Jila Baniyaghoob (auch Zhila Bani-Yaghoub, Jila Bani Yaghoob, Jila Bani Yaghoub, Žīlā Banīyaʿqūb oder Žīlā Banī Yaʿqūb, ; * 21. August 1970 im Iran) ist eine iranische Journalistin und Frauenrechtsaktivistin.
Leben und Werk Bereits als Elfjährige veröffentlichte Jila Baniyaghoob eine Kurzgeschichte über Kinderarmut in der Tageszeitung Keyhan. Das Schreibtalent des Mädchens wurde von ihren Lehrkräften früh erkannt und gefördert. Später studierte Baniyaghoob Journalismus an der Allameh-Tabataba'i-Universität in Teheran. Während des Studiums begann sie für die Tageszeitung Hamshahri zu schreiben. Ab 1994 war sie für verschiedene oppositionsnahe Zeitungen tätig, die größtenteils inzwischen von der Regierung geschlossen wurden. Laut „Reporter ohne Grenzen“ war Baniyaghoob eine der ersten freiberuflichen Journalistinnen im Iran.
Im Lauf ihrer Karriere berichtete Baniyaghoob über Proteste, schrieb über soziale Themen und die Situation der Frauen im Iran und setzte sich kritisch mit der Regierung auseinander. Deswegen wurde sie staatlicherseits bedroht, mehrmals verhaftet und verlor einige Auftraggeber.
Baniyaghoob war Herausgeberin des Blogs „We are journalists“, für den sie 2010 von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ ausgezeichnet wurde. Ab 2004 war sie verantwortlich für die Website „Kanoon Zanan Irani“ des Iranian Women's Center. Hier wurden juristische Informationen veröffentlicht und der Austausch der Leserinnen untereinander gefördert. Außerdem gab es Reportagen über Frauen aus der Arbeiterschicht, aus ethnischen Minderheiten oder aus entlegenen Gegenden des Iran.
Bei der Zeitung Sarmayeh war sie Redakteurin für Soziales und gründete eine Rubrik zum Thema Wirtschaft und Frauen. Die Rubrik, in der z. B. Interviews mit Experten zu geschlechtsspezifischen Wirtschaftsaspekten erschienen, wurde 2008 auf Druck der Verlagseigner eingestellt.
Anfang des Jahrtausends reiste Baniyaghoob durch die Länder des Mittleren Ostens. Sie schrieb über die Situation von Geflüchteten, von Frauen sowie über soziale und rechtliche Diskriminierung. 2006 gehörte Baniyaghoob zu den 54 Frauen und Männern, die die Gleichberechtigungskampagne One Million Signatures ins Leben riefen.
Baniyaghoob ist mit dem Journalisten Bahman Ahmadi-Amouee verheiratet. 2009, nach der Wahl von Mahmud Ahmadineschad zum iranischen Präsidenten, wurden sie und ihr Mann verhaftet. Während Baniyaghoob nach zwei Monaten freigelassen wurde, wurde Ahmadi-Amouee zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.
2012 wurde Baniyaghoob erneut verhaftet und wegen „Verbreitung von Propaganda“ zu einem Jahr Haft verurteilt. Die Strafe trat sie im Evin-Gefängnis an. Zusätzlich wurde gegen sie ein Berufsverbot als Journalistin bis 2040 verhängt. Über ihre Zeit im Evin-Gefängnis schrieb sie das Buch Women of Evin: Ward 209.
In der Deutschen Welle wurde sie 2021 als Afghanistan-Korrespondentin erwähnt, die seit langem für iranische Medien arbeite.
Nach wie vor (Stand 2025) wird Baniyaghoob regelmäßig vom Geheimdienst der Revolutionsgarden vorgeladen, verhört und ist laut eigener Aussage immer wieder diversen Schikanen ausgesetzt.
Veröffentlichungen (Auswahl) Women of Evin: Ward 209. Xlibris, 2013, ISBN 978-1-4836-2385-6. Āfsūs barā-yi nargis'hā-yi Afghānistān: safar bih Nīmrūz, Kābul, Darrah-i Panjshīr va Harāt (Klage um die Narzissen Afghanistans: Eine Reise nach Nimruz, Kabul, ins Panjshir-Tal und nach Herat). Kavīr, Teheran 2015, ISBN 978-964-214-105-0 Farmāndah Masʻūd : bih rivāyat-i nazdīkān, dūstān va hamrazmānash (Kommandant Masoud: nach den Berichten seiner engen Vertrauten, Freunde und Mitstreiter.) Bungāh-i Tarjumah va Nashr-i Kitāb-i Pārsah, Teheran 2019, ISBN 978-964-214-105-0
Auszeichnungen
2009: International Courage in Journalism Award 2010: Reporters Without Borders Freedom of Expression Award für den Blog „We are journalists“
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Iran) Kategorie:Frauenrechtler (Iran) Kategorie:Iraner Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Frau