Der Sumpf ist auch ein Amphibienschutzgebiet.|alternativtext=Das Bild zeigt eine Wiese mit hochwachsenden Sumpfpflanzen. Es gibt Deckungsmöglichkeiten für Schiessübungen Im westlichen Teil befinden sich ein Truppenübungsplatz und der wichtigste Schiessplatz der Region. Es gibt einen 300-m-Schiessstand für das Schiessen mit Sturmgewehren sowie Scheiben für 50-m- und 25-m-Pistolenübungen. Die Gefechtsschiessstände sind aus Sicherheitsgründen mit Erdhügeln abgegrenzt.

Naherholungsgebiet Die grosse Wiese im östlichen Teil dient heute vielen Spaziergängern (häufig mit Hunden) als Erholungszone. Der Platz ist sowohl mit ÖV als auch mit dem Auto gut erreichbar.

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Einzelnachweise

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